Feuerwehr und THW sind im Dauereinsatz

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Springbrunnen inmitten der Achstraße: Diesmal war das Wasser den Gullis zuviel. (Foto: Christian Flemming)
Lindauer Zeitung

Land unter hieß es am Wochenende zeitweise in und um Lindau. Der nicht enden wollende Starkregen forderte die Einsatzkräfte rund um die Uhr. Die Lindauer Feuerwehr war von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag im Dauereinsatz. Gemeinsam mit den Kollegen des THW und des Bauhofs hatten sie bis Sonntag 10 Uhr insgesamt etwa 70 Einsätze zu bewältigen, davon eine Vielzahl vollgelaufener Keller und überfluteter Straßenzüge. Bis zu diesem Zeitpunkt waren im Stadtgebiet nach Auskunft des Tiefbauamtes rund 140 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Laut Feuerwehrkommandant Robert Kainz ist es nur den baulichen Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt, die in den vergangenen Jahren vom damaligen Tiefbauamtsleiter Bucher gegen teilweise großen Widerstand durchgesetzt wurden, zu verdanken, dass es zu keinen großflächigen Überflutungen gekommen ist. Die gewaltigen Regenrückhaltebecken der Ach waren am Sonntagmorgen randvoll, verhinderten aber eine Überflutung der Bereiche Hundweilerstraße und Bleicheweg. Auch das Krankenhaus blieb diesmal von Wassereintritt verschont. Dennoch mussten viele Keller leergepumpt werden, so zum Beispiel im Schoblochweg, wo mehrere hundert Quadratmeter kniehoch überschwemmt waren und der Heizungsraum fast mannshoch geflutet war.

Das THW musste in der Nacht von Samstag auf Sonntag große Mengen Oberflächenwasser mittels Hochleistungspumpen aus der Gärtnerei Sagawe abpumpen, die vom Wasser der Bleiche überschwemmt wurde. Neben den Einsatzstellen im Stadtgebiet lieferte die Lindauer Feuerwehr knapp 1000 gefüllte Sandsäcke nach Meckenbeuren, da dort die Schussen das Stadtgebiet zu überfluten bedrohte.

Besondere Einsatzschwerpunkte in Lindau waren neben der Ach in Heimesreutin vor allem der Rickenbach, der bedrohlich angestiegen war. Der Damm wurde bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag mit hunderten Sandsäcken gesichert, Samstagnacht musste dann in einer gemeinsamen Aktion von Feuerwehr, THW und der Dornier-Betriebsfeuerwehr eine akute Situation oberhalb des Dornier-Werks gelöst werden: Hier hatten angestaute Baumstämme ein Ansteigen des Mühlbachweihers forciert. Nachdem diese beseitigt wurden, konnte auch diese Situation entschärft werden.

In Oberreitnau bedrohte das Wasser den Sportplatz und das Vereinsheim. Einsatzkräfte der Feuerwache Nord sicherten den Bereich mit Sandsäcken und sperrten in der Folge wegen Überflutung die Verbindungsstraße nach Weißensberg.

„Es ist einfach nur trostlos.“

Auch der Campingplatz in Zech und das Tierheim brauchten die Hilfe der Feuerwehr. In der Nacht auf Sonntag mussten die Katzen evakuiert werden. „Ich habe schon den ganzen Tag damit gerechnet“, sagt Edith Krammel, Vorsitzende des Lindauer Tierschutzvereins, die ein leidiges Lied vom Hochwasser singen kann. „Das Wasser kann in kurzer Zeit sehr hoch steigen. Da muss man schnell handeln“, weiß sie aus Erfahrung. Wenn sie daran denkt, welches Loch der jüngste Wasserschaden wieder in die Kasse des Tierheims reißt, vergeht ihr der Optimismus. „Es ist einfach nur trostlos“, sagt sie.

Die Lindauer Feuerwehr hatte auf der Hauptwache eine gemeinsame Einsatzleitung für das Stadtgebiet mit THW, Bauhof und der Stadtentwässerung gebildet und alle Maßnahmen koordiniert. Es waren alle Lindauer Feuerwachen fast ohne Unterbrechung seit Freitagabend mit rund 80 Mann und 17 Fahrzeugen im Einsatz. Oberbürgermeister Gerhard Ecker machte sich am Sonntag ein Bild von der Lage und sprach allen Hilfskräften seinen Dank aus.

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