Falsche Polizeibeamte erbeuten zweimal fünfstellige Beträge

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Die echte Polizei würde niemals am Telefon um Geldbeträge bitten.
Die echte Polizei würde niemals am Telefon um Geldbeträge bitten. (Foto: dpa)
Lindauer Zeitung

In zwei Fällen des Betrugs durch falsche Polizeibeamte hat die Kriminalpolizei Lindau die Ermittlungen übernommen.

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte eine 81-jährige Frau angezeigt, dass sie auf die Anrufe eines falschen Polizeibeamten hereingefallen ist. Dem bislang unbekannten Täter war es durch wiederholte Anrufe über einen Zeitraum von zwei Tagen gelungen, sein Opfer dazu zu bewegen, einen größeren Geldbetrag vom Konto abzuheben. Die Frau steckte das Bargeld auf Anweisung in einen Briefumschlag und deponierte ihn im Eingangsbereich ihres Hauses. Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt wurde der Umschlag dann von einem weiteren Täter abgeholt.

Leider handelt es sich dabei nicht um Einzelfälle, das Phänomen des „vorgetäuschten Polizeibeamten“ ist nicht neu, warnt die Polizei.

Die Aufklärungsarbeit macht sich allerdings mittlerweile positiv bemerkbar. Während es im Jahr 2017 bei 244 (teilweise versuchten) Fälle zu einem Schaden von 701 000 Euro kam, gab es dieses Jahr bereits mehr als 800 (teilweise versuchte) Fälle im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Dabei kam es aber nach derzeitigem Stand zu einem deutlich geringeren Schaden in Höhe von knapp 200 000 Euro. Diese Zahlen legen also dar, dass deutlich mehr Taten verübt werden, diese aber häufig im Versuchsstadium stecken bleiben, da die Angerufenen Verdacht geschöpft haben.

Die Täter versuchen am Telefon, ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zu Hause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssen. Dabei nutzen die Täter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt.

Gerhard Aberle, stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei Lindau, rät: „Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung. Wenn sich Ihnen gegenüber jemand als Polizist ausgibt, fordern Sie ihn auf, Ihnen seinen Dienstausweis zu zeigen.“ Die Polizei würde niemals am Telefon um Geldbeträge bitten. „Wenn Sie sich in einem Gespräch unter Druck gefühlt setzen, legen Sie einfach auf.“

Der zweite Fall ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch. Eine 77-jährige Dame meldete sich bei der Polizeiinspektion Lindau. Auch sie berichtete von Anrufen eines falschen Polizeibeamten. Die Täter brachten das Opfer dazu, einem Abholer wertvolle Münzen an der Haustür zu übergeben.

In beiden Fällen war es dem Anrufer gelungen, seinem Opfer eine Bedrohung durch Einbrecher zu suggerieren. Auch wurden die Geschädigten in beiden Fällen angewiesen, mit keinem anderen Menschen, auch nicht mit den engsten Verwandten, über den Vorgang zu sprechen.

Den beiden Geschädigten entstand jeweils ein Schaden im fünfstelligen Bereich.

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