EV Lindau Islanders machen Sensation perfekt

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 Unglaublich: Vor der beeindruckenden Kulisse des Tilburger Eisstadions besiegen die Islanders die Trappers mit 3:2.
Unglaublich: Vor der beeindruckenden Kulisse des Tilburger Eisstadions besiegen die Islanders die Trappers mit 3:2. (Foto: Christian Flemming)
Sportredakteur

Was für eine Überraschung am Freitagabend gleich im ersten Spiel der Play-off-Achtelfinalserie zwischen den Tilburg Trappers und EV Lindau Islanders. Nach einer grandiosen Vorstellung der Gäste vom Bodensee und kaum zu überbietender Dramatik besiegte der krasse Außenseiter vom Bodensee den Oberliga-Champion der vergangenen drei Jahre in der Verlängerung mit 3:2 (0:1, 0:1, 2:0, 1:0). „Nach 0:2 in Tilburg noch zurückzukommen ist unfassbar. Das war eine überragende Mannschaftsleistung, die uns sehr stolz macht“, freute sich EVL-Präsident Marc Hindelang über den Erfolg in den Niederlanden. Den machte, vor 2650 Zuschauern im ausverkauften Ijssportcentrum Stappegoor, Andreas Farny in der dritten Minute der Nachspielzeit perfekt. Aus halbrechter Position wurde der Kapitän der Islanders im gegnerischen Drittel von Verteidiger Jordy Verkiel nicht energisch genug angegangen. Der Lindauer Stürmer holte mit dem Schläger aus, hielt auf die Scheibe drauf – und versenkte den Puck im Gehäuse von Tilburgs Goalie Ian Meierdres. Für die erfolgsverwöhnten Niederländer war es die erste Heimniederlage seit mehr als einem Jahr überhaupt.

Schon das 2:2 ging aufs Konto des EVL-Spielführers, der in der 49. Minute den Schlagschuss von Martin Wenter unhaltbar für Meierdres zum Ausgleich abfälschte. Knapp 90 Sekunden zuvor eröffnete EVL-Verteidiger Fredrik Widen den Torreigen für Lindau, als er ein Zuspiel seines schwedischen Kontingentkollegen Viktor Lennartsson zum Anschlusstreffer (47.) verwertete.

Der Garant des Abends für die Sensation war David Zabolotny, der einen Sahnetag erwischte, mit seinen teils spektakulären Saves die Tilburger Offensivreihen schier zur Verzweiflung brachte und nur zweimal hinter sich greifen musste: Erst brachte Ivy van den Heuvel die Hausherren nach vier Minuten aus spitzem Winkel in Führung, nach einer guten halben Stunde erhöhte Kevin Bruijsten auf 2:0. Doch ab da hielt Zabolotny seinen Kasten sauber. Und nachdem der Sieg unter Dach und Fach gebracht wurde, war ihm der Applaus von den mehr als 50 mitgereisten Islanders-Fans, wie den Tilburg-Anhängern sicher.

„Das Wunder von Tilburg ist geglückt“, frohlockte Thomas Gläßer, Lindauer Stadtwerkechef und Vizepräsident der Islanders, nach dem glücklichen, jedoch nicht unverdienten Triumph. Marc Hindelang setzte in seinem Kommentar noch eins drauf: „Jetzt muss am Sonntag in der Eissportarena Lindau die Post abgehen, damit wir vielleicht die nächste Sensation schaffen können.“ Um 18 Uhr kommt es dann zum zweiten Aufeinandertreffen in der Serie. Der Ausgang der Partie: völlig offen.

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