Freie Wähler wollen wieder eine Politik für Lindauer

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Die Freien Wähler Lindau und ihre Gäste gehen zuversichtlich in das Vorwahljahr 2019 (von links): Landrat Elmar Stegmann, Lindau
Die Freien Wähler Lindau und ihre Gäste gehen zuversichtlich in das Vorwahljahr 2019 (von links): Landrat Elmar Stegmann, Lindaus FW-Vorsitzender Manfred Kaschner, Ehrenmitglied Dieter Fürhaupter, FW-Landtagsabgeordneter Leopold Herz, FW-Kreisvorsitzender Florian Weber und Oberbürgermeister Gerhard Ecker. (Foto: dik)
Redaktionsleiter

Mehr Politik für Lindauer und nicht für Auswärtige fordert Manfred Kaschner. Der Vorsitzende der Freien Wähler sprach beim Neujahrsempfang vor etwa 40 Gästen aus Politik und Gesellschaft. Der Schnee hatte Ehrengäste ferngehalten.

Auch Vorsitzender Manfred Kaschner steckte auf der Rückfahrt eines beruflichen Termins im Schnee fest, so dass er erst als letzter Redner sagen konnte, mit welchen Ideen die Freien Wähler in das Jahr vor den Kommunalwahlen gehen. Auch wenn die FW Lindau sich zur sogenannten konstruktiven Mehrheit des Stadtrats zählen, nahm Kaschner dabei eher die Rolle eines Oppositionspolitikers ein. Denn er sieht Lindau beim Tourismus auf einem falschen Weg und will ein kleineres Parkhaus am Beverplatz als zuletzt im Stadtrat auf den weg gebracht.

Kaschner sieht wachsenden Unmut unter Lindauer angesichts der immer größer werdenden Zahl von Tagestouristen im Sommer auf der Insel. Da die meisten zudem höchstens Geld für einen Kaffee und eine Leberkässemmel dalassen, müsse die Stadt dem entgegenwirken. Die beste Möglichkeit sieht Kaschner darin, Tagesgästen das Parken auf oder direkt vor der Insel fast unmöglich zu machen. Das Parkhaus am Beverplatz dürfe also nur so groß werden, dass dort Platz entsteht für Lindauer. Kaschner sprach von Bewohnern, Beschäftigten und Kunden der Insel. „Jetzt wäre der Punkt, auch was für die Anwohner zu tun.“ Deshalb müsste das Parken im Parkhaus am Beverplatz günstig sein.

Kaschner forderte außerdem für weitere Teile des Festlands, ausdrücklich nannte er die Straße um die Blauwiese, Regeln, die Gästen stunden- oder gar tagelanges kostenloses Parken unmöglich mache. Nötig sei ein „Gesamtverkehrskonzept“ für Lindau. Dass die Stadt unter Beteiligung der Freien Wähler mit dem Verkehrskonzept Klimo so etwas bereits entwickelt hat, sagte Kaschner nicht. Er kritisierte vielmehr, die Verantwortlichen kämen über verschiedene Einzellösungen nicht hinaus.

OB und Landrat mahnen beim Schnee zur Gelassenheit

Der FW-Vorsitzende will mit seinen Vorschlägen und Mahnungen den Grundstein legen für eine Liste zu den Stadtratswahlen, die auch für junge Lindauer interessant sein soll. Kaschner hofft dabei auf junge Kandidaten und junge Wähler.

Kaschner dankte den Verantwortlichen und Stadt und Landkreis für den Mut, nach den Schneemengen für drei Tage den Schulunterricht abzusagen. Der Todesfall eines durch einen umstürzenden Baum erschlagenen Kindes bei München mahne zur Vorsicht. Dass sich Stadt und Landkreis im Urteil über den Winterdienst in Lindau nicht einig sind, ließen sich Oberbürgermeister Gerhard Ecker und Landrat Elmar Stegmann nicht anmerken. Beide mahnten zur Vorsicht im Umgang mit Begriffen, denn von einer „Schneekatastrophe“ sei Lindau sicher weit entfernt. Ecker sprach deshalb von „viel Schnee und zum Teil chaotischen Verhältnissen“. Stegmann mahnte die Lindauer zur Gelassenheit im umgang mit dem Winter.

Ecker und Stegmann gratulierten den FW zum Erfolg bei der Landtagswahl und der Regierungsbeteiligung. Angesichts der Unsicherheiten in Europa und der Welt sei eine stabile Regierung in Bayern wichtig.

Lindau komme Dank der „konstruktiven Stadtrats-Mehrheit“ aus CSU, SPD, JA und FW gut voran, freute sich der OB. Ecker zählte die laufenden Projekte von Inselhalle und Unterführung über Therme, Cavazzen und Gartenschau bis zu Bahnhof Reutin, Berliner Platz und Parkhaus Beverplatz auf.

FW-Landtagsabgeordneter Leopold Herz stellte seinen Posten als Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Landtag vor: „Ich würde es einordnen zwischen Hinterbänkler und Ministerium.“ Sein Kollege Alexander Hold und Europa-Abgeordnete Ulrike Müller konnten wegen des Schnees nicht nach Lindau kommen.

Der Landrat nannte Schuldenabbau, Schulbauprojekte wie Neubau der Berufsschule und Standortschule für die Antonio-Huber-Schule sowie das Verkehrskonzept des Landkreises für einen besseren Busverkehr als vordringlich. Mit Blick auf die Kommunalwahlen in gut einem Jahr wünschte sich Stegmann im Landkreis Lindau junge Kandidaten auf möglichst vielen Listen für die Gemeinde- und Stadträte sowie den Kreistag.

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