Die Bullis geben sich ein Stelldichein

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Drei Spielarten einer riesigen Vielfalt und drei Generationen: T1, T3-Syncro mit Allradantrieb und ein getunter T4. Auf dem Plat (Foto: Lydia Schäfer)
Schwäbische Zeitung
Lydia Schäfer

Treffen der Generationen: Das klingt ganz nach einem Titel der alten Serie „Raumschiff Enterprise“. Doch in diesem Fall fand das Treffen auf dem Campingplatz Gitzenweiler Hof statt, und die Hauptdarsteller waren Bullis und Busse. Zum vierten Mal organisierten die VW-Bus-Freunde Bodensee ein Wochenende auf dem Campingplatz und ihrem Ruf folgten 176 Busse aus ganz Deutschland, der Österreich und der Schweiz.

Ein Bulli darf sich dann so nennen, wenn er den Motor hinten hat, sagen Einige. Diese wurden von 1950 bis 1992 gebaut und haben die Typenbezeichnungen T1, T2 und T 3, haben ihren Motor hinten. Das erkennt der Laie an der flachen Front.

Danach folgten die T4 und T5 Busse, hier sitzt der Motor vorn, und die Schnauze fällt schräg nach vorne ab. Wie auch immer – vertreten waren sie alle, mit den unterschiedlichsten Ausbauten – ob als Nutzfahrzeug oder Campingbus.

Gemeinsam hatten die Teilnehmer ihre Liebe zu ihren fahrbaren Untersätzen. So wie Frank Kämpfe aus Ravensburg, der mit seinem T2 auf dem Gitz war. Dieser Bau-Typ löste 1967 die T1 Baureihe ab. Der Ravensburger hat ihn zum Campingbus ausgebaut, um mit seiner Familie Urlaub zu machen. Dabei hat er darauf geachtet, die typischen Merkmale der alten Baureihe zu erhalten.

Das schließt auch die Lackfarbe ein: Orange und weiß, einige Prilblümchen kleben im Seitenfenster. Die meisten Bullis sind nicht nur im Original erhalten, sondern oft auch originell gestaltet und im Innenausbau den Bedürfnissen der Fahrer angepasst.

Imo Knaupp aus Eriskirch lässt gerne Drachen steigen. Im Innern seines Busses hat er sich extra einen Behälter für seien Seidenstoffflugdrachen gebaut. Beides ist Marke Eigenbau, und die Form des Drachens entspricht seinem Bus. Andere verfügen über fließend Warmwasser im Wagen oder auch gerne mal mit Außendusche.

Jeder Bus sieht anders aus. Es scheint, dass die Liebe zum Selberbasteln ein gemeinsames Merkmal der Bullifahrer ist. Das schließt auch „Zubehörteile“ mit ein. Jean-Pierre Kiasumbwa und Susanne Schulz aus Konstanz haben aus einer alten Waschmaschinetrommel und einem Grillaufsatz eine dekorative und vor allen Dingen funktionierende Grillstelle gebaut.

Abends treffen sich die Bullifreunde am Lagerfeuer. In diesem Jahr verlosen die Organisatoren neben zwei Karten für das Bullitreffen am kommenden Wochenende in Solothurn auch nützliche Kleinigkeiten fürs Bulli-Leben.

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