Elisabeth und Balthasar Loch feiern Diamantene Hochzeit

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 Bürgermeister Karl Schober gratuliert Elisabeth und Balthasar Loch zu deren 60. Hochzeitstag.
Bürgermeister Karl Schober gratuliert Elisabeth und Balthasar Loch zu deren 60. Hochzeitstag. (Foto: Christian Flemming)
Christian Flemming

Sie waren noch Teenager, als die geheiratet haben, jetzt haben Elisabeth und Balthasar Loch ihre Diamantene Hochzeit gefeiert. Dazu hat Bürgermeister Karl Schober die offiziellen Glückwünsche und Blumen überbracht.

Was gab es schon groß an Gelegenheiten, sich kennenzulernen? Da gab es Tanzveranstaltungen und Kinobesuche. Meist in dieser Reihenfolge, denn wie im Falle von Elisabeth und Balthasar, war es nicht ganz einfach beim Tanzen, wenn ihre Großmutter – wie andere Mütter und Omas damals auch – mit Argusaugen darüber wachten, was sich auf der Tanzfläche bei den Jungen abspielt oder, mit ihren Augen gesehen, besser nicht abspielt. Da war das dunkle Kino später schon geeigneter, sich näher kennenzulernen. Genauso lief es bei den beiden im Banat ab, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Balthasar kam in Elisabeths Dorf zum Arbeiten und wohnte in der gleichen Straße wie sie. So sahen sie sich öfter, trafen beim Tanz aufeinander und so weiter. Elisabeth wuchs bei der Großmutter auf, nachdem die Mutter nach Russland verschleppt wurde und dort bald starb, der Vater hingegen vermisst war.

Flucht im Jahr 1979

Was folgte, war die Hochzeit, Balthasar zählte 19, Elisabeth 18 Lenze. Später bekamen sie eine Tochter. Die Zeit nach dem Krieg in Rumänien war hart. Unter der Diktatur Nikolae Ceauscescus litten Rumänen und noch mehr die dort verbliebenen Donauschwaben. Und so machte sich Balthasar 1979 mit einigen Kameraden auf, um in den Westen zu gelangen.

Was zunächst für drei Monate Aufenthalt in einem jugoslawischen Gefängnis führte, bis klar war, dass keiner wegen irgendwelcher Straftaten in Rumänien gesucht war. So gelangten sie schließlich in den Westen, ein Jahr später folgten Frau und Tochter.

So gelangte die Familie nach Sigmaringendorf, wo Elisabeth und auch Balthasar in der Textilbranche Arbeit fanden. Die Hausarbeit war gütlich geteilt, Elisabeth sorgte im Garten dafür, dass es Essbares gab, das Balthasar in der Küche zu Schmackhaftem zubereitete. Für Elisabeth war es immer wichtig, einen Garten zu haben. In dieser Zeit stellte sich auch heraus, dass Elisabeths Vater lebt. Dank der Hilfe des Roten Kreuzes fand sie ihn, in Schottland lebend. Beim ersten telefonischen Kontakt hielt er die Elisabeth aber für seine Schwester gleichen Namens, er war sich sicher, dass die Familie in Rumänien ausgelöscht war. So hatte er bei Glasgow eine neue Familie gegründet, die Elisabeth und Balthasar im Verlauf der folgenden Jahre öfters besuchten – eine Gänsehautgeschichte.

Aber zurück nach Deutschland und der Garten als tragendes Element für ein wohliges Zuhause: der war auch ein entscheidendes Kriterium bei der Suche nach einer Wohngelegenheit hier in Lindau und Umgebung vor fünf Jahren. Hier lebt die Tochter mit ihrer Familie und so stellt die Entfernung kein Hindernis mehr dar, sich oft zu sehen. In Oberreitnau wurden die Lochs fündig und in der Sonnenhalde freuen sich vermutlich die Nachbarn, wenn sie mit den köstlichen Tomaten aus Elisabeths Gewächshaus versorgt werden. Vor dem Haus hingegen ziert ein Blumengarten den Eingang. Ansonsten fiel die Wahl auf Lindaus dörflichen Ortsteil, „weil es hier alles in erreichbarer Entfernung gibt: Arzt und Lebensmittelladen“, loben sie die Vorteile dieses Ortsteiles. Soweit es geht, sind die beiden aber auch gerne unterwegs, Elisabeth ist viel bei Seniorentreffs und im Wallstüble, wo sie singt und häkelt, anzutreffen.

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