Der Pfarrhof auf der Lindauer Insel ist jetzt Gemeindezentrum

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Zwischenwände sind rausgebrochen, damit die Münsterpfarrei im ersten Stock des neuen Pfarrzentrums einen Saal nutzen kann.
Zwischenwände sind rausgebrochen, damit die Münsterpfarrei im ersten Stock des neuen Pfarrzentrums einen Saal nutzen kann. (Foto: dik)
Redaktionsleiter

Die Einweihung ist am kommenden Mittwoch, 15. August, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt, geplant, an dem die Gemeinde des Münsters Unserer Lieben Frau zugleich Patroziniumsfest feiert. Der Gottesdienst im Münster beginnt um 9 Uhr. Anschließend sind Gemeindemitglieder zur Einweihung in das Pfarrzentrum eingeladen. Da einige Gemeindemitglieder derzeit im Urlaub sind, ist kurz nach den Ferien, am Sonntag, 23. September, noch ein Tag der offenen Tür geplant.

Die Münsterpfarrei auf der Insel bezieht in diesen Tagen ihr neues Pfarrzentrum. Etwa 400 000 Euro hat der Umbau gekostet. Zum Patroziniumsfest, am Feiertag Mariä Himmelfahrt am kommenden Mittwoch, wird die Gemeinde um Pfarrer Georg Oblinger das Gebäude einweihen. Nach den Ferien ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Winfried Schlegel ist froh, dass die Arbeiten abgeschlossen sind. Denn seit mehr als drei Jahren arbeitet der Kirchenpfleger mit anderen daran, den historischen Pfarrhof zu erhalten, zu erneuern und für die Gemeinde ein neues Pfarrzentrums zu schaffen. Als Wohnhaus wird der Pfarrhof nicht mehr gebraucht. Kapläne gibt es dort schon lange nicht mehr, und auch Pfarrer Georg Oblinger lebt in Reutin, für das er in der Pfarreiengemeinschaft ebenso zuständig ist wie für Zech und die Insel.

Deshalb hat die Münsterpfarrei schon lange darüber nachgedacht, wie der denkmalgeschützte Pfarrhof am besten in ein zeitgemäßes Pfarrzentrum umbauen ließ. Denn die Gemeinde braucht einen Veranstaltungssaal sowie einen Proberaum für Kirchenchor und Junge Kantorei und einen Gruppenraum.

Knapp ein Jahr haben die Bauarbeiten gedauert. Zuvor mussten Kirchenpfleger Schlegel und Pfarrer Oblinger viele Gespräche mit der Bischöflichen Finanzkammer sowie mit Denkmalschützern oder Verantwortlichen für den Brandschutz führen. Denn zuerst mussten die Finanzen stimmen, und dann gelten bei einem Gemeindezentrum, in dem Veranstaltungen stattfinden, andere Anforderungen als bei einem Wohnhaus.

Das Architekturbüro Meßmer aus Wasserburg hat den Umbau geplant und geleitet. Erhalten geblieben ist im Obergeschoss die denkmalgeschützte Sala Historica, die bei einem ersten Anbau an der Pfarrhaus nach 1514 errichtet wurde. Rolandus Goldli hatte das damals bauen lassen. Jetzt ist auch dieser Raum, in dem es noch eine der wenigen typischen Lindauer Decken gibt, hergerichtet worden. An den Wänden hängen Bilder eines unbekannten Künstlers aus dem Jahr 1610, die Jesu Geburt, die Anbetung der heiligen drei Könige und die sogenannte Verkündigung Christi darstellen.

In diesem Raum sind Sitzungen des Pfarrgemeinderats und des Kirchenvorstands geplant, außerdem soll er für besondere Veranstaltungen der Pfarrei offenstehen. Zu vermieten ist dieser Raum nicht, wie Schlegel betont. Wer eine Hochzeit oder etwas Ähnliches feiern will, kann den neuen Pfarrsaal mieten.

Die Wände der alten Zimmer des Pfarrers sowie der Räume, in denen früher Kapläne gewohnt haben, sind weggerissen, so dass es ein heller Saal entstanden ist, der den Namen von Monsignore Löckher trägt, der von 1956 bis 1975 Pfarrer der Gemeinde war. Der Parkettboden ist im gesamten ersten Stock erneuert. Man sieht die Wurmstiche, aber der Wurm sei nicht mehr im Holz, versichert Schlegel. Lediglich einen kleinen Teil des Parketts im Saal mussten die Handwerker neu verlegen. Der Gruppenraum ist nach dessen Nachfolger Pfarrer Steiner benannt.

Die kleine Gemeinde muss dieHälfte der Kosten selbst tragen

Der barrierefreie Zugang in das Pfarrzentrum erfolgt ab sofort von hinten, also gegenüber der Kirche. Von der Fischergasse ist nur noch ein Zugang ins Pfarrbüro gedacht. Im Inneren führt eine Treppe mit Treppenlift ins Obergeschoss. WCs, Küche und andere Nebenräume wie Notenarchiv oder Gemeindearchiv befinden sich ebenfalls dort.

Als Folge eines Wasserschadens musste die Gemeinde im Erdgeschoss mehr Arbeiten beauftragen als eigentlich geplant waren. So sind jetzt auch das Pfarrbüro und das Amtszimmer des Pfarrers erneuert. Vom neuen Saal im Obergeschoss aus geht eine Fluchttreppe in den Garten, der viel einladender ausschaut als früher.

Froh ist Schlegel, dass Zuschussgeber die Hälfte der Kosten tragen, vor allem das Bistum übernehme einen großen Anteil. Damit die kleine Gemeinde ihren Teil zahlen kann, hat die Pfarrei das alte Pfarrheim Auf der Mauer verkauft. Es gibt noch eine Lücke, für die einmal im Monat eine Kollektive die Gemeindemitglieder um Hilfe bittet. Deshalb ist Schlegel zuversichtlich. „Wir können uns das leisten.“

Die Einweihung ist am kommenden Mittwoch, 15. August, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt, geplant, an dem die Gemeinde des Münsters Unserer Lieben Frau zugleich Patroziniumsfest feiert. Der Gottesdienst im Münster beginnt um 9 Uhr. Anschließend sind Gemeindemitglieder zur Einweihung in das Pfarrzentrum eingeladen. Da einige Gemeindemitglieder derzeit im Urlaub sind, ist kurz nach den Ferien, am Sonntag, 23. September, noch ein Tag der offenen Tür geplant.

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