Erste Hilfe beim Grillunfall: So geht’s

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Sommerzeit ist Grillzeit. Damit dem Vergnügen nichts im Wege steht, gilt es, einige Regeln zu beachten. Und sollte trotz alledem
Sommerzeit ist Grillzeit. Damit dem Vergnügen nichts im Wege steht, gilt es, einige Regeln zu beachten. Und sollte trotz alledem etwas schiefgehen, hält das BRK Tipps parat. (Foto: imago)
Lindauer Zeitung

Urlaubszeit ist Grillzeit. Doch auch bei diesem Vergnügen ist Vorsicht geboten, denn laut der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin kommt es jedes Jahr in Deutschland zu rund 4000 Grillunfällen. Häufig sind schwere Verbrennungen die Folge, die lebensbedrohlich und gesundheitsgefährdend sein können. Das Rote Kreuz im Landkreis Lindau erklärt in einer Pressemitteilung, wie bei einem Grillunfall richtig geholfen werden kann.

„Finger weg“ von Brandbeschleunigern, denn diese sind die häufigste Ursache für einen Unfall am Grill. Weil’s aber oft schneller gehen soll, werden oft Benzin oder Spiritus in die beginnende Glut gegossen, um das Feuer im Grill schneller anzuheizen. Dabei könne eine gefährliche Stichflamme oder sogar eine Explosion entstehen, die nicht nur die Person am Grill verletzt, sondern auch auf Umstehende übergreifen könne, schreibt das BRK.

1 Bei schweren Verbrennungen Notruf 112 absetzen: Rufen Sie bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen (mehr als ein Unterarm) sofort den Rettungsdienst (Notruf 112). Besonders bei Verbrennungen im Gesicht, oder wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den Verletzten lebensbedrohlich werden. Verbrennungen verursachen erhebliche Schmerzen, die der Notarzt durch wirksame Schmerzmittel begrenzen kann.

2 Flammen am Körper löschen oder ersticken: Ersticken Sie in Brand geratene Kleidung, indem Sie eine Decke oder ein großflächiges Kleidungsstück fest auf den Körper drücken und die Flammen vom Kopf an abwärts ausstreichen. Vorsicht: Nutzen Sie auf keinen Fall eine Decke aus Synthetik! Löschen Sie den Brand mit Wasser. Ist ein Feuerlöscher zur Hand, dürfen Sie den Schaum niemals ins Gesicht spritzen. Der Einsatz erfolgt in kurzen Löschstößen, ebenfalls vom Kopf an abwärts. Entfernen Sie verbrannte Kleidung. Wenn diese mit der Haut verklebt ist, schneiden Sie um die Verklebung herum. Kleidung speichert die Wärme und kann so weiteres Gewebe schädigen.

3 Brandverletzungen nicht dauerhaft kühlen: Hautschädigungen treten bei Verbrennungen schon nach wenigen Sekunden ein. DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin rät: „Große Brandwunden nicht kühlen. Bei kleinflächigen Wunden (bis zur Größe einer Handfläche) kann zur Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden. Eine länger andauernde Kühlung mit Wasser kann bei großflächigen Verletzungen eine Unterkühlung nach sich ziehen. Bedecken Sie die Wunde mit einem (Brandwunden-)Verbandtuch aus dem Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie dann die Wunde locker und ohne Druck. Decken Sie den Verletzten gegebenenfalls mit der Rettungsdecke ab, um eine Auskühlung zu verhindern. Hausmittel wie Salben, Öl oder Mehl gehören keinesfalls auf eine Brandwunde!“

4 Sorgen Sie für Sicherheit: Grillen Sie niemals in geschlossenen Räumen wie zum Beispiel in einer Garage, sondern ausschließlich nur im Freien. Stellen Sie den Grill niemals zum Auskühlen ins Zimmer/Wohnung! Es besteht Vergiftungsgefahr! Nur feste Grillanzünder und Brennpasten verwenden. Niemals flüssigen Brennstoff auf die heiße Kohle gießen. Halten Sie einen Eimer mit Löschwasser griffbereit. Beachten Sie, niemals brennendes Fett mit Wasser, sondern nur durch Abdecken zu löschen.

Achten Sie auf einen sicheren Stand des Grills. Spielende Kinder und tobende Hunde könnten ihn umwerfen. Alkoholisierte Personen nicht den Grill bedienen lassen. Klären Sie Kinder ihrem Alter entsprechend über den Umgang mit und die Gefahren von offenem Feuer auf.

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