Der Lindauer Adnan Wahhoud gründet nach sieben Ambulanzen jetzt in Syrien einen Kindergarten

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 Sie ist die Jüngste gewesen, die Adnan Wahhoud unterstützt: Der Vater des Mädchens war vor ihrer Geburt bei einem Angriff auf A
Sie ist die Jüngste gewesen, die Adnan Wahhoud unterstützt: Der Vater des Mädchens war vor ihrer Geburt bei einem Angriff auf Aleppo gestorben. Mittlerweile betreut Wahhoud an die 350 Waisen in Syrien – und baut jetzt in Fattiere einen Kindergarten auf. (Foto: Lindauhilfe für Syrien)

Er hat Ambulanzen aufgebaut, eine Waisenhilfe gründet, Bäume gepflanzt. Jetzt hat der Lindauer Adnan Wahhoud ein neues Ziel vor Augen: Er möchte im Süden der Provinz Idlib einen Kindergarten gründen. Mit deutscher Gründlichkeit hat der gebürtige Syrer schon entscheidende Weichen dafür gestellt: Er hat in Fattiere ein Haus angemietet und den Verein Wüstenkind ins Boot geholt. Der zahlt künftig das Personal für die Kita, während Wahhoud selbst die Verwaltung übernimmt.

Die Kinder im vom Bürgerkrieg gezeichneten Syrien liegen Adnan Wahhoud seit jeher besonders am Herzen. Selbst fünffacher Familienvater, will Wahhoud mit seiner Arbeit ein paar Mosaiksteine legen, damit der Nachwuchs eine Chance erhält, im eigenen Land aufwachsen zu können. So hat er vor Knapp drei Jahren seine Waisenhilfe gegründet: Viele syrische Kinder haben durch den Bürgerkrieg ihren Vater verloren, manchmal auch beide Eltern. Diese Buben und Mädchen unterstützt der Lindauer dank zahlreicher Spenden monatlich mit einem kleinen Betrag, genauso wie ihre Mütter oder Großeltern, bei denen sie nun aufwachsen.

Wahhoud hat auch in zwei Schulen eine ärztliche Betreuung eingerichtet: Syrische Ärzte besuchen regelmäßig die Grundschulen in Atareb und Kafarnaha im Nordwesten des Landes, kümmern sich dort um den Nachwuchs.

Jetzt nimmt der Lindauer mit syrischen Wurzeln ein neues Projekt in Angriff: „Ich darf in Fattiere einen Kindergarten gründen.“ Die örtlichen Vorgaben erfüllt Wahhoud, hat in der kleinen Ortschaft jetzt für eine monatliche Miete von umgerechnet 70 Euro ein Haus gefunden. Das wird in den nächsten Wochen renoviert und eingerichtet: Zum 1. Februar möchte Wahhoud dort einen Kindergarten eröffnen.

Das Haus biete Platz für etwa 50 Buben und Mädchen. Syrische Erzieher hat Wahhoud auch bereits gefunden. Die Kosten für Miete und Personal – monatlich 1200 US-Dollar – werde der deutsche Verein Wüstenkind für ein Jahr übernehmen. Mit diesem hat der Lindauer schon mehrfach zusammengearbeitet, zuletzt bei der Grundschule in Blanta, wo die Kinder jetzt einen Schulhof mit verschiedenen Freizeitangeboten haben.

Vielleicht bald Platz für bis zu 100 Kinder

Im neuen Kindergarten Fattiere soll es schon in absehbarer Zeit vielleicht sogar Platz für bis zu hundert Kinder geben: „Wir könnten die Kleinen in zwei Schichten betreuen“, überlegt der Lindauer. Auf jeden Fall will er dafür sorgen, dass die Buben und Mädchen dort regelmäßig frisches Obst bekommen. Ein warmes Mittagessen ist hingegen noch nicht in Sicht: Dafür fehlen noch die Möglichkeiten.

Wahhoud selbst will sich um die Verwaltungsaufgaben der neuen Kita kümmern. Das bedeutet natürlich noch mehr organisatorische Arbeit für den 66-Jährigen. Seine Antwort dazu: „Warum nicht? Ich bin dafür da.“

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