Fahrgemeinschaft durch Italien

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Danièle Troesch hatte wie ihre Teamkollegin Lorenza Menapace in Italien mit allerhand Widrigkeiten zu kämpfen.
Danièle Troesch hatte wie ihre Teamkollegin Lorenza Menapace in Italien mit allerhand Widrigkeiten zu kämpfen. (Foto: pr)
Lindauer Zeitung

Sie wollten einfach nicht locker lassen: Beim achttägigen Etappenrennen Appenninica Mountainbike Stage Race hatten es Danièle Troesch vom Lindauer Team Tomotion Racing und ihre Teampartnerin Lorenza Menapace mit gleichwertigen Gegnerinnen aus Großbritannien zu tun, die ihnen vier von acht Tagessiegen streitig machten. In der Gesamtwertung des erstmalig ausgetragenen Rennens, das vom 20. bis 27. Juli in der italienischen Emilia Romagna stattfand, hatte dann jedoch das französisch-italienische Duo die Nase vorn und sicherte sich den Sieg.

Der Apennin ist ein Gebirgszug, der sich über rund 1500 Kilometer entlang des gesamten italienischen Stiefels erstreckt. Diese Berge waren 2019 erstmalig Austragungsort eines achttägigen Mountainbike-Etappenrennens für Zweierteams und Solofahrer. Zu dem neuen Rennen hatten sich nur zwei Damen-Teams angemeldet, die sich im Verlauf des Rennens einen heißen Kampf lieferten. Jedes der beiden Duos konnte vier Etappen für sich entscheiden.

Danièle Troesch hatte in der Italienerin Lorenza Menapace eine perfekte Teampartnerin gefunden – sowohl leistungsmäßig, als auch menschlich wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Nie gab es Druck oder Stress, auch wenn eine von uns müde wurde. Wir unterstützten uns gegenseitig, damit wir zusammen so schnell wie möglich das Ziel erreichten. Mit Lorenza habe ich eine wunderschöne Woche erlebt“, beschreibt Troesch die „Fahrgemeinschaft“. Dabei sahen sich die beiden nicht nur mit zwei starken Gegnerinnen aus Großbritannien konfrontiert, sondern auch mit allerhand Widrigkeiten.

So stellte sich bei der ersten vollwertigen Etappe über 79 Kilometer und fast 2500 Höhenmeter heraus, dass die Strecke schlecht beschildert und die beiden Engländerinnen darauf besser vorbereitet waren. Ein Umweg mit sechs zusätzlichen Kilometern kosteten Troesch und Menapace den Tagessieg. Daraufhin luden sie sich die Rennstrecke auf ihre Fahrradcomputer und kamen auf der Königsetappe mit 101 Kilometern und 3760 Höhenmetern gut eine halbe Stunde vor Sophie Hemming und Melanie Alexander ins Ziel. Die dritte Etappe glänzte mit einem spannenden Finish: Kurz vor der Ziellinie zog das Team aus Großbritannien an Danièle Troesch und Lorenza Menapace vorbei und sicherte sich mit drei Sekunden Vorsprung den Tagessieg.

Der vierte Tag war ebenso wie der Prolog ein Zeitfahren, bei dem die Teams zeitlich versetzt ins Rennen gingen. Obwohl sie sich kurz verfuhren, entschieden Troesch und Menapace diese kurze Etappe für sich und hatten nachmittags noch Zeit für ein Eis. Die fünfte Etappe war geprägt von Temperaturen nahe 40 Grad, die den Teilnehmern vor allem im ersten, schattenlosen Anstieg schwer zu schaffen machten. Auch hier holte sich das Duo Troesch/Menapace den Tagessieg. Nicht so auf den beiden letzten Etappen: Am folgenden Tag fuhr sich Danièle Troesch kurz vor dem Ziel einen großen Nagel in den Reifen und legte die letzten drei Kilometer zu Fuß zurück. Auch auf der Schlussetappe hatten sie gegenüber ihren Gegnerinnen das Nachsehen. Der zuvor herausgefahrene Vorsprung war jedoch so groß, dass Danièle Troesch und Lorenza Menapace nach einer Gesamt-Fahrzeit von 30 Stunden und 14 Minuten die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 21 Minuten für sich entschieden. „Das Rennen hat riesigen Spaß gemacht. Lorenza und ich haben uns sehr gut verstanden“, fasst sie die Woche zusammen.

Eine knappe Woche später stand die rennhungrige Französin an der Startlinie des Iron Bike Marathons in Ischgl, musste sich auf der Mittelstrecke jedoch mit Platz elf der Damen-Gesamtwertung begnügen. „Da wollte ich wohl mit dem Kopf durch die Wand“, scherzte sie nach dem Rennen. „Knapp eine Woche nach einem Etappenrennen war das keine gute Idee. Ich war noch müde, aber die Trailabfahrt in Ischgl hat trotzdem Spaß gemacht.“ Ihr Teamkollege Mark Jagenow erkämpfte sich über knapp 50 Kilometer und 2100 Höhenmeter Rang sechs der Masters-Kategorie.

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