„Der Weg zum Frieden ist steinig“

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Die Mitglieder der ÖDP Lindau diskutieren über Rüstung
Die Mitglieder der ÖDP Lindau diskutieren über Rüstung (Foto: ödp)

Lindau (lz) - Die Waffenproduktion und die Exporte in Deutschland sind für den Lindauer Kreisverband der ÖDP schon länger ein Thema. Nach der Teilnahme am diesjährigen Internationalen Bodensee-Friedenswegs hat die Partei sich zu ihrer Hauptversammlung getroffen. Erstaunt hörten die 20 Zuhörer, wie viele Rüstungsbetriebe rund um den Bodensee (außer Vorarlberg) Waffen oder Teile herstellen, wie der Kreisverband mitteilt.

Unter dem Motto „Von der Rüstungsregion zur Friedensregion Bodensee“ berichtete Referent Frieder Fahrbach von den mühevollen Versuchen, mit den Konzernen ins Gespräch zu kommen und ihnen eine Absicherung der Arbeitsplätze durch einen Wechsel von der Rüstungsproduktion zur Herstellung von zivilen Produkten zu vermitteln. „Ziel soll eine länderübergreifende Friedenskultur sein, doch der Weg dorthin ist steinig“, sagte Fahrbach. Immerhin sei in Überlingen mit einem „Friedenstisch“ ein erster Schritt zu Gesprächen gelungen. Die Rüstungsexporte hätten zur Folge, dass deutsche Waffen auf unkontrollierten Wegen und widerrechtlich in Krisengebiete und zu Diktatoren gelangten, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der Verein „Keine Waffen vom Bodensee“ kläre auf, organisiere Veranstaltungen, so Fahrbach. Deshalb freue er sich, die Mitglieder des Lindauer ÖDP-Kreisverbands als mögliche Unterstützer zu gewinnen.

Der zweite Auftritt bei der Kreishauptversammlung galt dem ÖDP-Direktkandidaten für die Wahlen zum Bezirkstag, Franz Horn aus Missen. Der 61-jährige Käsereimeister hob in seiner Vorstellung die Ehrlichkeit seiner Partei hervor: Weil die ÖDP keine Spenden von Firmen und Konzernen annehme, sei sie auch unabhängig und in ihren Entscheidungen frei, im Gegensatz zu etablierten Parteien, die sich „der Wirtschaft durch großzügige Zuwendungen andienen“. Er werde alles daran setzen, dass ÖDP-Bezirksrat Alexander Abt aufgrund seiner engagierten Politik weitere Kollegen an seine Seite bekomme. Horn schlug vor, wiederum ein verpflichtendes ökologisch-soziales Jahr einzuführen. „Das kann unserer Gesellschaft nur gut tun“, betonte der Kandidat.

Im zweiten Teil der Versammlung berichtete der Kreisvorsitzende Xaver Fichtl über die Aktivitäten des Kreisverbandes. Themen des Kreistages und des Lindauer Stadtrates würden eher in den monatlichen Treffen zur Sprache kommen. Nicht unerwähnt ließ Fichtl, der seit vielen Jahren für das Mandatszuteilungsverfahren nach Saint Lague/Schepers plädiert, dass sich inzwischen alle Landtagsparteien für dieses Wahlverfahren aussprechen.

Schatzmeister Peter Borel begrüßte zwei neue Mitglieder und konnte von einer geordneten finanziellen Situation berichten, die noch Luft nach oben zeige. Nach der Entlastung des Vorstandes stellte Borel dem Gremium den Stand beim Lindauer Hoyerbergschlössle vor, wo die ÖDP ausdrücklich für die Vergabe nach dem Erbbaurecht kämpfe. Mit einem kurzen Ausblick auf den anstehenden Bundesparteitag und die Landtags- und Bezirkstagswahlen schloss Fichtl die interessante und gut besuchte Versammlung.

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