Ein historischer Sieg

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Santeri Ovaska (vorne) und seine Teamkollegen bejubeln den 5:3-Sieg von Lindau über Landshut.
Santeri Ovaska (vorne) und seine Teamkollegen bejubeln den 5:3-Sieg von Lindau über Landshut. (Foto: CF)
Sportredakteur

Eine faustdicke Überraschung haben 515 Zuschauer am Mittwochabend in der Lindauer Eissportarena erlebt. 5:3 (2:2, 2:0, 1:1) hieß es am Ende der Oberligapartie zwischen den Islanders und dem EV Landshut. Der Sieg des „kleinen“ über den „großen“ EVL war absolut verdient. Die Mannschaft vom Bodensee traten mannschaftlich geschlossen auf und nutzten die Fehler der Gäste eiskalt aus. Zudem profitierten die Lindauer von den Undiszipliniertheiten der Niederbayern.

Landshut begann bärenstark, drückte die Gastgeber sofort ins eigene Drittel – und besorgte nach 1:37 Minuten durch Luis Schinko die 1:0-Führung. Doch ließ die Antwort von Lindau nicht lange auf sich warten: Exakt eine Minute später staubte Jan Hammerbauer, nach einem Schuss von Dominik Ochmann, eine verunglückte Abwehr von Gästegoalie Patrick Berger zum Ausgleich ab. Diesen großen – und weitere kleinere – Patzer ließ der Landshuter Gästecoach Axel Kammerer nicht auf sich liegen und wechselte Berger in der ersten Drittelpause gegen Maximilian Englbrecht.

Zu diesem Zeitpunkt stand es 2:2, die Partie war mittlerweile ausgeglichen. Zuvor netzte Alexander Ehl, sträflich ungedeckt, zur zweiten Gästeführung des Abends ein (10.). Doch auch hier glückte Lindau postwendend der Ausgleichstreffer. Herrlich legte Garrett Milan quer auf Andreas Farny, der einschob (12.).

Ausschlaggebend für die Niederlage der Landshuter war letztlich der Verlauf des Mitteldrittels. Hier hielten sich die Islanders schadlos, überstanden ein paar brenzlige Situationen in Unterzahl und legten mit 4:2 vor. Auf der anderen Seite verwerteten die Niederbayern nicht konsequent ihre Chancen. „Wir waren zwar optisch zumeist überlegen, jedoch nicht zwingend genug“, befand Kammerer nach der Niederlage.

Hinzu kamen die viel zu vielen Zwangspausen seiner Schützlinge. Bis zur 33. Minute geriet Landshut ganze sechsmal in Unterzahl bestehen, während der EV Lindau keine einzige Strafe kassierte – dafür jedoch zweimal Zählbares bejubeln konnte. Doppelt hierbei zur Stelle: Anthony Calabrese, Kontingentspieler in Reihen der Lindauer mit Offensivdrang. Erst lochte er von seiner Lieblingsposition im Überzahlspiel, in der Nähe der rechten Bande an der gegnerischen Blauen Linie, ein (21.). Genau zehn Minuten später schlug Calabrese nochmals zu.

Was folgte, waren teils wütende Angriffe der Landshuter, ohne jedoch die notwendige Präzision im Abschluss. Und wurde es doch mal vor dem Lindauer Kasten brandgefährlich, stand entweder ein Schlittsch, eine Kelle oder die Schoner des Lindauer Keepers Lucas Di Berardo dem Torerfolg im Wege. Letzterer bekam gegenüber David Zobolotny den Vorzug und machte ein ausgzeichnetes Spiel.

Als Christian Schmidt in erneuter Überzahl zum 5:2 einschob (51.), war die Vorentscheidung gefallen. Marco Baßlers Anschlusstreffer (55.) und die Herausnahme von Englbrecht in der Schlussminute waren zu wenig, um die Lindauer noch zu gefährden.

Nach zwei Jahren mit teils satten Niederlagen war es der erste Sieg einer Islanders-Mannschaft in der Oberliga gegen den EV Landshut überhaupt. Mit dem etwas überraschend klaren, jedoch absolut verdienten Heimerfolg von Mittwochabend kletterten die Islanders vor dem anstehenden Spielwochenende auf den neunten Tabellenplatz.

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