Ein Netz, das viele spannen sollen

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Das Familienzentrum Minimaxi beherbergt ab sofort auch den Familienstützpunkt des Landkreises Lindau. Das Netz soll symbolisiere
Das Familienzentrum Minimaxi beherbergt ab sofort auch den Familienstützpunkt des Landkreises Lindau. Das Netz soll symbolisieren, dass er ohne Netzwerk nicht funktioniert. (Foto: Christian Flemming)
Christian Flemming

Das Sommerfest des Familienzentrums Minimaxi ist dazu genutzt worden, den neuen Familienstützpunkt des Landkreises offiziell einzuweihen. Dieser Familienstützpunkt ist ein niederschwelliges Angebot für alle Familien in Lindau und dient dazu, die Elternverantwortung zu stärken.

Verantwortlich für den Familienstützpunkt im Minimaxi ist der Fachbereich Jugend und Familie des Landratsamtes Lindau. Jürgen Kopfsguter, Leiter dieses Bereichs, fand in seiner Ansprache den Termin gut gewählt, denn es passe gut zur 70-Jahr-Feier des Grundgesetzes, das ja in Artikel 6 den besonderen Schutz der Familie beschreibe. Es sei das Recht, aber auch die Pflicht der Eltern, zu erziehen. „Wir müssen Familien dabei begleiten und unterstützen“, vor allem Familien, die in desolaten Verhältnissen lebten, so der Jugendamtsleiter. Genau da wolle der Landkreis mit dem Zentrum ansetzen und auch Geld zur Verfügung stellen. Mit Minimaxi habe der Landkreis einen tollen Kooperationspartner gefunden. „Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder im Landkreis gute Bedingungen haben, sich eigenständig und gut entwickeln zu können“, sagte er, dazu gehöre auch die Integration anderer Kulturen.

Katrin Höferlin, Geschäftsführerin des Minimaxi, erzählte, dass aus ihrer ursprünglichen Sicht das Minimaxi eigentlich schon seit Jahren das erfüllte, was der Familienstützpunkt darstelle. Denn Familien zusammenzubringen und Integration zu fördern, das sei einer der Schwerpunkte, die das Familienzentrum setze. Aber als sie sich weiter in das Thema vertiefte, habe sie erkannt, dass viel mehr dazu gehöre.

Aber auch die Verantwortlichen des Minimaxi fanden, dass das Zentrum dort gut aufgehoben sei. Das bestätigte auch Katrin Dorfmüller, die als offizielle Vertreterin der Stadt gekommen war: „Das Minimaxi ist der richtige Ansatz, denn es steht stets offen für neue Ideen.“ Sie sei froh, dass es dieses Angebot nun auch in Lindau gäbe. Die erste Vorsitzende des Minimaxi, Astrid Appl, freut sich ebenfalls über das Angebot. Selbst vor wenigen Jahren nach Lindau gekommen, freute sie sich über das niederschwellige Angebot des Minimaxi. „Es ist schön, wenn einen Menschen mit offenen Armen empfangen“, sagte sie.

Als Frau vor Ort wird Karin Stark mit einem, zumindest vorerst, schmalen Stundenbudget, tätig und hat laut Kopfsguter eine Riesenaufgabe vor sich. Neben ihrem Ferienbauernhof Karibu hatte sie weitere Erfahrungen als Sozialkraft in der Hoyrener Schule gesammelt und war daher gerne dem Ruf gefolgt, den Familienstützpunkt aufzubauen. Sie habe auch schon weitergehende Ideen. So bräuchte es eigentlich im Stadtgebiet mehrere Anlaufstellen, um den Familien weiter entgegenkommen zu können. Doch das sei erst einmal Zukunftsmusik.

Dass für ein Funktionieren des Stützpunktes mehr vonnöten ist als nur eine Kraft, symbolisierte Stark mit einem mitgebrachten Netz, das nur von vielen Händen gespannt werden kann. Hände, zu denen all die Anwesenden gehörten, die das notwendige Netzwerk bilden, um den Familienstützpunkt zu einer Erfolgsgeschichte werden zu lassen, wie zum Beispiel das im Westallgäu, das sich bereits seit einigen Jahren bewährt. So spannten neben den Verantwortlichen des Minimaxi, darunter Höferlin und die erste Vorsitzende Astrid Appl, Vertretern der Stadt, Katrin Dorfmüller als offizielle Vertreterin und die Stadtratskolleginnen Angelika Rundel und Jasmin Sommerweiß, vom Landkreis Jürgen Kopfsguter und Petra Maitra, Jugendsozialarbeiter Stefan Fürhaupter sowie von den Westallgäuern Astrid Atmanspacher und Olga Zehrer, um zumindest einige zu nennen.

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