Der Knoten ist endlich geplatzt

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Sportredakteur

Am vierten Spieltag der Hauptrunde in der Eishockey-Oberliga Süd haben die EV Lindau Islanders die Selber Wölfe zu Gast gehabt, 48 Stunden später trat die Mannschaft von EVL-Headcoach Chris Stanley beim DEL2-Absteiger SC Riessersee an. Anders als in den drei ersten Saisonspielen, holten die Lindauer am vergangenen Wochenende endlich Zählbares – und das gegen überaus starke Gegner. Den bisherigen Tabellenführer aus Oberfranken fegten die Lindauer am Freitagabend zu Hause vor rund 600 Zuschauern mit 7:3 (2:2, 3:1, 2:0) aus der Eissportarena im Eichwald. Am Sonntag in Garmisch setzten die Islanders ihren Höhenflug fort und besiegten Riessersee mit 3:2 (1:0, 1:1, 0:1, 1:0).

„Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Das war eine gute Leistung“, sagte Islanders-Coach Chris Stanley bei der Pressekonferenz am Freitag nach dem Kantersieg zu Hause gegen die Selber Wölfe im Eisstüble. Vor allem das Überzahlspiel – nicht gerade das Paradestück des EVL in den beiden ersten Oberligazeiten – stach diesmal hervor: Hier schlug Lindau gleich viermal erfolgreich zu.

Verpatzter Start gegen die Wölfe

Dabei sah es gegen Selb zunächst gar nicht nach einem klaren Sieg der Mannschaft vom Bodensee aus: Bereits nach 58 Sekunden schlugen die Gäste aus Oberfranken zu. Der Ex-Lindauer Florian Lüsch passte zentral zu Andreas Geigenmüller, der aus zwei Metern ohne Probleme einnetzte. Doch konnten sich die Islanders danach allmählich freispielen und glichen in der siebten Minute durch Garrett Milan (Assist: Julian Tischendorf) aus.

Auch das erste Überzahlspiel gestalteten die Islanders erfolgreich: Noch war eine Sekunde zu spielen, bevor Leon Kremer von der Selber Strafbank zurückkehrte, da hielt Jan Hammerbauer den Schläger in den Distanzschuss von Geburtstagskind Tobias Fuchs (14.). Die 2:1-Führung von Lindau hatte genau drei Minuten Bestand, ehe Selb erneut gleichzog. Ganz bitter für den EVL: Die Zwei-Minuten-Strafe gegen Anthony Calabrese war gerade abgelaufen, als Lüsch den 2:2-Ausgleich besorgte (19.)

Im Mitteldrittel stellten die Selber Wölfe ihre Taktik zunächst um und versuchten, früh in der Hälfte der Lindauer zu stören. Doch die ließen sich nicht beeindrucken: Adrian Kirsch staubte zum 3:2 ab (26.). Es folgte ein bärenstarkes Unterzahlspiel, in welchem Filip Stopinski im Alleingang den Puck im Gästetor unterbrachte. Dieser sprang jedoch, unbemerkt vom Schiedsrichtergespann, von der hinteren Torstange zurück ins Spielfeld.

Ein zweites Moment Pech gesellte sich wenig später hinzu. Als Santeri Ovaska gerade von der Strafbank zurückkehrte, drückte Achim Moosberger den Puck zum 3:3 für Selb ins Lindauer Tor. Doch der EVL schlug erneut zurück und nutzte zwei weitere Überzahlsituationen überaus effektiv: Calabrese (Assist: Milan, Farny) und Ovaska stellten auf 5:3 vor dem Schlussdrittel.

Hier überstanden die Islanders zunächst ein Unterzahlspiel schadlos und erhöhten, dank einer feinen Einzelleistung von Milan, auf 6:3. Selb war immer mehr genötigt, aufzumachen, während die Lindauer gut verteidigten und auf Konterchancen lauerten. Der finale K.o. für die Oberfranken passierte drei Minuten vor Spielschluss: Dominik Kolb, der unmittelbar vor Gästegoalie Manuel Kümpel stand, rutschte aus – der Puck lag frei für Karl Laux, der nur noch einzuschieben brauchte. „Zabolotny hat das Spiel gemacht.

Matchwinner Julian Tischendorf

Auch beim SC Riessersee legten die Islanders einen klasse Auftrit hin und lagen durch Santeri Ovaska (18.) sowie Garrett Milan (40.) zweimal gegen die Oberbayern vorne. Nachdem die Gastgeber vor mehr als 1000 Besuchern die Gästeführung jeweils ausglichen, schlug in der Overtime die Stunde von Julian Tischendorf.

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