Bundestagsabgeordneter Hocker fordert beim FDP-Neujahrsempfang in Lindau sachorientierte Diskussion

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Gastredner Gero Hocker (2.v.li.) bekommt von Martin Nüberlin (2.v.re.) und Ulrich Jöckel (li.) einen Geschenkkorb mit Produkten
Gastredner Gero Hocker (2.v.li.) bekommt von Martin Nüberlin (2.v.re.) und Ulrich Jöckel (li.) einen Geschenkkorb mit Produkten aus der Region. Auch Stephan Thomae (re.) und Claudia Alfons besuchen den Neujahrsempfang der FDP. (Foto: Ulrich Stock)
ust und Ulrich Stock

Wenn es um Themen wie Pflanzenschutzmittel oder Düngemittelverordnung in der Landwirtschaft geht, würden die Diskussionen oft nur noch mit dem „moralischen Zeigefinger“ geführt, hat Gastredner Gero Hocker beim Neujahrsempfang des FDP-Kreisverbandes in Lindau kritisiert. Statt dieser wenig hilfreichen Debattenkultur, die besonders heftig im Internet geführt werde, forderte der Bundestagsabgeordnete eine „Rückkehr zu einer sachorientierten, sprich wissenschaftsbasierten Diskussion“.

Statt Verbraucher und Landwirte gegeneinander auszuspielen müsse ein echter Dialog hergestellt werden. „Leben und Leben lassen“ sei der bessere Vorsatz für das neue Jahr, sagte Hocker, der auch Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundetages ist.

Obstbauer Martin Nüberlin hatte die Idee, Hocker für einen Impulsvortrag nach Lindau einzuladen, weil ihm dessen Thesen und Argumente gefielen. Bald war er sich mit Stadtrat Ulrich Jöckel einig, dass der FDP-Neujahrsempfang, der am Mittwochabend im Anschluss an die Aufstellungsversammlung für die Stadtratswahl stattfand, dafür der geeignete Rahmen wäre. Rund 50 Gäste begrüßte Nüberlin in seinem „Obst-Drive-In“ an der Lindauer Autobahnauffahrt, darunter auch den Bundestagsabgeordneten fürs Allgäu und Lindau, Stephan Thomae. Mit dabei war auch Claudia Alfons, die von Bürgerunion (BU), Lindau Initiative (LI) und FDP bei ihrer Kandidatur für den OB-Posten unterstützt wird.

In einer kurzen Ansprache wies Hausherr Nüberlin darauf hin, dass es in der bayerischen Anbauregion Bodensee keinerlei Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gebe. Die in der Öffentlichkeit oft sehr emotional geführten Debatten kämen in der Bevölkerung zuweilen recht negativ an und führten zunehmend zu Nachwuchsproblemen.

„Mythen statt Fakten bestimmen die Diskussion“, erklärte Thomae und empfahl, nicht Verbote zu verhängen, sondern die Experten, nämlich die Landwirte, selbst entscheiden zu lassen. Zu guter Letzt rief auch OB-Kandidatin Alfons dazu auf, „offen und unvoreingenommen“ aufeinander zuzugehen. Als Richterin wisse sie, „man kommt immer dann zu Lösungen, wenn man die Probleme abschichtet“.

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