Elefantengras soll Heizöl sparen helfen

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Elefantengras soll Heizöl sparen helfen
Schwäbische Zeitung
Jürgen T. Widmer

Sie sehen, dass Sie nichts sehen – wer in einem Feld mit Elefantengras landet, hat Probleme, den Durchblick zu bewahren. Bis zu vier Meter hoch werden die Pflanzen, die in der Region immer häufiger zu sehen sind. Auf den ersten Blick wirken sie wie ein Verwandter des Schilfs, doch ihr Stängel ist hölzern und erinnert an Bambus. Elefantengras gilt als Energiepflanze und wird auch als solche angebaut.

„Allerdings eignet sich Elefantengras nicht für Biogasanlagen, dazu ist es zu holzig“, sagt Stefan Büchele. Der CSU-Stadtrat ist Bio-Obstbauer und Landwirt. Er baut Elefantengras auf insgesamt 7,5 Hektar an. Wenn das Gras mal seine volle Höhe erreicht hat, kann ein Hektar nach Angaben von Büchele 8000 Liter Heizöl ersetzen. Und: Elefantengras ist ein nachwachsender Rohstoff und damit CO {-2} -neutral.

Einmal aussähen, 20 Jahre ernten

Seit sechs Jahren pflanzt Büchele Elefantengras, aus ehemals 2,5 Hektar sind jetzt 7,5 geworden. Der Vorteil: Einmal ausgesät wächst das Elefantengras ungefähr 20 Jahre lang. „Das ist natürlich ein hervorragender Ertrag“, sagt Büchele. Allerdings muss das Elefantengras in den ersten drei Jahren dennoch gepflegt werden, schon, damit Unkraut es nicht im Wachstum behindert. Gedüngt muss das Gras nicht werden, was Kosten spart. Gepflanzt werden die Knollen am besten mit einer Kartoffellegemaschine.

Entscheidend ist allerdings, was sich hinterher aus den harten Stängeln machen lässt. In der Autoindustrie werden aus den Fasern Abdeckungen für den Innenraum hergestellt. Doch hauptsächlich wird das Elefantengras geschlendert und dann als Brennstoff verwendet. „Es lässt sich sowohl zu Briketts als auch zu Pellets pressen und dann verfeuern.“ Ob Pelletofen oder Hackschnitzelheizung – Elefantengras funktioniert als Brennstoff.

Umweltfreundliche Alternative

„Es lässt sich aber auch gehäckselt als Streu im Stall oder als Abdeckung im Garten beispielsweise zwischen den Blumen verwenden“, erzählt Büchele. Das passende Beispiel kann bei ihm auf dem Hof besichtigt werden. Auf dem Blumenbeet zeigen sich kein Unkraut, aber schon die ersten Frühlingsblumen.

Büchele sieht vor allem da, wo kleine Blockheizkraftwerke gebaut werden, die mehrere Häuser mit Wärme versorgen, eine Zukunft für den Brennstoff. „Elefantengras ist eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Brennstoffen“, gibt sich Büchele überzeugt.

So ergeben sich doch noch prächtige Aussichten

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