„Faust“ im Schnelldurchgang

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 Tanzeinlage, um Mephisto (der links bei den Koffern) beim Casting zu beeindrucken)
Tanzeinlage, um Mephisto (der links bei den Koffern) beim Casting zu beeindrucken)
Denise Tatvitto

Das Lindauer Stadttheater hat in dieser Woche die Komödie „Faust Highspeed - Ein Casting bei Mephisto persönlich“ von Gabriele Beier auf die Bühne gebracht. Mit Schauspiel, Gesang und Tanz begeisterten die Darsteller das Publikum.

Der Teufel Mephisto möchte den Zuschauern des Stadttheaters Goethes Tragödie „Faust I“ aufführen - hierzu fehlen ihm allerdings die Darsteller: Gretchen, Faust, Gott, die Engel und viele weitere Rollen sind unbesetzt. Um das Theaterstück zu verwirklichen, beschließt Mephisto ein Casting zu veranstalten, um die Rollen zu besetzen.

Gemein und hochnäsig, wie der Teufel nun mal so ist, verhält sich Mephisto gegenüber den Kandidaten für das Casting, sorgt mit seinen hämischen, aber stets humorvollen Kommentaren allerdings für viel Gelächter im Publikum. Was bei den Zuschauern gut ankommt, sorgt bei den Anwärtern für die Rollen allerdings für Frust: Sie reagieren beleidigt bis wütend über Absagen, der ein oder andere beschimpft Mephisto sogar. Doch es ist nun mal nicht einfach, den Teufel zu begeistern und so überlegen sich die Kandidaten immer ausgefallenere Sachen, um Mephisto zu überzeugen. Mit Strip- und Tanzeinlagen, Gesang oder Bestechung mit Kaffee und Kuchen versuchen sie sich gegenüber der Konkurrenz und Mephisto zu bewähren und sorgen dabei gleichzeitig für grandiose Unterhaltung bei den Zuschauern.

Schlussendlich sind alle Rollen besetzt, es findet sich sogar ein perfekter Darsteller für den Mephisto, doch die Zeit ist knapp. Nun muss „Faust“ in Highspeed, also in besonders schneller Geschwindigkeit aufgeführt werden. In weniger als 30 Minuten führen die Darsteller das Theaterstück auf, das normalerweise zwei bis drei Stunden dauert. Dabei lassen sie trotzdem keine der wichtigen Schlüsselszenen aus. Somit konnten im Publikum auch alle, die „Faust I“ vorher nicht kannten, der Handlung folgen. Belohnt wird die schauspielerische Leistung der sieben Darsteller vom Publikum mit tosendem Applaus.

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