Eine große Hommage an die Sängerin Barbra Streisand

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 Carolin Fortenbacher bietet eine hörenswerte Hommage an Barbra Streisand.
Carolin Fortenbacher bietet eine hörenswerte Hommage an Barbra Streisand. (Foto: Tanja Schittenhelm)
Tanja Schittenhelm

Zum wiederholten Mal ist Sängerin Carolin Fortenbacher zu Gast in Lindau und dieses Mal mit einem ganz besonderen Programm. Sie traut sich mit einer Hommage an die große Barbra Streisand heran. Die Operetten- und Musicaldarstellerin Fortenbacher, Jahrgang 1963, geht die Sache selbstbewusst an, wobei im Stadttheater zwei einmalige Künstlerinnen aufeinander treffen.

Ebenso wie bei Barbra Streisand, liegt Carolin Fortenbachers Stärke besonders in den großen Balladen. Zwei Charakterschauspielerinnen mit Hang zur Selbstironie und dem „ultimativen“ Glamour-Faktor und dazu frei nach Robert Redford ihr Lebensmotto: „Umarme stets das Risiko“. Begleitet wird der Abend neben ihr von Lutz Krajenski (Arrangements und musikalische Leitung, Piano/Keyboards), Achim Rafain (Bass) und Paul Kaiser (Schlagzeug).

Die Musiker legen sofort mit einem feinen Groove los und geben die Richtung vor, nämlich Musik mit Schwung und Präzision. So ist der erste Song kein geringerer als „Starting here starting now“.

Carolin Fortenbacher nähert sich der Streisand mit Hingabe und Respekt. Sie kann wirklich richtig singen und sie hat auch richtig Lust dazu, das hört man. Durch die frischen jazzigen Arrangements von Krajenski bekommen die Songs jedoch eine eigene, persönliche Note.

Bei „Evergreen“ fesselt sie mit ihrer gefühlvollen Stimme, während sie bei „Woman in Love“ stimmlich so richtig aufdreht. Mit einer gehörigen Portion Pathos singt sie „The Way we were“ und Songs wie „Evergreen“, „Somewhere“ oder „Papa can you hear me“ aus dem Film „Yentl“ bekommen ihren ganz eigenen Touch: Einflüsse aus dem Jazz, aber auch ganz moderne Sounds und Beats beflügeln die Musik und lassen dabei das Original nie vermissen.

Mit großer stimmlicher Qualität wirft sich Carolin Fortenbacher in die Songs von Barbra Streisand. Mit Hingabe, nicht heruntergesungen. Im Gegenteil: Fortenbacher interpretiert, sie lebt, sie liebt, sie leidet. Definitiv ein Höhepunkt: Fortenbacher wagt sich an Avinu Malkeinu – ein altes jüdisches Gebet – und das auf hebräisch, was für riesen Applaus sorgt und welches Streisand einst Schimon Peres zu seinem 90. Geburtstag sang.

Abgesehen von der Kleiderwahl – im Sitzen eher ungeeignet – und den „humorvollen“ erzählerischen Einlagen, die, mit Streisand verglichen, dann doch den Unterschied erkennen lassen, überzeugt Fortenbachers gewaltige Stimme auf jeden Fall die Zuschauer im sehr vollen Stadttheater.

Abgerundet durch ein stimmiges Lichtdesign und gut dosierten Bühnennebel und dem Song „Putting it together“ endet ein schimmernder musikalischer Abend.

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