Gestaltungsbeirat lehnt neue Planung in Bayerstraße ab

Lesedauer: 3 Min

Auf dem Modell deutlich zu sehen ist das ausgehöhlte Haus mit seiner Unterführung (Mitte).
Auf dem Modell deutlich zu sehen ist das ausgehöhlte Haus mit seiner Unterführung (Mitte). (Foto: Isabel Kubeth de Placido)

Eigentlich wollte ein Privateigentümer ursprünglich ein langgestrecktes Mehrfamilienhaus mit einer Tiefgarage, Carports und Aufzug auf sein Grundstück Bayerstraße 15 bauen. Allerdings hatte ihm der Gestaltungsbeirat der Stadt Lindau vorgegeben, seine Planung zu ändern. Und zwar dahingehend, dass das Gebäude sich nicht mehr wie ein Riegel vor die dahinter liegenden Häuser schiebt, sondern ihnen den Blick frei lässt. Zwar hat der Architekt dies in seinen neuen Planungen umgesetzt. Der Gestaltungsbeirat hat sie trotzdem abgelehnt.

Die neue Planung, die dem Gremium auf seiner jüngsten Sitzung vorlag, sieht nun zwei einzelne Gebäude vor, die zu den dahinterliegenden Häusern versetzt auf dem Grundstück stehen. Das gefiel dem Gestaltungsbeirat grundsätzlich. „Die beiden Einzelkörper fügen sich in die Struktur der umgebenden Bebauung ein“, lobte Landschaftsarchitekt Ralph Kulak, der zusammen mit den Architekten Lydia Haack und Marcus Wörtz den Gestaltungsbeirat bildet.

Architekt hat eine Zufahrt durch ein Haus geplant

Was dem Gremium jedoch nicht gefiel, war, dass das zweite Gebäude wie „ausgehöhlt“ wirkt, oder besser: ausgehöhlt ist. Denn der Architekt hat die auf dem Grundstück bleibende Zufahrt zum ersten Haus derart gewährleistet, dass er diese unter einem Teil des zweiten Hauses hindurch geplant hat. Sprich: Die Autos, die zum ersten Gebäude wollen, müssen erst unter dem zweiten durchfahren.

Dadurch hat der Architekt versucht, zwei landschaftliche Probleme zu lösen: Denn das Grundstück verjüngt sich in Richtung des zweiten Hauses. Ein weiteres Problem ist, dass beide Häuser direkt an einem aufsteigenden Hang liegen.

Für den Gestaltungsbeirat ist das ausgehöhlte Haus eine städtebaulich fragwürdige Planung.

Deshalb sah das Gremium zwar den zuvor kritisierten Gebietscharakter als „gerettet“ an und die Sicht garantiert.

Allerdings wollte er für die neue Planung erst grünes Licht geben, wenn sich der Eigentümer mit den Nachbarn über eine neue Zufahrtsmöglichkeit geeinigt hat.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen