Ein starker und ein ganz schwacher Auftritt

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 Zum Abschluss der Oberliga-Hauptrunde fahren die Islanders einen Sieg und eine Niederlage ein.
Zum Abschluss der Oberliga-Hauptrunde fahren die Islanders einen Sieg und eine Niederlage ein. (Foto: Betty Ockert)
Sportredakteur

Seitdem Islanders-Cheftrainer Chris Stanley seine Lindauer Mannschaft bei ihren Spielen auf dem Eis tatkräftig unterstützt, hat offiziell Niels Garbe beim Eishockey-Oberligisten vom Bodensee an der Bande das Sagen. Auftritte bei den Pressekonferenzen, um sich nach Spielschluss vor den Fans den Fragen der Journalisten zu stellen, hatte er zwar nur wenige bekommen. Doch teilt er sich, mit Stanley und dem Sportlichen EVL-Leiter Sascha Paul, die Arbeit beim Coachen und erlebt hautnah das Geschehen mit, wenn es um Tore und Punkte im Kampf um die Play-off-Teilnahme geht. Am Freitagabend im Heimspiel gegen den SC Riessersee war Garbe ab der 34. Spielminute fast pausenlos damit beschäftigt, den Spielern auf der Bank kräftig auf die Schulter zu klopfen und sie zu loben. Zu diesem Zeitpunkt, nach dem 1:0-Führungstreffer, begannen die Islanders, gegen die Gäste aus Garmisch ihre vorletztes Begegnung der Hauptrunde zu drehen. Am Ende hieß es 4:1 (0:0, 1:0, 3:1) für den EVL. Den Erfolg konnten die Lindauer am Sonntag, zum Abschluss der Hauptrunde, beim EC Peiting nicht wiederholen. Dort kamen sie mit 1:8 (0:2, 0:3, 1:3) unter die Räder – es war die höchste Niederlage der Mannen von Stanley in der laufenden Saison.

Drei Punkte waren am Freitagabend im Lager der Lindauer besonders auffällig: Zum einen kommt EVL-Zugang Viktor Lennartsson immer besser in Schwung. Nach seinen Wechsel mühte sich der schwedische Kontingentmann im Trikot der Islanders während der ersten Spielwochenenden zunächst redlich, blieb jedoch unterm Strich zunächst recht unauffällig und brachte nichts Zählbares zustande. Jetzt ist Lennartsson am Bodensee endgültig angekommen. Deutliches Indiz dafür war der Freitagabend: Da war er bei allen vier Treffern der Islanders an deren Zustandekommen beteiligt. Der aufsteigende Trend des Schweden ist auch mit ein Grund, warum die Lindauer endlich beim Toreschießen zulegen und zum zweiten Mal in Folge gleich viermal in der regulären Spielzeit trafen.

Überragender Lindauer Goalie

Der zweite Punkt ist David Zabolotny: Der EVL-Goalie präsentiert sich derzeit in bestechender Form. Gegen Riessersee lieferte er eine überragende Partie ab, hielt bis drei Minuten vor Ende seinen Kasten sauber und war ein sicherer Rückhalt.

Der dritte Punkt betrifft die Moral der Mannschaft. Sie wirkt, gegenüber den Vorwochen, gefestigter, gibt sich auch nach wiederholten Rückständen (wie etwa bei der knappen Penaltyniederlage zu Hause gegen Memmingen) nicht vorzeitig auf und schafft es, auch ein verkorkstes Eröffnungsdrittel im weiteren Spielverlauf wegzustecken. Letzteres war gegen den SC Riessersee zu sehen, der nach diesem Wochenende in den Play-downs mit den Top Acht der bayerischen Eishockeyligisten den Klassenerhalt versuchen muss.

Denn die recht junge SCR-Truppe aus Garmisch verbuchte vor der ersten Drittelpause ein klares Chancenplus, hätte locker mit ein, zwei Toren in Führung liegen können. Der EVL wirkte in dieser Phase auf dem Eis etwas behäbig. Das änderte sich im zweiten Durchgang, in welchem Filipp Stopinski zum 1:0 traf. Nun rissen die Lindauer das Spiel allmählich an sich und verwerteten gleich zu Beginn des Schlussdrittels ihr drittes Überzahlspiel des Abends eiskalt. Dominik Ochmann hämmerte den von Lennartsson servierten Puck ins Gästetor (43.). Als sich Kai Laux im Gewühl vor SCR-Goalie Elias Fischbacher in unwiderstehlicher Manier durchsetzte und zum 3:0 vollendete, war die Partie in der Eissportarena im Eichwald so gut wie gelaufen.

Zwar konnte Daniel Reichert in der 57. Minute für den SCR auf 1:3 verkürzen. Gästecoach Kink setzte nun alles auf eine Karte und wollte, bei eigenem Scheibenbesitz, Fischbacher für einen weiteren Stürmer aus dem Spiel nehmen. Doch der Garmischer Torhüter war noch nicht einmal vom Eis gerutscht, da zappelte der Puck schon im verwaisten Gehäuse. Den schnappte sich Sekunden zuvor Andreas Farny, fein bedient durch den aufmerksamen Zabolotny, der nach Erhalt das Spielgerät sofort nach vorne bugsierte. Der EVL-Kapitän ließ sich nicht zweimal bitten und netzte zum 4:1-Endstand ein.

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