Bodenseebank war auch 2012 erfolgreich

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Schwäbische Zeitung
Ulrich Stock

Die Bayerische BodenseeBank Raiffeisen mit Sitz in Lindau hat im Geschäftsjahr 2012 abermals zugelegt, auch wenn sich das Wachstum nicht mehr ganz so dynamisch wie zuletzt vollzogen hat – 2011 hatte die Genossenschaftsbank teilweise noch zweistellige Zuwächse verbuchen können. Während sich die Bilanzsumme im abgelaufenen Jahr mit rund 250 Millionen Euro nur noch um 3,9 Prozent erhöhte, wiesen die Kundenkredite mit 8,6 Prozent auf knapp 180 Millionen Euro eine sehr kräftige Steigerung auf. Erwartungsgemäß schwächer fiel die Zunahme bei den Kundengeldern aus – bedingt vor allem durch das niedrige Zinsniveau stieg das Anlagevolumen nur noch um 2,4 Prozent (auf über 187 Millionen Euro). Dennoch zog Vorstandssprecher Hubert Mark bei der Generalversammlung in Lindau ein klar positives Fazit aus den Geschäftszahlen.

Bewegte Zeiten in der Finanzkrise

„Bewegte Zeiten – bewegende Zeiten“ lautete das Motto, das Vorstand und Aufsichtsrat für den Abend in der Inselhalle gewählt hatten. Viel „Bewegung“ zeigten die „Red Cadillacs“ aus Neuravensburg, die mit ihren flotten Boogie Woogie-Tänzen die knapp 200 Mitglieder zu begeistern wussten. Zum andern sprach Vorstand Joachim Hettler von einem „bewegten“ Geschäftsjahr, hat doch die Finanz- und Schuldenkrise Europa schon sechs Jahre im Griff. Seit Herbst sei zwar eine „gewisse Stabilisierung“ zu spüren, in erster Linie durch die Konsolidierungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte Hettler. Dennoch könne man davon ausgehen, dass die Krise auch in den kommenden Jahren ihre Spuren in den Bilanzen der Kreditinstitute hinterlassen wird.

Kritik übte Vorstand Mark in diesem Zusammenhang nicht nur an „risikoreichen Geschäftsmodellen“ verschiedener Banken, sondern erneut auch an den von EZB und Bankenaufsicht auferlegten Regularien, die keinerlei Unterschied zwischen kleinen und großen Geldinstituten machten. Das sei ungerecht, sagte der Vorstandssprecher, schließlich habe die Deutsche Bank „das 9000-fache Finanzvolumen der Bodenseebank“. Dennoch erzielt die Genossenschaftsbank Jahr für Jahr ein solides Wachstum, was nicht zuletzt am betreuten Kundenvolumen ablesbar ist – dieses nahm 2012 nochmals um fast 34 Millionen auf insgesamt 549 Millionen Euro zu.

„Kerngesundes Geldinstitut“

Die Bodenseebank ist ein „kerngesundes Geldinstitut“, betonten Aufsichtsratsvorsitzender Heinrich Sinz und Revisor Adalbert Kirschner (Genossenschaftsverband). Dies zeigt sich besonders an der langjährigen Entwicklung ihres Eigenkapitals, das durch neuerliche Kapitalzufuhr zuletzt nochmals gestärkt wurde und nun bei knapp 20 Millionen Euro liegt. Kräftiger als zuvor fiel im abgelaufenen Geschäftsjahr der Bilanzgewinn mit 565000 Euro aus – von dem wiederum knapp 126000 Euro an die Mitglieder als fünfprozentige Dividende ausgezahlt werden. Der Rest wandert in die Rücklagen.

Gute Noten bekam die BodenseeBank in den Grußworten von Landrat Elmar Stegmann und Lindaus Bürgermeister Karl Schober, die ebenso wie Walter Matzner, Bürgermeister von Sigmarszell, Ehrengäste der Generalversammlung waren. Die Bank sei ein „starker und verlässlicher Partner“ für die ganze Region, besonders für die Handwerks- und Obstbaubetriebe, erklärte der Landrat. Aber auch für sozial schwache Menschen sei es „wichtig, eine Bank zu haben“. Die Bodenseebank gehöre „nicht zu den Schuldigen der Bankenkrise“, sie stehe vielmehr für „Vertrauen und Stabilität“, sagte Schober.

Soziales Engagement

Wie das gesellschaftliche Engagement der Bank in der VR-Stiftung konkret aussieht und welche Früchte es trägt, machte Vorstand Hettler in einer Talkrunde deutlich, die den Titel „Sponsern – Spenden – Helfen“ trug. Mit dabei war das Tischtennis-Ass Thomas Brüchle, die Leiterin des Ferienhauses „Hand in Hand“ (Sigmarszell), Katharina Reinelt, sowie der Lindauer Architekt Christoph Preis, der mit seinem Team regelmäßig Projekte der VR-Stiftung unterstützt.

Bei der Generalversammlung hatten die Mitglieder nicht nur über die Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen, auch zwei der insgesamt sechs Aufsichtsräte mussten satzungsgemäß neu gewählt werden. Wiedergewählt für drei weitere Jahre wurden Hans-Ulrich Hartmann und Stefan Hanser. Wie der Beschluss über die Gewinnverwendung fiel auch die Wahl zum Aufsichtsrat einstimmig aus.

Die BodenseeBank zählte Ende 2012 rund 3500 Mitglieder. Zu ihrem Geschäftsgebiet gehören insgesamt sechs Filialen, davon drei in Lindau (Reutin, Insel und Oberreitnau) sowie drei in der Lindauer Umgebung (Wasserburg, Nonnenhorn und Sigmarszell-Schlachters). Das Geldinstitut beschäftigte zuletzt 58 Mitarbeiter und zwei Auszubildende. Weitere Informationen gibt es unter

www.bodenseebank.de

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