Eine Plattform für die ganze Familie

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Isabel Kubeth de PLacido

Mit 45 Ausstellern aus Industrie, Bildung, Behörde, Dienstleistung, Gastronomie und sozialen Trägern und sowie einem interessanten Rahmenprogramm mit Vorträgen rund um Ausbildung, Berufe und Weiterbildung hat zum zweiten Mal die „Berufemesse Bodensee“ in der Inselhalle stattgefunden. Auch wenn der ganz große Ansturm am Samstag des letzten Ferienwochenendes ausgeblieben ist, zeigten sich Besucher wie auch Aussteller zufrieden. Denn letztendlich gab es genau das, worauf es ankommt: Gute Gespräche.

„Die Berufemesse hat im Vergleich zur Bildungsmesse einen erweiterten Aspekt“, sagt Veranstalter Albert Schmid von der „A.&T. Schmid GbR Messe Süd“ und erklärt, dass sich die „Berufemesse Bodensee“ nicht allein nur an Schüler richtet, sondern „generationsübergreifend“ gedacht ist und „Synergieeffekte“ mit sich bringen soll. Egal, in welcher Phase des Lebens sich die Interessierten befänden, hier würden sie fündig. Die Tochter, die nach der Schule erst noch ins Ausland möchte, um als Au Pair zu arbeiten, der Sohn, der auf der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz ist, der Vater, der einen neuen Job sucht oder sich weiterbilden will und die Mutter, die, weil die Kinder schon groß sind, wieder zurück ins Berufsleben strebt. „Die Berufemesse ist eine Plattform für die gesamte Familie, wo jeder für sich was finden kann“, veranschaulicht Schmid das Konzept und räumt ein, dass dieses Grundprinzip auch Auswirkungen auf die Besucherströme habe. „Es ist nicht die Masse da, aber die Gespräche, die geführt werden sind richtig gut“, fasst er die Stimmung unter den Ausstellern zusammen.

Und tatsächlich. Im weitläufigen Foyer der Inselhalle herrscht eine entspannte Atmosphäre. In den Gängen, zwischen den Ausstellern aus den Bereichen Hochschule, Handel, Industrie, Gastronomie und Hotellerie sowie Behörden ist es ziemlich ruhig und es lässt sich ohne Gedränge und ganz in Ruhe die vielfältigen Angebote studieren. Am Stand des Bundesfreiwilligendienstes steht die Familie Mattern und unterhält sich angeregt mit Hans-Joachim Jung über die verschiedenen Möglichkeiten dieses zivilgesellschaftlichen Engagements. „Ich bin hier um mich umzuschauen“, sagt die 16-jährige Marilène, die zwar etwas weniger Zeit als ihre zwölfjährige Schwester Minette für die Berufswahl hat, aber bei der es doch noch nicht drängt. Es gehe ihr darum schon mal eine „Richtung“ zu finden, wohin es nach der Schule gehen könnte, sagt sie. Und dass die ganze Familie mit dabei ist, erklären Martina und Jürgen Mattern, damit, dass die Berufswahl doch „Familienangelegenheit“ sei. „Dass man sich um die Kinder kümmert, um ihnen eine gute Rampe für das Leben zu geben“ liegt für die Eltern, Martina und Jürgen Mattern, auf der Hand. Außerdem, so sagen sie, interessiere es sie auch zu erfahren, welche neuen Berufe es gebe.

Vorbei an der Caritas, dem diakonischen Institut für soziale Berufe, der EDEKA Handelsgesellschaft, Rose Plastic und der Lindauer Dornier führt der Weg zur MTU. Hier sind drei junge Damen in roten T-Shirts und ein junger Mann in ein Gespräch vertieft. Am Ende werden Hände geschüttelt und der aus Nigeria stammende Michael Ofurum erzählt, dass er sich für eine Ausbildungsstelle als Industriemechaniker interessiert. Warum bei MTU? „Weil es eine berühmte Firma ist, die auch international arbeitet“, sagt der 20-Jährige. „Wenn man da eine Ausbildung bekommt, lernt man viel.“ Seine Gesprächspartnerinnen, Sarah Roeck, Johanna Spill und Jennifer Ammann bestätigen wiederum, was schon der Veranstalter wusste. Nämlich, dass zwar „wenig los“ sei, dass viele junge Leute mit ihren Eltern vorbei geschaut hätten, und dass sich aber auch schon ein einzelner, „älterer Herr“ interessiert habe.

Sogar das Bundeskriminalamt präsentiert sich auf der Messe

Interessant ist die Fülle an Möglichkeiten auf dieser Berufemesse auf jeden Fall. Ob es nun die diversen Hochschulen sind, die sich mit ihren Fakultäten präsentieren, die Firmen, die Ausbildungsplätze zu ganz unterschiedlichen Berufen zu vergeben haben, oder aber soziale Einrichtungen, die neben pflegerischen Berufen auch Auslandsaufenthalte anbieten. Sogar die Bundespolizei und der Zoll präsentieren sich und das Bundeskriminalamt ist sogar aus Wiesbaden angereist. „Wir suchen vor allem Kriminalkommissare und freuen uns auf junge motivierte Menschen aus Lindau, die Lust haben bei uns anzufangen“, erklärt Sabrina Damrath vom BKA-Werbeteam. Begeistert ist sie nicht nur von der „sehr schönen Location“, den „gut vorbereiteten Besuchern“ sondern auch von den „qualitativ hochwertigen Gesprächen“, die sie und ihre Kollegen bereits geführt haben. „Es sind zwar relativ wenige Leute da, aber die, die da waren, waren gut. Von daher war die Messe für uns erfolgreich“, sagt sie. Ein Resumée, das auch andere Aussteller ziehen. Aber auch Besucher. So wie von der dreizehnjährigen Stefanie, die sich gerade von Jürgen Hübner und Dominik Nieß vom Ulmkolleg, der Berufsfachschule für Physiotherapie, Massage und Podologie, über die Ausbildung zum Physiotherapeuten informiert. „Es ist wirklich sehr viel geboten“, lobt ihre Mutter, Dagmar Brombeis.

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