„Erhöhte Aufmerksamkeit, gedrosseltes Tempo“

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 Wildunfälle müssen umgehend bei der Polizei gemeldet werden.
Wildunfälle müssen umgehend bei der Polizei gemeldet werden. (Foto: Julian Stratenschulte)
Lindauer Zeitung

In der dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr von Wildunfällen. Die meisten davon ereignen sich in der Morgen- und Abenddämmerung. Dann queren viele Wildtiere die Straßen. Im Herbst und Winter sind dies genau die Zeiten, in denen vielerorts reger Berufsverkehr herrscht. Die Johanniter erläutern in einer Pressemitteilung, was zu tun ist, wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Zusammenstoß mit Reh, Wildschwein, Fuchs & Co. gekommen ist.

„Um Wildunfälle zu vermeiden, ist gerade an Übergangsbereichen zwischen Wald- und Feldzonen besondere Vorsicht geboten“, mahnt Marus Adler, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter im Allgäu. „Erhöhte Aufmerksamkeit, gedrosseltes Tempo, vorausschauendes Fahren und Bremsbereitschaft können mitunter Zusammenstöße verhindern. Steht ein Tier am Straßenrand, bitte unbedingt das Fernlicht ausschalten, bremsen und langsam vorbeifahren.

Manchmal hilft Hupen, um das Tier zu verscheuchen. Achtung: Wo ein Tier ist, folgen häufig weitere.“ Leichter gesagt als getan: „Wenn ein Zusammenstoß unvermeidlich scheint, abbremsen, Lenkrad gut festhalten und keinesfalls unkontrolliert ausweichen. Ein Folgeunfall mit dem Gegenverkehr oder dem nachfolgenden Verkehr hat oftmals schwerere Folgen als ein Zusammenprall mit einem Tier.“

Standort durchgeben

Wenn es geknallt hat, empfehlen die Johanniter: Ruhe bewahren, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen und die Unfallstelle mit Warndreiecken absichern. Bei verletzten Personen muss Erste Hilfe geleistet, zusätzlich der Notruf 112 angerufen werden. Dabei muss man den Standort durchgeben. Die genauen Koordinaten sind auf Smartphones und Navis ablesbar. Die Anzahl der Verletzten und die Art der Verletzungen müssen genannt werden. Anschließend sollte man die Polizei unter 110 anrufen und genauen Standort durchgeben.

Bei einem Wildunfall auf der Autobahn sollte man keinesfalls aussteigen, denn es besteht akute Lebensgefahr.

Das tote Tier soll also nur dann an den Straßenrand gezogen werden, wenn dies gefahrlos möglich ist, etwa auf wenig befahrenen Straßen. Zum Schutz vor Tollwut und anderen Krankheiten sollten unbedingt Schutzhandschuhe verwendet werden , die im Notfallkasten vorhanden sein sollten. Verletzte Tiere sollten nicht angefasst werden, diese können aggressiv reagieren.

Am Unfallort muss auf die Polizei gewartet werden. Diese verständigt dann den zuständigen Jagdpächter.

„Einen Wildunfall muss man immer bei der Polizei melden“, betont Markus Adler, „nur so bekommt man die Wildunfallbescheinigung, die man für die Versicherung braucht.“ Der Schaden am Fahrzeug kann im Normalfall über die Teil- oder Vollkaskoversicherung reguliert werden. Schadenersatzansprüche gegen den Jagdpächter oder Waldbesitzer sind in der Regel nicht möglich.

Übrigens: Wer das angefahrene Tier vom Unfallort entfernt, muss mit einer Anzeige wegen Wilderei rechnen.

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