Die Wahllokale waren in Lindau zumeist leer

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Wie hier in der Reutiner Schule hatten die Wahlhelfer in den Wahllokalen am Sonntag nicht viel zu tun. (Foto: cf)
Redaktionsleiter

Die Wahlbeteiligung bei den Stadtratswahlen ist auf einen Tiefpunkt gesunken. Nur gut 8400 Frauen und Männer haben ihre Stimme abgegeben. Das sind fast tausend weniger als vor sechs Jahren. Die Wahlbeteiligung ist damit auf 42,5 Prozent gesunken.

Drastisch gestiegen ist dagegen die Zahl der Briefwähler: Fast 5200 Lindauer haben in Ruhe daheim gewählt, das sind mehr als zweitausend mehr als vor sechs Jahren. Die Zahl der Urnenwähler ist allerdings um dreitausend auf gut 3200 abgestürzt.

Weil die Stadt nicht mit diesem Ansturm auf die Briefwahl gerechnet hatte, mussten die Wahlhelfer in den Briefwahllokalen bis nachts um 2 Uhr auszählen. „Das ist ein Knochenjob“, weiß Wahlleiter Thomas Nuber, der darauf verweist, dass es sechs Stunden dauert, wenn ein Team für jeden mehr als 350 Stimmzettel nur eine Minute braucht.

Die Sitzverteilung zwischen den Parteien stand am Sonntag schon recht früh fest: Nach 22 Uhr hat sich daran nichts mehr geändert. Die CSU erhält 23,8 Prozent und damit sieben Sitze. Die BL kommen auf 15,9 Prozent und erreichen fünf Sitze. Die SPD erreicht mit 13,8 Prozent vier Sitze. FB und JA erreichen jeweils 10,3 Prozent und damit ebenso drei Sitze wie die LI, die auf 10,2 Prozent kommt. Es folgen ÖDP mit 5,8 Prozent und FW mit 5,3 Prozent, was je zwei Sitze bedeutet. Die FDP erreicht mit 4,5 Prozent einen Sitz.

Betrachtet man die politischen Lager, ergibt sich folgendes Bild: CSU, JA, FB und FDP kommen zusammen auf 14 Stimmen und haben damit ebenso keine Mehrheit, wie BL, SPD und ÖDP, die auf elf Stimmen kommen. Wer etwas durchsetzen will, muss sich künftig also übergreifend Mehrheiten suchen.

Bei den absoluten Stimmen hat die CSU am meisten verloren: 33000 Stimmen weniger bedeuten den Verlust von fünf Sitzen. Zum Teil gleicht die JA den Verlust aus, die vor allem dem eigenen Parteinachwuchs kommt, und 23000 Stimmen gesammelt hat.

Die FW sind von 29000 auf 12000 Stimmen abgestürzt, während Jürgen Müllers LI aus dem Stand 23000 Stimmen erreicht hat.

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