Das Kunstmuseum Lindau zeigt Werke des Allgäuer Künstlers Stephan Huber

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 Stephan Hubers „Leibnitz‘ Lust und Teufels Tod“ aus dem Jahr 2008
Stephan Hubers „Leibnitz‘ Lust und Teufels Tod“ aus dem Jahr 2008 (Foto: Johann Hinrichs)
Lindauer Zeitung

Das Kunstmuseum Lindau präsentiert von Samstag, 23. November, bis Sonntag, 2. Februar 2020, die Sonderausstellung „Der müde Kasperl und die Kartografie“ von Stephan Huber. „Es gibt keinen Gegenstand in meinem Werk, der nicht irgendwie an meine Biographie geknüpft ist“, erklärt Künstler Stephan Huber seine Kunst. Bei der Ausstellung im Kunstmuseum Lindau zeigt der Künstler drei Werkgruppen , die in den letzten Jahren in das Zentrum seines künstlerischen Schaffens gerückt sind: weiße Bergskulpturen, neu zusammengesetzte Landkarten und Filme von Kasperltheatern, die grundlegende Fragen des Lebens beleuchten, heißt es in der Pressemitteilung des Kunstmuseum.

Im 2019 neu eröffneten Kunstmuseum am Inselbahnhof in Lindau wird er der erste zeitgenössische Künstler sein, der in den neuen Räumlichkeiten ausstellt. Dort werden drei zwei Meter große Bergskulpturen „Antelao“, der Doppelblock „Tre Cime“ und „Watzmann“, gemeinsam mit einer Reihe kleinerer Berge zu sehen sein. Ebenso werden seine kartografischen Werke gezeigt, die die Welt nicht abbilden, sondern interpretieren. Ausgestellt werden rund 15 großformatige Karten, darunter auch eine neue Karte des Bodensees. Außerdem wird ein großer Globus zu sehen sein, der den mit den Augen des Künstlers gesehenen Zustand der Welt zeigt. Erstmalig in Deutschland präsentiert das Kunstmuseum Lindau Hubers neue runde Landkarten aus den Jahren 2018 und 2019. Drei Filme von Puppentheatern werden in Lindau vorgeführt: das Handpuppentheater „Kasperl ist krank“ sowie die zwei Marionettentheater „Leibniz‘ Lust und Teufels Tod“ und „Love & Peace“. Dort verbindet Huber volkstümliches Marionettentheater mit philosophischen Fragestellungen.

Stephan Huber ist 1952 in Lindenberg im Landkreis Lindau geboren und lebt und arbeitet heute in München. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und war dort von 2004 bis 2017 Professor für Bildhauerei. Seine Werke zeigte er bereits auf der Documenta 8 im Jahr 1987, auf der Biennale 1999 in Venedig und in zahlreichen renommierten Ausstellungshäusern.

Durch Hubers Werk zieht sich ein autobiographischer Ansatz. Die kulturelle, geographische, intellektuelle und soziale Prägung seines Lebens schreibt sich in seine Arbeiten ein, heißt es in der Pressemitteilung. So inspirieren ihn seine Herkunft mit dem allgegenwärtigen Blick auf die Berge, die Inszenierungswucht katholischer Hochfeste, der Bildreichtum des volkskunsthaften Barocks sowie die Ideen der 68er-Jahre. Der Künstler lotet mittels verschiedener Medien und Perspektivwechsel seine Verortung in der Welt aus und verweist mit seinem Werk auf ein Kernthema des modernen Menschen in einer globalisierten Welt.

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