„Das 53. Lindauer Oktoberfest war tippi toppi!“

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Die Müdigkeit ist ihnen nicht anzusehen, aber die Zufriedenheit: Karl Messmer, Vereinsvorsitzender des Musikvereins Lindau-Aesc
Die Müdigkeit ist ihnen nicht anzusehen, aber die Zufriedenheit: Karl Messmer, Vereinsvorsitzender des Musikvereins Lindau-Aeschach-Hoyren sowie Organisator des Lindauer Oktoberfestes, Thomas Kottmayr, Manager des Lindauer Oktoberfestes und Festwirt Ralf Hörger am Sonntagabend, nach drei gelungenen Festtagen. (Foto: Susi Donner)

Sonntagnachmittag auf dem Lindauer Oktoberfest: Viele Familien sind der Einladung des Musikvereins Lindau-Aeschach-Hoyren zum traditionellen Familiensonntag nachgekommen. Sie haben sich erst beim Mittagstisch der Wiesnküche, der wieder überwältigend gut angenommen wurde, satt gegessen und erfreuen sich jetzt am Kinderprogramm.

Auf dem Verkehrsübungsplatz neben dem Festzelt ist erstmals der „Lummerland Hauptbahnhof“ der BWS Modellbahngruppe Lindau aufgebaut. Auf der Kindereisenbahn drehen die Kinder Runde um Runde. Bei den ganz Kleinen, die sich nicht alleine trauen, dürfen sogar Papa, Mama oder auch der Opa mitfahren. „Ganz uneigennützig natürlich“, sagt Richard Bleif, der mit Enkelsöhnchen Maximilian vier Runden gedreht hat und lacht verschmitzt.

Drei Tage lang Bier gezapft

Am Schminktisch herrscht ebenfalls Hochbetrieb. Eben wünscht sich Maya von Ulli Meßmer eine „Blumengirlande mit Glitzer“ auf die Wange, die sie natürlich bekommt. So schön verziert geht es weiter – vielleicht zum wohl kleinsten Karussell des Landkreises. Es gehört Wolfgang und Gertraud Merk, die beiden sind das Zauberer-Duo Chicago und bereichern seit vielen Jahren mit ihren entzückenden und nostalgischen Jahrmarktsattraktionen das Kinderprogramm beim Lindauer Oktoberfest. Da ist beispielsweise der „Hau den Lukas“ in zwei Ausführungen. Vor allem kleinere Kinder dürfen schon mal öfter mit dem Gummihammer auf den Lukas hauen – bis das Ergebnis passt und es einen kleinen Preis gibt. „So eng sehen wir das nicht“, grinst Zauberer Wolfgang. Und natürlich ist immer die Luftballonkunst dabei, wenn die beiden aus langen dünnen Luftballonwürsten einen Hund oder eine Giraffe zaubern.

Im gut gefüllten Festzelt gibt es Kaffee und Kuchen und die Wolfartsweiler Musikanten haben lange schon den Musikverein Zogenweiler abgelöst. Im Biergarten machen es sich ebenfalls viele Besucher gemütlich. Der Himmel ist bewölkt, eine Jacke ist eine gute Idee, aber es bleibt trocken. „Bis auf den Freitagabend war das ideales Festwetter“, sagt Karl Meßmer. „Wir haben so lange auf Regen gewartete. Und nun ist er eben zum Start des Oktoberfests gekommen.“ Während auf der kleinen Bühne im Festzelt OHO die Blasmusik Platz nimmt, um zum Ausklang des dreitägigen Mammutfests zu spielen, ist Zeit für einen Rückblick mit den drei Hauptorganisatoren des Lindauer Oktoberfestes.

Thomas Kottmayr war in den vergangenen drei Tagen nur am Zapfhahn zu sehen. Gemeinsam mit Hannes Haug hat er das gesamte Fest hindurch dort die Maßkrüge mit Festbier befüllt. „Auf der Münchner Wiesn zapfen die Leute immer nur eine halbe Stunde und haben dann Pause, weil die Bierkrüge mit Inhalt schon ganz schön schwer sind“, weiß er. Pause haben er und Hannes nur gemacht, wenn gerade niemand eine Maß wollte, was selten vorkam. Außerdem ist es dem fleißigen Bierzapfer wichtig zu erzählen, dass die „Meßmer-Buben“ Manuel und Johannes für das Fest unglaublich wertvoll seien. „Die beiden sind bewundernswert in ihre Aufgaben hineingewachsen“, sagt er. Johannes sei unter anderem für den Strom verantwortlich, Manuel für Auf- und Abbau. Die beiden seien aber auch für alles andere kompetente Ansprechpartner während des Festes.

Zum Thema Meßmer-Buben hat auch der Festwirt eine Meinung. Der treuen und viel gelobten Küchenseele Ralf Hörger, der sich jetzt müde an einen Tisch lehnt, schimmern die Augen verdächtig als er sagt: „Das ganze Fest war tippi toppi. Aber einer hat mir gefehlt.“ Jeder Insider weiß, dass er damit Lukas Meßmer meint, der viele Jahre neben ihm in der Festküche gekocht hat. Heuer erstmals nicht, weil ihn der Beruf in ein Drei-Sterne-Haus nach Köln geführt hat.

Karl Meßmer, der Vater der Meßmer-Buben, freut sich, dass alle Gäste, die zu den Party-Abenden wollten, auch rein durften. „Das Zelt war voll, aber nie überfüllt.“ Außerdem liege ihm ein extra großer Dank an die über hundert Helfer am Herzen, die zehn Tage vom Aufbau, über das Fest bis zum Abbau, alles gegeben haben, sowie an die Nachbarn des Festgeländes, die zu einem guten Teil das 53. Lindauer Oktoberfest ganz einfach mitgefeiert haben. Dass das Fest mit seinen insgesamt rund 6000 Besuchern völlig friedlich über die Bühne gegangen ist, bezeichnet Hörger abschließend als „einen Sechser im Lotto!“

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