EV Lindau meistert turbulentes Wochenende

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 Unter permanenter Beobachtung in der Eissportarena: der Gästeblock der Landshuter Eishockeyfans.
Unter permanenter Beobachtung in der Eissportarena: der Gästeblock der Landshuter Eishockeyfans. (Foto: Reiner Roither)
Sportredakteur

Um vier Uhr am frühen Montagmorgen ist der Ersatzbus der EV Lindau Islanders vom Auswärtsspiel aus Weiden – dem letzten Spiel der Oberliga-Meisterrunde – zurückgekehrt. Im Gepäck: ein 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)-Sieg über die Blue Devils. Zu Ende gegangen war für den Eishockey-Oberligisten „ein aufregendes Wochenende“, wie Sascha Paul bemerkt. Damit spielt der Sportliche Leiter der Islanders auf die Umstände des Verkehrsunfalls bei der Anreise am Sonntagnachmittag an, wodurch sich der Spielbeginn in der Oberpfalz verzögerte. Doch bot auch der Freitagabend beim 0:2 im Heimspiel gegen den Altmeister EV Landshut genügend Gesprächsstoff.

Das lag, neben den einmal mehr zahlreich versäumten Einschussmöglichkeiten der Islanders, zuallererst an der verstärkten Polizeipräsenz rund um den Lindauer Eichwald. Jedes Auto, welches über den Kamelbuckel in Richtung der Parkplätze an der Eissportarena fahren wollte, musste die Kontrollstelle der Sicherheitskräfte passieren. „Wir haben konkrete Hinweise“, meinte Polizeihauptkommissar Klaus Achtelstetter, ohne auf nähere Hintergründe eingehen zu wollen.

Dem Vernehmen nach befürchteten die Sicherheitskräfte gewalttäitige Zusammenstöße rivalisierender Fanlager. 150 Landshuter Anhänger hatten sich angeblich angesagt für das Gastspiel in Lindau. Nun haben die Fans der Islanders mit den Niederbayern kein Problem, spielt man doch erst seit drei Jahren in der gleichen Liga. Doch in der Vergangenheit war es zu Zwischenfällen zwischen einigen Chaoten aus Ravensburg und Landshut gekommen. Ob man nun Wiederholung fürchtete?

Erhöhte Wachsamkeit auch in der Spielstätte: Während des Spiels verfolgte ein halbes Dutzend Beamte mit Kameras von der Pressetribüne die gegenüberliegenden Stehplatzränge, in welchen sich rund 50 der Gästefans lautstark bemerkbar machten.

Am Ende blieb aber alles friedlich. „Vor jedem Heimspiel handelt man mit dem Ordnungsamt der Stadt, damit man in Lindau sicher Eishockey schauen kann“, sagte Michael Messmer, der technische Leiter der Islanders, und lobte dabei auch das Securityteam für sein Engagement in der laufenden Saison.

Nach der turbulenten Anreise am Sonntagnachmittag betraten die Islanders um kurz nach 19 Uhr die Spielstätte in Weiden und hatten nur wenig Zeit, um sich warmzumachen. Am Ende behielten die Gäste vom Bodensee vor rund 950 Zuschauern die Oberhand. Im Nachschuss stellte Jan Hammerbauer auf Vorlage von EVL-Kapitän Andreas Farny nach einer Viertelstunde Spielzeit auf 1:0. Zu Beginn des Mittelabschnitts überstand Lindau eine einminütige doppelte Unterzahl – und schlug zurück: Santeri Ovaska besorgte das 2:0 (27.).

„Die waren wahrscheinlich im Kopf noch beim Jubeln“, mutmaßt Sascha Paul über das Zustandekommen des 1:2-Gegentreffers durch Martin Heinisch – elf Sekunden, nachdem die Scheibe wieder im Spiel war. Nach dem 3:1 durch Matteo Miller (44.) verkürzte Marcel Waldowsky zwar noch auf 2:3 (54.).

Den Schlusspunkt setzte Simon Klingler während einer doppelten Überzahl. In einem Zwei-gegen-eins-Konter schob Farny den Puck zu Simon Klingler, der zwölf Sekunden vor der Schlusssirene zum 4:2-Endstand einnetzte.

Nach dem wohlverdienten Ruhetag zu Wochenbeginn bereiten sich die Islanders ab Dienstag auf den Saisonhöhepunkt des Jahres vor. Erstmals steht man im Play-off-Achtelfinale der Oberliga – und trifft hier ausgerechnet auf den Abonnements-Meister der vergangenen Jahre, den Tilburg Trappers.

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