FDP plant Luftballonaktion gegen das geplante Parkhaus vor der Lindauer Insel

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Eine modellhafte Darstellung von der Größe des Parkhauses
Das Bild soll einen ersten Eindruck von der zu erwartenden Größe des Parkhauses auf dem Karl-Bever-Platz geben. Die FDP will das am Samstag vor Ort mit Luftballons zeigen. (Foto: FDP)
Lindauer Zeitung

Die FDP will am Samstag mit Luftballons deutlich machen, wie groß das umstrittene Parkhaus auf dem Karl-Bever-Platz wird. Stadtrat Ulrich Jöckel und FDP-Kreisvorsitzender Manuel Grotz werben für ein eingeschossiges Parkdeck, das gut 500 Stellplätze bieten würde und ihrer Meinung nach deutlich billiger wäre als das Parkhaus.

Weil der Stadtrat mehrheitlich einen Antrag auf Errichtung eines Phantomgerüstes für das geplante und genehmigte Parkhaus für 650 Autos abgelehnt hatte, will die FDP mit Luftballons die Größe verdeutlichen. Ähnliches hatte Jöckel auch im Winter 2015 vor dem damaligen Bürgerentscheid gegen das Inselhallen-Parkhaus gemacht. Nun lädt er am Samstag, 26. Oktober, zwischen 14 und 15 Uhr auf den Karl-Bever-Platz, damit sich jeder ein Bild von der zu erwartenden Größe des Parkhauses machen kann. Die genaue Größe des geplanten Baus ist bisher unbekannt, aber der Bebauungsplan lässt ein Parkhaus zu, das 70 Meter lang, 32 Meter breit und 20 Meter hoch ist.

Die FDP spricht angesichts der Ausmaße von einem „Koloss“ und „Monsterparkhaus“. Jöckel hatte im Stadtrat stets gegen „eine massive Überbauung des Karl-Bever-Platzes“ gestimmt. Aus seiner Sicht würden Parkhaus und das daneben geplante Hotel den Eingang zur Insel beschädigen. Im gegensatz zu den Vertretern der Bürgerinitiative ist Jöckel aber dafür, dort mehr Parkplätze zu schaffen: „Bauen ja, denn wir brauchen vor der Insel kostengünstige Parkbereiche, auf welchen die Inselbewohner, die Mitarbeiter der Inselgeschäfte und deren Kunden, aber keine Touristen ihre KFZ abstellen können.“

Tagesgäste sollten ihre Autos „am besten noch vor dem Ortsteil Reutin, auch in den dortigen Gewerbezonen“ abstellen und mit dem Stadtbus auf die Insel fahren, schreibt Jöckel. Dort seien auch Parkplätze in Unter- oder Erdgeschossen denkbar, über denen man Gewerbebauten errichten könnte. Die stadt sollte sich deshalb frühzeitig geeignete grundstücke sichern.

650 Parkplätze, wie bisher im Parkhaus geplant, hält Jöckel zudem für zu groß. Seiner Meinung nach reicht ein Parkdeck für gut 500 Autos. Sowas hatte er in den vergangenen Jahren bereits mehrfach vorgeschlagen. Jetzt wiederholt er die Idee einer tiefergelegten Parkebene bis zu 260 Stellplätzen und „einer Überbauung in einer Höhe von 2,5 Meter“, auf der etwa 250 Autos Platz hätten, darunter auch Autos mit Dachkoffer oder Fahrradständern. Die Kosten schätzt er auf höchstens sechs Millionen Euro. Für das Parkhaus plant die Verwaltung derzeit etwa 13 Millionen Euro ein.

Jöckel geht davon aus, dass das noch bis zur Gartenschau zu verwirklichen wäre, obwohl Stadtrat und Verwaltung seine Vorschläge bisher nicht angenommen und entsprechend gearbeitet haben. Der Vorteil wäre seiner Meinung nach, dass der Karl-Bever-Platz noch bis September als Parkplatz zur Verfügung stehen könnte, denn als Bauzeit reiche ein halbes Jahr.

Jöckel hofft deshalb, dass eine Mehrheit der Lindauer beim Bürgerentscheid am 10. November das geplante Parkhaus ablehnt: „Der Bürgerentscheid lässt eine eingeschossige Überbauung zu, denn die Formulierung liegt auf mehrgeschossig, und das wollen und brauchen wir nicht.“

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