„Engel der Kulturen“ kommt am 6. Juni nach Lindau

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 Testweise haben die Künstler die Engel-Skulptur schon einmal durch Lindau gerollt. Eigentlicher Aktionstag wird der 6. Juni.
Testweise haben die Künstler die Engel-Skulptur schon einmal durch Lindau gerollt. Eigentlicher Aktionstag wird der 6. Juni. (Foto: Archiv: cf)
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Der 6. Juni wird ein Höhepunkt im Kulturkalender der Stadt Lindau. Dann kommt der „Engel der Kulturen“ nach Lindau. Rebecca Scheiner vom Kulturamt ist mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden.

Der Rahmen für den Aktionstag steht, wie Scheiner jüngst im Kulturausschuss berichtet hat. Demnach ist der Start gegen 11 Uhr an der Moschee geplant, das Ende gegen 16 Uhr vor der Inselhalle. Dann soll sich ein großes Fest auf dem Therese-von-Bayern-Platz anschließen. Zwischendurch gibt es Aktionen bei den Kirchen auf der Lindauer Insel sowie am Reichsplatz, wo sich früher einmal die Synagoge befand. Denn das ist das Ziel der Kunstaktion: das Gemeinsame der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam herauszuheben.

Ring mit Kreuz, Stern und Halbmond

Wie berichtet, besteht das Symbol der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten aus einem Ring, in dessen inneren Rand die Symbole Kreuz, Stern und Halbmond für die drei Religionen herausragen. Von außen betrachtet ergibt das das Bild eines Engels. Dieses Symbol in Form eines menschengroßen Stahlrings werden die Künstler mit beteiligten Lindauern am 6. Juni durch Lindau rollen. Dabei hofft Scheiner auf rege Beteiligung. Vor allem Schüler sollen sich auf diese Weise mit den Religionen auseinandersetzen und mit dem Friedensgedanken, der sie verbindet.

Wo die Skulptur am Aktionstag Halt macht, wird sie hingelegt und mit Sand aufgefüllt. So hinterlässt die Aktion verschiedene Zeichen, die bewusst vergänglich sind, so wie der Frieden eben auch. Dazu soll es an jeder Station Aufführungen, Konzerte, Ausstellungen oder ähnliches geben. Einige Gruppen und Schulen , die sich beteiligen wollen, haben sich bereits beim Lindauer Kulturamt gemeldet

Zu guter Letzt wird in Lindau ein Engel aus einer Stahlplatte herausgelöst. Das Äußere wird mit einem blauen Engel ausgegossen und als Intarsie vor dem Gebäude des Kulturamts, in dem unter den Nazis die Gestapo untergebracht war, in den Boden eingelassen. Ganz früher gab es dort mal einen jüdischen Friedhof, deshalb halten Scheiner und die Künstler den Ort für sehr gut geeignet. Eine Infotafel daneben soll den Sinn des Symbols und der Aktion erklären. Der Tag in Lindau endet mit einem interkulturellen Fest auf dem Therese-von-Bayern-Platz. Die Aktion ist damit aber noch nicht beendet. Denn insgesamt haben mehr als 200 Städte in Europa an der Aktion teilgenommen. Aus allen Städten nehmen die Künstler den jeweils aus dem Stahlring gelösten Engel und bilden daraus eine Skulptur, die im Jahr 2020 in Jerusalem aufgestellt wird, weil in der Stadt viel Ufrieden zwischen den Anhängern der drei Religionen herrscht.

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