Die Therme wird vielleicht billiger als gedacht

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Innen- und Außenbecken sowie die Gestaltung der Außenanlagen im Strandbad und im abgeschlossenen Saunabereich zeigt dieser neue
Innen- und Außenbecken sowie die Gestaltung der Außenanlagen im Strandbad und im abgeschlossenen Saunabereich zeigt dieser neue Plan von Investor Andreas Schauer. (Foto: Plan: Schauer & Co.)
Redaktionsleiter

Die Entscheidung über die Therme Lindau steht kurz bevor. Und auch wenn sich andeutet, dass das neue Bad für die Stadt vielleicht sogar billiger wird als die bisher berechneten 1,3 Millionen Euro pro Jahr, so wird manch einer angesichts der gewichtigen und teuren Entscheidung nervös. Darauf lässt die Stadtratssitzung vom Mittwochabend schließen.

Zu entscheiden gab es am Mittwoch nichts. Allerdings stellte Investor Andreas Schauer die neuesten Pläne des im Eichwald geplanten Bades vor. Außerdem informierten Fachberater über Verträge und Zahlungsflüsse. Die Stadträte hörten außerdem, was noch fehlt und wo es Probleme gibt. Dennoch plant die Verwaltung die Entscheidung über die Therme in einer Sondersitzung des Stadtrats am 9. Mai.

Möglichkeiten für Parkplätze werden geprüft

Vor allem die nicht geklärte Frage, wo die Parkplätze für das neue Bad entstehen sollen, ließen Stadträte kritisch nachfragen. Denn ohne die Parkplätze kann es keine Baugenehmigung geben. Doch Investor Schauer wollte keine halbfertigen Lösungen vorlegen. Fakt ist, dass es wohl keinen Parkplatz auf dem früheren Bahngelände geben wird, weil der Eigentümer für das Grundstück zu viel Geld verlangt. Nun prüfe man verschiedene Möglichkeiten für die Parkplätze und werde rechtzeitig genehmigungsfähige Pläne vorlegen, versicherten Schauer und Lindaus Stadtplaner Christian Herrling.

Das Thema der Liegewiese und der Ausgleichsflächen im Bereich des Eisstadions ist für die meisten Stadträte erledigt. Lediglich Jürgen Müller (LI) und Uli Jöckel (FDP) hakten dort nochmal ein, ebenso übrigens wie einige Bürger, die sich von Schauer vor der Sitzung im Alten Rathaus die Pläne erläutern ließen. Doch nach vielen Gesprächen mit dem Landratsamt komme eine Umplanung nicht mehr in Frage.

Die Räte hörten von Fachberatern ausführlich, was in den umfangreichen Vertragswerken zwischen Stadt und Schauer stehen wird. Am Rande wurde deutlich, dass die Kostenbelastung der Stadt möglicherweise deutlich unter dem bisher genannten Budget von 1,3 Millionen Euro liegen wird. Doch das steht noch nicht fest, deshalb wollte sich niemand zu früh freuen.

Der Investor stellt die Vertrauensfrage

Die meisten Räte stellten Verständnisfragen und ließen sich Details erläutern. Nachdem Jürgen Müller erneut seien grundsätzliche Ablehnung der Therme deutlich gemacht hatte und andere Räte geplante Regelungen der Verträge in Frage stellten, stellte Schauer quasi die Vertrauensfrage. Angesichts einer auf 40 Jahre geplanten Vertragsdauer und einigem Gegenwind aus dem Landratsamt sollten sich beide Seiten als Partner sehen. Er sei deshalb erheblich in Vorleistung gegangen, indem er Büros mit Detailplanungen beauftragt habe, über Parkplätze und Baurecht verhandele, obwohl er noch keinen Vertrag mit der Stadt hat. „Wenn das von Ihnen mit Misstrauen beäugt wird, dann ist das nicht gut.“ Wenn das Misstrauen so groß sei, dann sollten die Räte das sagen und die Zusammenarbeit aufkündigen.

OB Gerhard Ecker erklärte die Nervosität mit der bevorstehenden Entscheidung. Er habe Vertrauen in diese Partnerschaft. Aber er fügte mit Blick auf Müller hinzu: „Sie wissen selber, dass es hier jemanden gibt, der das Bad verhindern will.“

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