Das Friedensräume-Team (v.l.):Barbara Stoller, Cornelia Speth, Gertrud Fersch und Waltraut Bube haben wieder ein vielfältiges P
Das Friedensräume-Team (v.l.):Barbara Stoller, Cornelia Speth, Gertrud Fersch und Waltraut Bube haben wieder ein vielfältiges Programm für die neue Saison zusammengestellt. (Foto: Isabell Kubeth de Placido)
Schwäbische Zeitung
Isabel Kubeth de Placido

Das neue Programm der Friedensräume ist da. Druckfrisch und orangerot liegt es in Geschäften, Institutionen und Einrichtungen aus und enthält eine breit gefächerte Vielzahl von Vorträgen, Veranstaltungen, Filmen und Schulangeboten zu gesellschaftspolitischen, pädagogischen und religiösen Fragestellungen. Dabei stellt das Herzstück der neuen Saison die traditionelle politische Reihe dar, deren drei Vorträge heuer unter dem Thema „Zuhause in der Welt“ stehen. Ganz neue Wege wollen die Friedensräume mit einer Dialog-Reihe gehen.

Gemeinsam zu einer Kultur des Friedens unterwegs sein, das ist es, was die Friedensräume auch in diesem Jahr wollen. Um diesem Ziel wieder einen Schritt näher zu kommen, hat sich das Friedensräume-Team einmal mehr auf den Weg gemacht und während der Wintermonate ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Immerhin stehen zwischen April und Dezember insgesamt 41 Veranstaltungen an.

Saison beginnt am nächsten Wochenende

Den Auftakt macht die Matinee und Saisoneröffnung am 14. April, mit der die Friedensräume sowohl festlich, als auch informativ starten. Anknüpfend an das letztjährige Thema wird die Referentin des Festvortrags, die Soziologin Barbara Fersch, unter dem Titel „Bewegung, Moment oder Happening. Aktivismus und Engagement in den neuen Protestbewegungen dieses Jahrzehnts“ den europaweiten Wandel in der Friedensbewegung darstellen und deren Entwicklung der letzten zehn Jahre in den Blick nehmen.

Ein Publikumsmagnet wird wieder der Vortrag „Kinder brauchen (frühe) Bindung. Early Life Care“ von Karl Heinz Brisch werden. Der renommierte Psychotherapeut, Psychiater und Psychoanalytiker war bereits vor zwei Jahren Gast des Arbeitskreises „Wege aus der Gewalt“, zu dem auch die Friedensräume gehören, und wird sicher auch am 18. April wieder für ein volles Stadttheater sorgen.

Die dreiteilige politische Vortragsreihe unter der Überschrift „Zuhause in der Welt?!“ widmet sich der Flüchtlingsthematik. Allerdings in einem weiteren Sinne. Denn weltweit zeichnen sich zwei völlig entgegengesetzte Tendenzen und Entwicklungen ab. Zum einen ein Zusammenrücken der Welt, eine zunehmende Globalisierung und Migration. Dem gegenüber stehen zum anderen jene Ängste vor Unübersichtlichkeit, Überfremdung und Identitätsverlust, die Wünsche nach den althergebrachten Nationalstaaten mit ihren geschlossenen Kulturen aufkommen lassen. Aus verschiedenen Blickwinkeln heraus nehmen sich die drei Vorträge dieser Thematik an. So geht der Jesuit Frido Pflüger am 3. Mai in „Verhinderte Gastfreundschaft? Deutschland und seine Flüchtlinge inmitten eines weltweiten Dramas - Die Arbeit des Jesuitenflüchtlingsdienstes in Deutschland, Afrika und Nahen Osten“ der Frage nach, wieviel Empathie ein Staat und seine Bürger aufbringen wollen und können. Am 22. Juni erläutert die Schweizer Dozentin mit jemenitischen Wurzeln Elham Manea in „Europa und seine muslimischen Migrantinnen. Wie kann Integration gelingen?“, warum sich muslimische Einwanderinnen am vorherrschenden europäischen Konsens über die Beziehung zwischen Staat, Gesellschaft und Religion orientieren sollen. Im dritten Vortrag, am 28. September, mit dem Titel „Zuhause in einer globalisierten Welt - eine Illusion?“ geht der Journalist Andreas Zumach der Frage nach, ob ein Europa der Regionen die bessere Alternative zum heutigen Europa der Nationalstaaten wäre. Darüber hinaus widmen sich außerhalb dieser politischen Reihe zahlreiche weitere Vorträge, wie auch Filme aus der Politfilmreihe, dieser Thematik.

Ganz neue Wege wollen die Friedensräume mit einer Dialogreihe starten, in der es um Gesprächsführung geht. Unter dem Titel „Dialogische Gesprächsführung: eine Einführung für gelingende Alltags-Begegnungen in Familie, Beruf und Schule, Dialog nach Buber und Bohm“ findet am 23. Juni ein Einführungstag statt, am 13. Oktober eine Reflexion (beide Tage sind kostenpflichtig) sowie an drei Donnerstagen im Juli, September und Oktober offene Dialogabende.

Zwei Veranstaltungen mit besonderem Stellenwert

liegen Auf zwei Veranstaltungen macht das Friedensräume-Team besonders aufmerksam: „Ach, wenn doch endlich Frieden wäre! Revoluzzer und Friedenstauben 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs 1918“, am 17. Juni. Eine Konzertlesung mit dem Augustin Quartett und dem Wortduo „Lorenz&Widmer, das jede Menge Lokalbezug verspricht.

Ebenfalls interessant zu werden verspricht der Vortrag „Wege zur Versöhnung. Ziviler Friedensdienst im Spannungsgebiet“, in dem der Sozialwissenschaftler Tilmann Evers den zivilen Friedensdienst als Alternative zur militärischen Befriedung vorstellt.

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