Fusion der Sparkassen

Schwäbische Zeitung

bereits am 20. Mai soll in einer gemeinsamen Gremiensitzung des Lindauer Kreistags und Stadtrats ein Beschluss zu der geplanten Fusion der Sparkasse Lindau, Memmingen, Mindelheim und der Kreissparkasse Augsburg gefasst werden. Bisher war davon nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Am 11. Mai wird Sparkassenvorstand Thomas Munding erstmals zu einem informellen Austausch zur Verfügung stehen.

Der Ablauf ist überraschend kurzfristig, schreibt die Bunte Liste in einer Pressemitteilung. Zumal die genehmigten Jahresabschlüsse von 2020 erst Ende Juni vorliegen und dann im Spätsommer veröffentlicht werden. Die Daten von 2019 seien überholt und für die Frage, ob die Sparkasse Lindau in diesem Jahr endlich eine erste Ausschüttung hätte vornehmen können, nicht relevant.

Schon jetzt beklagen viele Kundinnen und Kunden der Sparkasse die Reduzierung des Filialnetzes und die unpersönliche telefonische Betreuung durch ein Memminger Call-Center, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Wirtschaft beklagt, dass es seit der Fusion mit Memmingen/Mindelheim viel schwieriger geworden sei, an Kredite zu kommen. Dies alles werde bestimmt nicht besser, wenn Lindau zu einem unbedeutenden Appendix der Großsparkasse Schwaben-Bodensee wird. Der stärkste Träger wird künftig der Landkreis Augsburg sein. Der Einfluss der Lindauer wird weiter schwinden, auch wenn die Lindauer Verwaltungsräte sich ihre Posten gesichert haben.

Die Bunte Liste Stadtratsfraktion laden deshalb am Sonntag, 9. Mai, die Mitglieder von Stadtrat und Kreistag zu einer virtuellen Sitzung mit dem in Lindau bereits gut bekannten Sparkassenkenner Dr. Rainer Gottwald aus Landsberg ein. Dort war vor drei Jahren eine geplante Fusion der Sparkassen von Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Widerstand von Bevölkerung und Kommunalpolitik gescheitert. Dabei sollen verschiedene Fragen geklärt werden. Wie etwa: Wer hat das Gutachten im letzten Herbst in Auftrag gegeben? Wurde der Betriebsrat dazu angehört? Mit welchem Ergebnis? Wie viel Personal soll eingespart, wie viele Filialen geschlossen werden?

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