Doschka macht noch ein Jahr weiter

Lesedauer: 4 Min
Das M;useumsteam freut sich über 58000 Besucher in der Ausstellung "Sternenächte" mit Werken von Joan Miró. (Foto: Chjristian Flemming)
Schwäbische Zeitung
Jürgen T. Widmer

„Überwältigend.“ So beschreibt der Leiter des städtischen Kulturamts, Alexander Warmbrunn, den Erfolg der Miró-Ausstellung im Lindauer Stadtmuseum, die am Sonntag zu Ende gegangen ist. 58000Besucher lockten die Werke des katalanischen Malers ins Stadtmuseum, den Cavazzen. Insgesamt 650 Führungen durch die Ausstellung fanden ihr Publikum.

Besonders stolz ist Warmbrunn darauf, dass 300 Schulklassen und Kindergartengruppen das museumpädagogische Angebot nutzten. „Wir wollen junge Menschen mit großer Kunst zusammenbringen, das hat aus unserer Sicht hervorragend funktioniert.“ Das museumspädagogische Angebot sei eine wichtige Stütze in der Konzeption des Stadtmuseums, fügt er an.

Keine Selbstverständlichkeit

Nun sind 58 000 Besucher seit 24.April für einen eher sperrigen Künstler wie Joan Miró keine Selbstverständlichkeit. Der ungleich populärere Pablo Picasso lockte vor zwei Jahren 50 000 Besucher ins Museum, Marc Chagall im Vorjahr sogar 75000.

„Bei Miró waren unsere Erwartungen viel bescheidener“, sagt Warmbrunn. „Intern wären wir mit 28000 bis 30000 Besuchern zufrieden gewesen“, fügt er hinzu. „Ich glaube, mittlerweile haben sich die Ausstellungen in Lindau fest etabliert. Die Menschen wissen, dass sie hier eine gute Qualität geboten bekommen“, sagt er. Bei der ersten Ausstellung mit Picasso hätte das Publikum noch nicht genau gewusst, was auf es zukomme, so Warmbrunn. Dies sei jetzt anders und somit der Grund dafür, dass Miró so viele Menschen angezogen habe.

„Davon profitiert auch die ständige Sammlung. Die meisten Besucher kaufen eine Kombikarte und bummeln dann noch durch die stadtgeschichtliche Sammlung“, sagt er. Für das Museumsteam sei dies ein schöner Erfolg, der aber nur durch das Engagement aller Beteiligten erreicht werden konnte. „In drei Jahren mehr als 180 000 Besucher zu haben, ist für ein so kleines Museum eine Herausforderung“, lobt Warmbrunn das komplette Team.

Kurator hat bereits Idee für 2014

Angesichts des Erfolgs wird es mit den Ausstellungen auch weitergehen. Denn Roland Doschka, umtriebiger Kurator mit exzellenten Kontakten zu den Leihgebern, hat auch für das kommende Jahr zugesagt. „Wir haben auch bereits eine Idee, aber noch müssen einige Gespräche geführt werden“, vertröstet Warmbrunn jene, die gern wüssten, was im kommenden Jahr im Museum hängen wird.

Ein Grund ist der immer aufgeregter agierende Kunstmarkt: explodierende Versicherungssummen für Kunstwerke, immer noch strengere Auflagen bei den Transporten. „Zudem befinden wir uns natürlich in einer Konkurrenzsituation mit anderen Museen“, fügt Warmbrunn noch an.

Hier sollen Doschkas Verbindungen wieder helfen. Damit auch das Fazit zur Ausstellung 2014 wieder lauten kann: Überwältigend.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen