Ehrenamtliche Helfer sind willkommen

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 Die neue und alte Vorstandschaft des Kinderschutzbundes Lindau (vorne von links): Margit Moll, Christian Bohn, Manfred Pfad, Si
Die neue und alte Vorstandschaft des Kinderschutzbundes Lindau (vorne von links): Margit Moll, Christian Bohn, Manfred Pfad, Sigrid Walz und Birgit Dietlein-Rauschenbach sowie (hinten von links) Karin Eigler, Kathrin Schnegans und Christine Wörsching. (Foto: Tanja Schittenhelm)
Tanja Schittenhelm

Der Kinderschutzbund ist ü̈berall dort zur Stelle, wo schnelle, kurzfristige und unbü̈rokratische Hilfestellung vonnöten ist. Doch nicht nur das. Damit es erst gar nicht so weit kommt, leistet der in erster Linie ehrenamtlich tätige Verband noch einiges mehr. Das jedenfalls wurde wieder einmal bei der diesjährigen Hauptversammlung klar, zu der nicht nur zahlreiche Mitglieder, sondern auch viele Vertreter von kooperierenden Einrichtungen sowie die stellvertretende Landrätin Margret Mader in die Räume in der Kemptener Straße gekommen sind.

Die Vorsitzende Birgit Dietlein-Rauschenbach bot in ihrem Rückblick auf das vergangene Jahr einen Einblick in die Tätigkeitsfelder des Kinderschutzbundes Lindau und sendete gleichzeitig einen Appell an ihre Mitmenschen mit dem Aufruf und der Suche nach neuen ehrenamtlichen Helfern. „Mit 132 Mitgliedern und 29 Ehrenamtlichen, die in rund 1000 Arbeitsstunden in unterschiedlichen Kooperationen 2018 13 Projekte für Familien gestalteten, ist unser Verein zwar gut aufgestellt, es gibt aber noch jede Menge Luft nach oben. Denn die ehrenamtliche Tätigkeit soll keine Belastung sein, sondern vielmehr Freude bereiten und einen erfüllen“, sagte Dietlein-Rauschenbach. Des Weiteren berichtete die Vorsitzende über Aktionen wie die Lesungen an drei Schulen mit der aus dem Iran stammenden Autorin Mehrnousch Zaeri Esfahani (in Kooperation mit der evangelischen Christuskirchen Gemeinde), die es schaffte, die Kinder mit ihrem Buch von der ersten Minute an in ihren Bann zu ziehen.

Mehr als 60 Kopfkränze und Fahnensträuße gestalteten viele fleißige Hände zum Kinderfest in Zusammenarbeit mit dem Verein Haug am Brückele und Lindauer Gärtnereien sowie Spenden von Privatpersonen. Am ersten Familientag in der Freien Schule beteiligte sich der Kinderschutzbund und bot die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen.

Ein voller Erfolg war auch 2018 wieder der Weihnachtsmarkt in Nonnenhorn, wobei trotz warmem Wetter gute Einnahmen durch den Verkauf von Waffeln und Getränken erzielt werden konnten. Auch die Weihnachtsbaumaktion, wo sich Familien, die einen Baum benötigen, melden können, wurde wieder dankend angenommen.

Projekte und Kurse

Neben der vereinsinternen Arbeit engagiert sich die Vorstandschaft auch in Arbeitskreisen wie Medienkompetenz, „Wege aus der Gewalt“, „Lindauer Weg“, im Jugendhilfeausschuss sowie im Arbeitskreis „Umgang“, mit Pflegekindern sowie beratend in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.

Christine Wörsching, Projektkoordinatorin und „Geschäftsführerin“ des Kinderschutzbundes Lindau bot einen Überblick über aktuelle Projekte wie beispielsweise das Mutter-Kind-Wohnprojekt in Zech fü̈r junge Mü̈tter in Notsituationen und die Babysittervermittlung mit 23 Vermittlungen im vergangenen Jahr. In den Großtagespflegen Bodolz, Insel und Zech wurden 25 Kinder in der Tagespflege betreut und 17 Kinder bei Tagesmüttern untergebracht. Mit dem Projekt „Eltern auf Probe“ konnten 35 Schüler in Kursen an der Antonio-Huber- und der Mittelschule in Weiler erreicht werden. „Das Demokratieprojekt in der Mittagsbetreuung der Inselgrundschule, in dem die Kinder eigene Spiele entwickeln können, war ein großer Erfolg und kann auch an anderen Schulen umgesetzt werden“, sagt Christine Wörsching.

Auch gab es 45 Literaturpädagogische Projekte zur Leseförderung, mit Leseclubs und Lesepaten. 172 Kinder nahmen an der Ferienbetreuung in Zusammenarbeit mit der Stadt Lindau und der Gemeinde Wasserburg teil, die unter dem Thema „Wunder, Natur & Technik“ den natürlichen Entdeckerinstinkt weckte. Das Jugendprojekt „media.labs“ für Kinder ab zehn Jahren in Kooperation mit der Stadtbücherei wurde direkt sehr gut angenommen. Ebenso wie auch wieder die Rockzipfelgruppe, die 138 Familien betreute, darunter 55 mit Migrationshintergrund. Dafür sucht der bund dringend nach neuen Räumen für die Gruppe auf der Insel, da die alten nach einem Wasserschaden in den Ferien beschädigt wurden. Weitere Angebote sind die pädagogische Qualitätsbegleitung, die den Einstieg in die Kita erleichtert oder der Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“.

Bei den Neuwahlen wurde Birgit Dietlein-Rauschenbach einstimmig als Vorstandsvorsitzende in ihrem Amt bestätigt. Den zweiten Vorsitz ü̈bernimmt ab sofort Manfred Pfad. Als Beisitzer konnte Sigrid Walz erneut für die Vorstandschaft gewonnen werden, neu im Team ist dagegen Christian Bohn. Kathrin Schnegans ist mit viel Dank fü̈r ihre bisherige Tätigkeit verabschiedet worden, bleibt dem Kinderschutzbund aber weiterhin treu. Schatzmeisterin Margit Moll wird von nun an beratend für den Verein tätig sein. Da die Vielzahl an administrativen Aufgaben ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen sind, erfolgt eine Anstellung durch Trägerschaften. Die Satzungsänderung hierfür wurde einstimmig beschlossen.

Und dass die Arbeit des Kinderschutzbundes im vergangenen Jahr „zwar arbeitsreich, aber auch sehr erfolgreich“ war, wie Dietlein zusammenfasste, zeigte sich auch in finanzieller Hinsicht. Denn dank der Mitgliedsbeiträge, Spenden, Kuchenverkäufe und Bußgelder betrugen die Einnahmen mehr als die Ausgaben fü̈r Versicherungen, Mieten oder Fortbildungen, sodass der Verband das Jahr mit einem Überschuss von gut 20 000 Euro abschloss.

„An das umfangreiche, vielseitige Engagement in Arbeitskreisen, Trägerschaften, Projekten sowie Angeboten fü̈r Familien in Lindau wollen wir anknü̈pfen“, sagte Dietlein-Rauschenbach.

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