Der Jubel währt nur kurz: Aufstiegsrunde der Eishockey-Junioren abgesagt

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 Jubel über die bayerische Meisterschaft: Am Samstag sicherten sich die U17-Junioren des EV Lindau den Titel in der Bayernliga.
Jubel über die bayerische Meisterschaft: Am Samstag sicherten sich die U17-Junioren des EV Lindau den Titel in der Bayernliga. Am Mittwoch erfuhren sie, dass die Aufstiegsspiele in die Bundesliga Division 2 nicht stattfinden. (Foto: EV Lindau)
Martin Deck

Der Trainingsbetrieb aller Altersklassen bei den Young Islanders wird noch bis zum 15. März auf freiwilliger Basis fortgesetzt. Ab Montag, 16. März, ist die Eissportarena dann komplett geschlossen, teilt der EVL mit.

So schnell kann es gehen: Am Samstag jubelten die U17-Junioren der EV Lindau Islanders noch über den Gewinn der bayerischen Meisterschaft, vier Tage später kam der Tiefschlag: Wie schon die Play-offs in der DEL, DEL2 und Oberliga bei den Erwachsenen, wurden nun auch die Aufstiegsspiele der Junioren wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt. Das gab der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Mittwoch bekannt. „Das trifft die Jungs extrem hart, sie sind am Boden zerstört“, sagt Bernd Wucher, Vorsitzender der EV Lindau Islanders und Co-Trainer der U17. „Die Chance, in die Bundesliga aufzusteigen, hat man wahrscheinlich nur einmal im Leben.“ Seit Monaten hatten die Jugendlichen auf dieses Ziel hingearbeitet – und dieses am Samstag eigentlich erreicht.

Durch den 3:1-Erfolg beim Deggendorfer SC im vorletzten Spiel der Bayernliga haben sich die Young Islanders den Titel vorzeitig gesichert und sich eigentlich für die Aufstiegsrunde in die U17-Bundesliga Division 2 qualifiziert. 25 der 30 Saisonspiele haben die EVL-Junioren unter ihren beiden Jugendtrainern Sascha Paul und Bernd Wucher gewonnen – sehr zur Freude des ganzen Vereins. „Als Trainer und Vorstand bin ich stolz, solche tollen Jungs und Eltern im Verein zu wissen und hoffe, dass wir die nächsten Jahre noch viele weitere Teams aus dem Nachwuchsbereich so feiern dürfen“, sagt der Vorsitzende Bernd Wucher und ergänzt: „Für den EV Lindau und das ganze Nachwuchskonzept ist dieser Erfolg des bayerischen Meistertitels an höchster Stelle einzustufen. Aufstiegsspiele zur Bundesliga II hat es beim EVL noch nie gegeben. Aus dieser U17-Generation stammen unsere Perspektivspieler der nächsten Jahre und die Vorbilder aller Jugendmannschaften, was Einstellung und Ehrgeiz angeht.“ Im Team stehen unter anderem auch Wuchers Zwillingssöhne Robin und Corvin. Begeistert vom Riesenerfolg der U17-Mannschaft zeigte sich auch Andi Bürge, Nachwuchsleiter und Betreuer bei den EV Lindau Islanders: „Von den meisten Jungs bin ich Betreuer seit der U9. In dieses Team investiere ich gerne sehr viel ehrenamtliche Zeit. Da passt einfach alles und es macht mega Spaß.“

Dass die geplanten Aufstiegsspiele gegen den Mannheimer ERC und den Deggendorfer SC nun nicht stattfinden, trifft die Lindauer hart. Der Vorsitzende Bernd Wucher betont aber: „Eishockey ist ein Kontaktsport. Da ist es richtig, die Vernunft walten zu lassen. Die Gesundheit hat oberste Priorität.“

Auch Oberligasaison beendet

So sieht das offensichtlich auch der DEB, der am Mittwoch die Play-offs in der Eishockey-Oberliga abgesagt hat. Die Platzierungen aus den Hauptrunden mit den jeweiligen Siegern werden übernommen. Alle weiteren sportlichen Entscheidungen in den betroffenen Ligen wie Auf- und Abstieg werden ausgesetzt. „Mit der kompletten Einstellung des Eishockey-Spielbetriebes setzen wir unsere gesamtgesellschaftliche Verpflichtung zum Wohle der Allgemeinheit um und folgen den Beschlüssen der politischen Entscheidungsträger uneingeschränkt“, wird DEB-Präsident Franz Reindl in einer Mitteilung des Verbands zitiert. „Als Teil von Sportdeutschland wollen wir unseren wichtigen Beitrag leisten, um Zuschauer, Spieler, Spielerinnen und alle am Sportgeschehen teilhabenden Personen sowie deren Familien zu schützen. So schwer es uns auch fällt.“

Auf die Oberligamannschaft der EV Lindau Islanders hat diese Entscheidung keine direkte Auswirkung. Da sie die Play-offs verpasst hatten, war für die Lindauer die Saison bereits nach dem letzten Spiel der Meisterrunde am Sonntag beendet. „Ich glaube wir sind mit einem blauen Auge davongekommen - auch wenn wir nicht so auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind wie andere Vereine“, sagt Bernd Wucher. Diese würden die fehlenden Einnahmen zum Teil hart treffen, vermutet der EVl-Vorsitzende. „Auch weil viele Spielerverträge noch bis April laufen.“

Ein wirklicher Trost, dass die Oberligamannschaft recht glimpflich davonkommt, ist es für die U17-Junioren und die Vereinsführung aber nicht.

Der Trainingsbetrieb aller Altersklassen bei den Young Islanders wird noch bis zum 15. März auf freiwilliger Basis fortgesetzt. Ab Montag, 16. März, ist die Eissportarena dann komplett geschlossen, teilt der EVL mit.

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