Diese Lindauerin spielt in der Eishockey-Nationalmannschaft

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Kim Bürge hat mit drei Jahren Schlittschuhlaufen gelernt. Inzwischen spielt die Lindauerin in der U16-Nationalmannschaft.
Kim Bürge hat mit drei Jahren Schlittschuhlaufen gelernt. Inzwischen spielt die Lindauerin in der U16-Nationalmannschaft. (Foto: pr)
Susanne Backmeister

Drei Tage bevor es losgeht ist Kim Bürge ist noch ganz gelassen. „Da ist schon was drin“, sagt die 14-jährige Lindauerin zuversichtlich. Dabei spielt das Eishockeytalent an diesem Wochenende mit der U16-Nationalmannschaft ein großes Turnier. Im tschechischen Besenov geht es gegen Tschechien, Österreich und die Schweiz.

Kim Bürge spielt hauptsächlich im Sturm links. „Da ist viel Laufen notwendig“, erklärt die Schülerin, die mit acht Jahren beim EV Lindau Islanders begann. Auslöser dafür war ihr älterer Bruder, der bereits im Verein spielte. „Ich habe mit drei Jahren zusammen mit meinem Bruder Schlittschuhlaufen gelernt. Er hat damals die Jungs vom Eishockey immer bewundert,“ erinnert sich Kim Bürge. Während ihr zwei Jahre älterer Bruder Reto vom Eishockeyvirus sofort infiziert war, brauchte es bei Kim noch weitere fünf Jahre, bis das Eishockeyfieber auch sie packte. Weil in Lindau der Mädchennachwuchs Mangelware ist, lernt sie den Sport im Verein mit den Jungs zusammen auf dem Eis.

Im Sommer letzten Jahres nahm sie an einem Sichtungstraining im Bundesleistungszentrum für Eishockey in Füssen teil – und beeindruckte, denn für August folgte die Einladung zu einem Sichtungslehrgang nach Füssen. Bereits im September 2019 war sie beim U16-Länderspiel in Selb und im Dezember in Mulhouse in Frankreich dabei. Zusammen mit 20 Spielerinnen und zwei Torhüterinnen aus ganz Deutschland ging es vor vier Wochen nach Lausanne zu den Olympischen Jugend-Winterspielen. „Wir sind leider vor dem Halbfinale ausgeschieden“, sagt Bürge. Für sie zählt aber die Erfahrung.

Dafür trainiert sie im Winter täglich. Jeden Tag ist neben dem Gymnasium eine Stunde Athletik und danach mehr als eine Stunde Training auf dem Eis angesagt. Aber sie kennt das schon. Auch ihr Bruder Reto spielt inzwischen beim EV Lindau in der U17-Bayernliga. Vater Andreas Bürge ist seit mehr als acht Jahren Jugendleiter beim EV Lindau. Er kümmert sich um alles Organisatorische und ist an den Wochenenden mit seinem Sohn bei den Spielen dabei. Mutter Bettina Bürge begleitet ihre Tochter und erledigt den aufwendigen Papierkram. Die Wochenenden der Familie seien im Winter damit immer schön verplant: „Wenn wir das Eishockey nicht hätten, würde uns im Winter etwas fehlen,“ sind sich die Bürges einig.

Dabei kamen die berufstätigen Eltern durch ihre Kinder zum Eishockey. Bettina Bürge erinnert sich: „Anfangs war ich nicht so begeistert, dass mein Sohn Eishockey spielen will. Ich dachte, das ist nichts für ihn.“ Inzwischen sieht sie das anders: „Eishockey ist ein richtig toller Sport. Man muss mega gut Schlittschuh laufen, und die Kinder lernen durch den Sport sich durchzusetzen und sich selbst zu organisieren.“ Auch die Verletzungsgefahr der Kinder sei eher gering. Kim kann sich an keine nennenswerte Blessur erinnern. Vater Andreas erklärt, woran das liegt: „Die Mädchen dürfen sich nicht ,checken‘, dafür aber abdrängen.“ Es geht also etwas weniger rau zu bei den Frauen.

Ein Traum von Kim Bürge ist es, für den ECDC Memmingen zu spielen, dessen Frauenmannschaft die Bundesliga dominiert und seit drei Jahren deutscher Meister ist. „Memmingen wäre ein Ziel. Denn auf keinen Fall will ich mit dem Eishockey aufhören.“

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