Erzieherinnen wünschen sich mehr Anerkennung

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Die Schülersprecherinnen Nathalie Hör (links) und Anika Fessler (rechts) erklären Ilona Deckwerth wie ihre Ausbildung abläuft. S
Die Schülersprecherinnen Nathalie Hör (links) und Anika Fessler (rechts) erklären Ilona Deckwerth wie ihre Ausbildung abläuft. Sozialkundedozentin Iris Feyrer moderiert die Veranstaltung. (Foto: Fotos: Judith Hilebrand)
Schwäbische Zeitung
Judith Hilebrand

Anlässlich des landesweiten „Tag der Freien Schulen“ hat die Landtagsabgeordnete Ilona Deckwerth (SPD) die Berufsfachschule für Kinderpflege und Fachakademie für Sozialpädagogik in Lindau besucht. Mit der Aktion treten Schulen in freier Trägerschaft mit den Abgeordneten in direkten Kontakt.

Schüler und Studenten haben sich gut auf den Besuch vorbereitet. Sie stellten viele Fragen und forderten mehr Wertschätzung für ihren späteren Beruf. Vor allem wollen sie die Anerkennung „auch im Geldbeutel merken“, sagte eine Studentin. „Demokratie beginnt in kleinen Gesprächen“, und darum sei dieser Austausch eine außergewöhnliche Veranstaltung, um das „beidseitige Interesse zu fördern“, sagte Schulleiter Felix Krug zu Beginn der Veranstaltung. Er forderte seine Schüler auf, die Demokratie aktiv mitzugestalten.

Schüler stellen Fragen zu aktuellen Themen

Das taten die Schüler auch. Sie stellten Fragen zu aktuellen Themen, die sie beschäftigen. So wollte ein Student wissen, warum es erstrebenswert sei, den Beitrag für Kindergartenplätze abzuschaffen, während die Betreuer der Kinder, also die Absolventen seiner Schule, nicht ordentlich bezahlt werden. Auch Schülersprecherin Nathalie Hör verstand nicht, warum die Politik nicht sehe, „dass immer mehr Anforderungen da sind“. Deckwerth stellte klar, in der Politik sei angekommen, „dass im Bildungswesen und Erziehungswesen ein Mangel da ist“. Trotzdem stimme die Anerkennung und Bezahlung, ihrer Meinung nach, noch lange nicht. Für sie sei das die Motivation gewesen, in die Politik zu gehen: „Um den Rahmen mitzugestalten“. Deckwerth hat selber als Sonderschullehrerin gearbeitet, bevor sie in die Politik ging. Seit Januar 2017 ist sie Sprecherin der SPD-Landesfraktion für Menschen mit Behinderung und außerschulische Inklusion. Sie erklärte, in der Politik gebe es immer verschiedene Interessen. Wenn einem etwas wichtig ist, dann bedeutet das: „Sie müssen das an der Stelle gegen andere Interessen durchsetzen.“ Ihrer Meinung nach habe der Bund es geschafft, durch den Rechtsanspruch für Eltern auf einen Kindergartenplatz, den Beruf der Erzieher und Pädagogen aufzuwerten. Trotzdem habe Deutschland in dem Bereich noch einiges nachzuholen. „Eigentlich müsste man Ihnen überall einen roten Teppich ausrollen“, sagte Deckwerth.

Sozialkundedozentin Iris Feyrer moderierte die Veranstaltung. Sie betonte immer wieder: „Bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung kommt nicht vom Himmel gefallen.“ Sie forderte die Schüler und Studenten auf, sich für ihre Interessen einzusetzen. Die Landtagsabgeordnete bestärkte das: „Das ist ihr Recht, anständig bezahlt zu werden.“ Die Schüler und Studenten sollen „für das kämpfen, was sie wollen“ und nicht so schnell aufgeben. „Es dauert eben oft ein bisschen länger.“

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