Ein fröhliches „Tadaaaaa!“ klingt über die Insel

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Super Cumbia und die Liga der Freunde gelten zu Recht als die Superhelden des Cumbia aus Chile.
Super Cumbia und die Liga der Freunde gelten zu Recht als die Superhelden des Cumbia aus Chile. (Foto: sd)
Susi Donner

So originell und vielfältig, so verträumt und farbenprächtig, wie die Werke von Friedensreich Hundertwasser Regentag Dunkelbunt im neuen Kunstmuseum am Inselbahnhof sind, so entspannt war die lange Kultur- und Einkaufsnacht, die zu Ehren des diesjährigen Kulturhöhepunkts gefeiert wurde.

Seit es in Lindau die erfolgreiche Sommerausstellung mit wechselnden legendären Künstlern gibt, seither veranstaltet das Kulturamt die Kultur- und Einkaufsnacht. In diesem Jahr ist alles ein wenig anders als gewohnt. Einerseits weil das Stadtmuseum Cavazzen umgebaut wird, die Kunstausstellung in ihr neues Quartier gezogen ist, und am Marktplatz deshalb nicht gefeiert wird. Dafür verbindet erstmals ein Programm am Rüberplatz den Bodensee mit der Innenstadt.

Und das kommt ohne Übertreibung mega gut an. Was wohl an der trefflichen Bandauswahl des Kulturamtes – namentlich Arnold Weiner und Ulrike Weiss liegt. Sie haben unter anderem die lebensfrohe, schrill bunte Band Super Cumbia und die Liga der Freunde aus Chile eingeladen, die sehr zu Recht als die Superhelden des Cumbia gelten. Die Gäste am Hafen tanzen mit einer Ausgelasenheit, die schon beim Zuschauen Laune macht. So geht es Lilia und Karsten Kämpfe aus Nürnberg. Sie sitzen gemütlich in einem der originellen weißen Zelte auf Strohballen und genießen. Sie sind auf einer Radtour um den Bodensee und machen extra Zwischenstopp, um in Lindau mitzufeiern. „Wir sind so begeistert, dass wir im kommenden Jahr wiederkommen wollen“, erklären sie.

Ein schönes Spektakel

„Tadaaaaa!“, erklingt es ein paar Meter weiter. Beim Mangturm hat sich eine große, fröhlich lachende Menschenmenge versammelt und schaut belustigt dem Straßenkünstler-Duo Alegro Andante bei ihren witzigen Clownereien zu. Die beiden eröffnen das Lindauer Hafenspektakel Show-up, das an den kommenden beiden Samstagen fortgesetzt wird.

Derweil sitzen Uli Beinder und ihre Freundinnen Petra, Sabine, Nadja und Claudia im Straßencafé und schlürfen ihren Aperol Spritz. Sie erklären, dass sie auf der langen Kultur- und Einkaufsnacht unterwegs sind, weil sie die Insel unterstützen wollen. „Und außerdem haben wir jede Menge Spaß. Wir feiern unseren Mädelsabend, hören Musik und natürlich shoppen wir auch.“ Wer in die Läden hineinschaut, versteht das gut. Die Inseleinzelhändler haben sich ein schönes Programm für die Kunden ausgedacht. Die Läden sind hübsch dekoriert, wie die Fußgängerzone einladend beleuchtet und aus vielen klingt leise Musik. Verlässt man die Hauptader der Insel und bummelt durch die schmalen Quergassen, bietet sich dasselbe entspannte Bild. Wie beispielsweise in der Krummgasse, zwischen Ober-Orthopädie und Da Leone. Am Alten Rathaus spielt die Live-Band Acoustic-Affair vor großem Publikum, das sich verträumt zur weichen Stimme von Caroline Wetzel wiegt.

Wer sich für diesen Abend den Besuch der Hundertwasser-Ausstellung vorgenommen hat, findet eine lauschige Kulisse vor: das mystisch illuminierte alte Postgebäude. Die schnuckelige kleine Bar, aus der Leif und Niklas, zwei charmante junge Männer, blau-grüne Cocktails herausreichen. Und dazu junge und moderne Musik. Also gibt es einen Abstecher über ein quietschebuntes Getränk – so machen das jedenfalls die Freundinnen Nathalie und Fiona – und dann nichts wie hinein, über den roten Teppich, in die Wunderwelt des außergewöhnlichen Künstlers. Übrigens: Über das Festland und das Umland geht am späteren Abend ein heftiger Regenguss nieder. Auf der Insel bleibt es trocken …

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