Gisbert zu Knyphausen bittet Außerirdische um Hilfe

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 Gisbert zu Knyphausen (links) spricht im Zeughaus darüber, was auf eine neue Golden Record sollte. Die Idee dazu kommt von Mich
Gisbert zu Knyphausen (links) spricht im Zeughaus darüber, was auf eine neue Golden Record sollte. Die Idee dazu kommt von Michael Flury. (Foto: privat)
Lindauer Zeitung

Im Lindauer Zeughaus kommt es am Freitag zu einer außergewöhnlichen Begegnung: Nobelpreisträger und Nasa-Astrophysiker John C. Mather trifft auf den Sänger- und Songwriter Gisbert zu Knyphausen. In Gesprächen und Musikeinlagen befassen sie sich mit der so genannten Golden Record. Die Nasa hat 1977 zwei identische Schallplatten an Bord der interstellaren Raumkapseln Voyager I und Voyager II ins Weltall gesandt. Als Botschaft an außerirdische Lebensformen, denn sie beinhalten das komprimierte Vermächtnis der Menschheit in Form von Bildern, Geräuschen, internationalen Grußbotschaften und Musik. Was müsste heute auf eine solche Schallplatte? Darüber diskutiert der Musiker mit den Nobelpreisträger. Die Idee zu dieser Veranstaltung hatte der Schweizer Musiker Michael Flury. Die LZ hat mit Flury und Knyphausen gesprochen.

Herr Flury, wie kam es zur Idee für die Voyager-III-Veranstaltungsreihe?

Bei Recherchen zum Blues-Sänger Blind Willie Johnson bin ich auf die Golden Record gestoßen. Sein Lied „Dark was the Night, cold was the Ground“ ist in der Musikselektion enthalten und bildet mit einem indischen Raga und Beethovens Cavatina den Schluss dieses besonderen DJ-Sets. Solche musikalische Verbindungen haben mich sehr fasziniert. Zusammenbringen, was nicht zusammen gehört. Ich hatte das Bedürfnis eine Bühne zu schaffen, um diese Idee weiterzuspinnen.

Wie entstand der Kontakt zur Nobelpreisträgertagung und dem Zeughaus?

Ich bin Teil der aktuellen Besetzung von Gisbert’s Band. Nach einem Konzert im letzten Jahr habe ich Stefan Fürhaupter vom Zeughaus von meinen Produktionen erzählt. Im Gespräch hat er die Verbindung von Voyager III zur Nobelpreisträgertagung geschaffen. Und dann in die Tat umgesetzt.

Was versprechen Sie sich von dem Abend in Lindau?

Wir freuen uns sehr auf diese besondere Anlage. Für uns ist es nach zweijährigem Bauen die eigentliche Folge 1. Ich glaube der Zeitpunkt könnte nicht besser sein, um mit solchen Gästen ganzheitlich über das Menschsein und die Musik zu diskutieren

Herr Knyphausen, welche ganz persönliche Botschaft würden Sie gerne Außerirdischen überbringen?

Hallo ihr fremden Wesen! Wir haben uns da in was verrannt. Vielleicht könnt ihr uns bei ein paar problematischen Fragestellungen behilflich sein. Stichwort Erderwärmung und erneuerbare Technologien; Stichwort niedere Instinkte; Stichwort kriegerische Außeinandersetzungen... Herzliche Grüße vom Planeten Erde und vielen Dank im voraus.

Sind Sie der Meinung, dass tatsächlich noch einmal eine Golden Record ins All geschickt werden sollte?

Ja, warum nicht? Aber wir sollten noch ein paar Jahrzehnte warten und dann die neuesten Technologien, die dann dafür zur Verfügung stehen darauf verwenden.“

Was versprechen Sie sich vom Gespräch mit einem Nobelpreisträger?

Eine gute Unterhaltung mit einem Menschen, dem ich unter normalen Umständen nicht so schnell begegnet wäre.

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