Der perfekte Laufschuh ist zu groß

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Der perfekte Laufschuh ist zu groß
Nur noch drei Wochen, dann läuft unsere Redakteurin Julia Baumann ihren ersten Halbmarathon. Doch bei längeren Läufen schmerzt das Knie.
Julia Baumann

Die Uhr tickt. Nur noch drei Wochen, dann laufe ich meinen ersten Halbmarathon. Noch nie zuvor bin ich eine solch lange Strecke gejoggt. Am vergangenen Samstag habe ich getestet, ob ich das überhaupt schaffen kann – und bin einfach mal zwei Stunden am Stück gelaufen. Das Ergebnis: Mein linkes Knie schmerzt höllisch. Das kann viele Ursachen haben. Eine davon ist der falsche Schuh.

Wer wie ein Profi laufen will, der sollte sich auch vom Profi beraten lassen, wie mir mein Lauftrainer Günter Ernst erklärt. Meine alten Laufschuhe im Gepäck, mache ich mich auf zu Laufsport Gralki in Wangen, Partner des Drei-Länder-Marathons. Inhaberin Claudia Gralki ist selbst Triathletin und weiß ganz genau, worauf es beim richtigen Laufschuh ankommt.

Bevor wir loslegen, gibt sie meine Daten – Alter, Körpergröße und Gewicht – in ihren Computer ein und macht einen Abdruck von meinen Füßen. Mein Fuß ist offenbar normal, mit leichter Tendenz zum Plattfuß.

Danach analysiert Claudia meinen Laufstil. Dafür braucht sie ein Laufband, zwei Kameras und eine Art schwarzen Kajalstift. Mit dem zeichnet sie meine Achilles-Sehne nach. So kann sie ganz genau sehen, ob ich gerade laufe. Barfuß geht es aufs Laufband. Nur wenige Minuten später hat Claudia mein Problem bereits identifiziert: „Du knickst beim Laufen mit deinem Fuß leicht nach innen“, erklärt sie. Das liege zum einen daran, dass meine Muskulatur an den äußeren Oberschenkeln noch nicht stark genug sei für lange Läufe. „Es kann aber auch daran liegen, dass dein Schuh deinem Fuß nicht genug Halt gibt“, erklärt Gralki.

Alter Schuh gibt zu wenig Stabilität und wirft Falten

Tatsächlich ist mein Schuh, den ich vor einigen Wochen im Internet bestellt habe, an den Seiten relativ weich. „Außerdem wirft er vorne Falten, wenn er zugebunden ist. Er ist wahrscheinlich zu breit für deinen Fuß“, erklärt die Fachfrau, die bereits jede Menge Schuhkartons im Arm hat – allerdings in Größe 41. „Ich habe Größe 39“, korrigiere ich sie freundlich. „Das stimmt schon“, sagt Claudia. „Bei einem Laufschuh sollte immer noch eine Daumenbreite Platz sein.“ Denn vor allem während längerer Läufe breite sich der Fuß im Schuh aus. Und während des Halbmarathons mit dem großen Zehen vorn anzustoßen, kann unangenehm werden.

Das erste Modell, das Claudia mir an den Fuß gibt, passt gut und sieht auch schick aus. Allerdings zeigt die Laufband-Analyse: Mein Problem löst es eigentlich nicht. Der Kajalstrich an meiner Sehne wird bei jedem Schritt schief, ich knicke immer noch ein.

Schuhe aus, neue Schuhe an, wieder ab aufs Laufband: Doch auch das nächste Modell scheint nicht perfekt zu sein. Erst nach sage und schreibe sechs Versuchen habe ich ihn endlich in der Hand: meinen perfekten Laufschuh. Er passt, ist bequem und die Analyse zeigt ganz deutlich, dass ich in ihm weniger abknicke. Damit werde ich den Halbmarathon nun hoffentlich schmerzfrei überstehen. Und meine alten Treter aus dem Internet benutze ich jetzt einfach als Freizeitschuhe.

Bereits zum 11. Mal findet am Sonntag, 8. Oktober, der Drei-Länder-Marathon der Sparkasse statt. Für alle, die nicht ganz so lange laufen möchten, gibt es an diesem Tag auch einen Halb- und Viertelmarathon sowie einen Teamlauf und einen Walking-Lauf.

Anmeldeformulare für alle Läufe finden sich im Internet unter

www.sparkasse-3-laender-marathon.at.

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