Engel der Kulturen: Der Aktionstag steht

Lesedauer: 6 Min
Rege Teilnahme auch beim letzten Treffen der Arbeitsgruppe für den Aktionstag Engel der Kulturen auf der Hinterbühne des Stadtth
Rege Teilnahme auch beim letzten Treffen der Arbeitsgruppe für den Aktionstag Engel der Kulturen auf der Hinterbühne des Stadttheaters, wo letzte Details besprochen werden. (Foto: Christian Flemming)
Christian Flemming

Mit dem letzten von insgesamt sechs Arbeitstreffen ist die Vorbereitungs- und Besprechungsphase zum Aktionstag „Engel der Kulturen“ abgeschlossen, jetzt geht es sozusagen in den Endspurt. Zum Abschluss haben sich gut 25 Menschen in der Hinterbühne des Stadttheaters getroffen, um den Ablauf des Tages noch einmal durchzusprechen.

An dem Aktionstag wird das große Alurad mit dem Engel der Kulturen durch Lindau gerollt. An verschiedenen Stationen wird Halt gemacht und am Schluss auf dem Therese-von-Bayern-Platz das Abschlussfest gefeiert. Rebecca Scheiner vom Kulturamt atmet langsam durch, bevor es in diesen Endspurt geht. Dabei ist sie glücklich darüber, wie viele Interessenten in den ganzen Monaten mitgearbeitet, Ideen eingebracht, konkrete Vorschläge und Hilfestellungen gemacht hatten. „Im Schnitt waren es gut 20, die bei den Treffen jeweils da waren.“

Bevor die Idee überhaupt aufgegriffen wurde und die beiden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten nach Lindau eingeladen wurden, um das Projekt überhaupt vorzustellen, nahm Scheiner über ihre Theaterpaten Kontakt zu den verschiedenen Schulen auf, um zu sondieren, ob das Projekt von Schülerseite überhaupt eine Chance haben kann. Auf großes Interesse stieß sie sofort bei Irene Hess vom Bodenseegymnasium und Sandra Ziegler von der Grundschule Aeschach, vom Valentin-Heider-Gymnasium stieß Wolfgang Poreda dazu, Mia Yarcia Honorio von der Freien Schule war auch sofort Feuer und Flamme und Barbara Lamina und Karin Schwart von der Maria-Ward-Schule sowieso, wie Rebecca Scheiner erzählt. Sie alle fanden die Idee, mit diesem Engel, einem großen Alureifen, in dem die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam, also alle drei abrahamitischen Religionen mit Symbolen vereint sind und dadurch dem Ringinneren eine Engelsgestalt verleihen. Engel spielen auch in den drei Religionen, die sich näher sind als das aktuelle Weltgeschehen glauben macht, eine wichtige Rolle.

Außer den Schulen engagierten sich unter anderem Cornelia Speth von den Friedensräumen, Gisela Jobst, in der Flüchtlingshilfe engagiert, Adnan Wahhoud von der Syrienhilfe und natürlich die Eltern Rebecca Scheiners, Fritz und Elke Scheiner, die schlussendlich Schuld daran haben, dass ihre Tochter dieses Projekt federführend in Lindau auf die Beine stellt. Denn die beiden Künstler hatten früher in der „Fischerin“ ausgestellt, als Fritz Scheiner noch wechselnde Ausstellungen dort durchgeführt hatte. So hatten sie noch Kontakt zu den Scheiners und erfuhren so von dem Projekt.

Höhepunkt am 6. Juni

Neben verschiedenen Veranstaltungen rund um den Engel der Kulturen, darunter auch ein Konzert am kommenden Samstag auf der Hinterbühne des Stadttheaters mit Klezmermusik, steht nun am Donnerstag, 6. Juni, mit dem Aktionstag der Höhepunkt der ganzen Aktion bevor. Die Planungen sehen nun vor, dass um 11 Uhr der Tag offiziell mit einem Frühstück an der Moschee startet, hier ist gleichzeitig auch die muslimische Station. Ein kleines Begleitprogramm gibt es auch, bevor das beschwerlichste Stück in Angriff genommen wird, denn das Rad soll auf die Insel gerollt werden, eine knappe Stunde ist dafür vorgesehen. Um 13 Uhr sollte das Rad auf dem Reichsplatz ankommen, wo einstmals eine Synagoge stand. Auch hier wird es ein kurzes Programm geben mit hebräischem Lied und Tanz und einer Ansprache, unter anderem darüber, warum es hier keine jüdische Gemeinde gibt, soviel sei vorab verraten.

13.45 Uhr geht es weiter zur christlichen Station, treffenderweise zwischen den beiden Inselkirchen. Auch hier werden Schüler – wie vorher an den anderen Stationen – Beiträge vortragen. An all diesen Stationen wird ein Engelsabdruck in Sand gemacht, bei der folgenden Station wird dafür die Bodenintarsie verlegt, ein Engel, der in einer anderen Stadt gefertigt wurde. Bis kurz nach 15.30 Uhr sollte diese Zeremonie, belgeitet von Gesang, vorüber sein und es geht abschließend auf den Therese-von-Bayern-Platz. Hier wird die Engelsscheibe für die nächste Stadt ausgeschnitten, eine Aktion, bei der sich die Künstler über tatkräftige Mithilfe von Kindern freuen. Anschließend beginnt hier das interkulturelle Fest, das die Aktion insgesamt beschließen wird. Alle Interessierten sind eingeladen, mitzumachen.

Jetzt muss nur noch das Wetter passen. Aber wenn Engel reisen, sollte das schon klappen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen