Die Familie bleibt zusammen: Andreas und David Farny verlängern bei den Islanders

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Lindauer Zeitung

Es gibt sie noch, die erfreulichen Botschaften im Sport. Während derzeit die Wettbewerbsabsagen und finanziellen Probleme der Clubs aufgrund des Coronavirus die Schlagzeilen dominieren, vermelden die EV Lindau Islanders am Dienstagabend eine für sie mehr als positive Nachricht: Beide Farny-Brüder bleiben dem Lindauer Eishockey treu. Kapitän und Stürmer Andreas Farny verlängert seinen Vertrag sogar um drei weitere Spielzeiten. Sein jüngerer Bruder, Verteidiger David Farny, unterschrieb einen Kontrakt über die kommenden zwei Jahre.

Gerade mit der langfristigen Vertragsverlängerung ihres Kapitäns Andreas Farny setzen die Verantwortlichen der Islanders ein deutliches Zeichen, dass es ihnen Ernst ist mit dem Ziel, mehr Kontinuität in die Mannschaft zu bekommen. Nach dem Karriereende von Rekordspieler Tobias Fuchs hat der EVL somit eine wichtige Identifikationsfigur gebunden. Der 27-jährige Stürmer geht im Herbst bereits in seine fünfte Saison bei den Lindauern, für die er bereits mehr als 200 Spiele absolvierte. Vor der Saison 2016/2017 von den Ravensburg Towerstars zu den Lindauern gekommen, hat sich Farny von Jahr zu Jahr gesteigert und hat sich in seiner mittlerweile zweiten Saison als Kapitän als wichtiger Führungsspieler etabliert. „Andy ist ein Schlüsselspieler für die Islanders. Er hat sich außerdem zu einem richtigen Leader sowohl auf dem Eis als auch in der Kabine entwickelt und es ist toll, ihn langfristig hier in Lindau halten zu können“, wird der Sportliche Leiter Sascha Paul in einer Mitteilung zitiert. „Ich freue mich, dass sich Andy als Kapitän gleich weitere drei Jahre zum EVL bekennt – es passt bei uns einfach menschlich und sportlich, dazu hat er sich zu einem super Kapitän entwickelt und ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Vorstand und dem Team“, so der Vorsitzende Bernd Wucher. „Was mir an Andy besonders gefällt, ist der duale Weg. Er lebt unseren jungen Spielern gut vor, wie man neben der Arbeit auch im semiprofessionellen Bereich erfolgreich Eishockey spielt.“

Ebenfalls im Trikot der EV Lindau Islanders bleibt Bruder und Verteidiger David Farny. Der 20-Jährige, der gerade seine zweite komplette Saison im Erwachsenenbereich hinter sich gebracht hat, unterschrieb bei den Islanders einen Vertrag für die kommende Saison. „Er hat einen großen Schritt in seiner Entwicklung gemacht. David hat Checks gefahren wie kein anderer in der Mannschaft und hat sich mit seiner Einstellung und seinem Willen den Platz in der Mannschaft mehr als verdient“, meint Sascha Paul. David Farny kam in der Saison 2018/19 aus dem Nachwuchs des Augsburger EV direkt an den Bodensee, wo er die große Möglichkeit sah, sich weiterentwickeln zu können. Auch, dass er hier mit seinem Bruder Andreas zusammenspielen kann, war ein weiterer Grund für den Wechsel nach Lindau. „David ist ein körperbetonter Spieler, den wir unbedingt in Lindau halten wollten. Auch er wird jetzt den semiprofessionellen Weg angehen und neben dem Eishockey als Nachwuchstrainer und Schultrainer große soziale Verantwortung im Verein übernehmen – solche Verpflichtungen sind wichtig für den EVL und die Nachwuchsspieler“, sagt Michael Meßmer, zweiter Vorsitzender der EV Lindau Islanders.

Geht es nach den Vereinsverantwortlichen, ist der Verbleib der Farnys erst der Anfang. „Mit weiteren Spielern aus dem aktuellen Kader laufen aktuell positive Gespräche über Vertragsverlängerungen, welche die Islanders zu gegebener Zeit bekannt geben werden“, teilt der Verein mit. Sicher ist bereits, dass auch Stürmer Florian Lüsch in der kommenden Saison für die Lindauer auf Torejagd gehen wird. Der 26-Jährige, der ebenfalls wie die anderen beiden den dualen Weg eingeschlagen hat und momentan neben dem Eishockey eine Ausbildung absolviert, hat noch einen gültigen Vertrag.

Doch nur gute Nachrichten gibt es auch bei den Lindau Islanders nicht. Neben den erfreulichen Vertragsverlängerungen müssen sie auch einen schmerzhaften Abgang vermelden: Jan Hammerbauer wird die EV Lindau Islanders verlassen und innerhalb der Oberliga wechseln. Wohin? Das zu verkünden, will der EVL dem neuen Arbeitgeber überlassen, wie Bernd Wucher auf Nachfrage erklärt. Er zeigt sich aber sichtlich enttäuscht: „Jan Hammerbauer und seiner Familie hat es in Lindau sehr gut gefallen. Die Verantwortlichen wundern sich hier schon ein wenig, wie ein anderer Verein aus der Oberliga Süd in der momentanen Situation um die Absage der Play-offs wegen des Coronavirus ein wirklich gutes und perspektivisches Angebot wie das der Islanders noch toppen kann. Wir sind trotz seiner noch nicht auskurierten Verletzung ans absolute Limit und für die EV Lindau Islanders Machbare gegangen“, meint Wucher, der nun einen Ersatz für den besten Lindauer Torschützen der Hauptrunde finden muss.

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