Das Lindenhofbad soll kein Greisenbad werden

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Das Lindenhofbad in Schachen genießt den Ruf des schönsten Bades am See. (Foto: isa)
Isabel Kubeth de Placido

Der „Förderverein zur Erhaltung des Lindenhofbad“ steht gut da. Das ist das Fazit der diesjährigen Hauptversammlung. Kein Wunder, denn das Bad, das die Stadt im vergangenen Jahr für jedermann geöffnet hat, war besser besucht denn je. Allerdings heißt das für den Förderverein einmal mehr die Hemdärmel hoch zu krempeln. Denn damit das Baden im Lindenhofbad für alle Altersgruppen attraktiv bleibt, ist eine nutzbare Spielwiese unbedingt notwendig.

„Dem Verein geht´s gut“, fasste Helmut Kees die Situation zusammen. Doch das heißt für den Vorsitzenden noch lange nicht, dass sich der Verein, der sich die Erhaltung des Lindenhofbads auf die Fahnen geschrieben hat, zurücklehnen kann. Im Gegenteil: „Wir wollen ja kein Greisenbad werden, wo nur Alte rumliegen“, sagte Kees und erklärte: „Wir wollen, dass das Bad für alle Altersklassen attraktiv ist. Deshalb wollen wir eine Spielwiese, die auch als solche genutzt werden kann.“

Damit sprach der Vorsitzende jenen Teil des Bads an, der bis zu dessen Neuordnung noch zum Bad gehörte. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatten die Bäderbetriebe beschlossen das Bad öffentlich zugänglich zu machen. Der Eintritt als auch die Badeaufsicht fielen weg, die Gastronomie bekam einen neuen Pächter, das Klettergerüst und das Volleyballnetz auf der Spielwiese wurden entfernt, und die Spielwiese selbst wurde wieder in den Park eingegliedert. Die Bäderbetriebe hatten eigentlich auch beschlossen, die kleine Brücke abzureißen, weil sie keine Funktion mehr habe, wie es damals von Seiten der Bäderbetriebe hieß. Denn vor der Neuordnung war die Brücke dazu da, um Liegewiese und Spielwiese miteinander zu verbinden. Zum Abriss kam es zwar noch nicht, weil sich der Förderverein, eine Architekteninitiative, verschiedene politische Gruppierungen und auch Bürger erfolgreich dagegen stark gemacht hatten. Allerdings war die Brücke im Sommer auch nicht mehr begehbar, weil ein Gutachten besagt, dass sie heutigen Sicherheitsanforderungen angepasst werden muss.

Erhalt der Brück erwünscht

Gerade für die jungen Badegäste ein herber Verlust. Denn weil der Andrang im Bad so groß war, dass das Spielen auf der Liegewiese unmöglich war, mussten sie einen weiteren Weg nehmen, um auf die ehemalige Spielwiese zu gelangen. Und diese war, wie Kees berichtete, wegen des hohen Grases, zu allem Unglück auch noch unbespielbar. Um zu verhindern, dass im nächsten Sommer die jungen Leute ganz weg bleiben, will sich der Verein nun für zwei Dinge stark machen: Für den Erhalt der Spielwiese und der Brücke. Zuerst einmal mit einem Schreiben an die Mitglieder des Bäderausschusses, in dem der Verein auf die Bedeutung der Spielwiese für das Bad und damit zusammenhängend auf die der Brücke aufmerksam macht. Gleichzeitig appelliert er an die Mitglieder einen, von den Bäderbetrieben, geplanten neuen Zugang neben der Brücke zu verhindern. Denn, so heißt es in dem Schreiben, „bei einem Erhalt der Brücke ist ein weiterer Eingang überflüssig. Die dafür notwendigen Aufwendungen sollten in den Erhalt der Brücke investiert werden.“

Was Kees und die anderen Mitglieder des Vereins ebenfalls derzeit beschäftigt, sind die Überlegungen der Stadtwerke, die Brücke an den Verein zu vermieten. Zwar hat der Verein zusammen mit der Architekteninitiative Kostenvoranschläge dafür eingeholt, wie sich die Brücke den heutigen Sicherheitsanforderungen anpassen ließe. Doch was es ihn kosten würde, das Bauwerk der 50er Jahre zu versichern, und ob dies überhaupt möglich wäre, ist noch unklar.

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