BN fordert Schutz für Eichwald

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 Der Bund Naturschutz fordert, dass ab sofort keine Autos mehr im Eichwald parken dürfen. Außerdem solle eine ökologische Baubeg
Der Bund Naturschutz fordert, dass ab sofort keine Autos mehr im Eichwald parken dürfen. Außerdem solle eine ökologische Baubegleitung den Erhalt des Eichenhain sicherstellen. (Foto: Bund Naturschutz)
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Der Bund Naturschutz kritisiert die Baustelle für die Therme im Eichwald. Kreisvorsitzender Erich Jörg fürchtet, der Eichenhain könnte schweren Schaden nehmen. Stadt und Landratsamt prüfen die Vorwürfe.

Der Bund Naturschutz weist in einem Schreiben an das Landratsamt darauf hin, dass der Schutz des Eichenhains ein gewichtiges Argument der Stadt für den Bau der Therme war und ist. Denn nach Jahrzehnten soll der Wald frei von Autos werden, die dort künftig nicht mehr parken dürfen. Mit Gültigkeit des Bebauungsplans sollte das aber ab sofort der Fall sein, fordert der BN. Bei einer Ortsbesichtigung haben die Naturschützer nach eigenen Angaben aber das Gegenteil gesehen.

Jörg schreibt, es habe sich ihm „ein trauriges Bild“ geboten: „Nichts ist erkennbar, wie der Eichenhain, so wie von Ihnen gefordert, als schützenswerter und naturnaher Bereich Gestalt erhalten soll.“ Stattdessen werde er weiter als Parkplatz benutzt, „obwohl ausreichend Raum auf der Eichwaldstraße vorhanden wäre“.

Jörg beklagt, dass die Baufirmen „mitten durch den Eichenhain“ parallel zur Eichwaldstraße sogar einen Fahrweg als Einfahrt- und Ausfahrt für Baufahrzeuge geschaffen hätten. Der Fahrweg beginne am östlichen Ende des Eichenhains und durchquere ihn fast auf ganzer Länge. Dabei sei dieser Fahrweg für Baufahrzeuge nicht nötig, weil es den alten asphaltierten Weg zwischen Eichenhain und Thermen-Baustelle noch gebe. „Der Wurzelbereich wird dadurch weiter in unerfreulicher Weise ramponiert“, stellt Jörg fest. Daneben habe der BN bei der Ortsbesichtigung festgestellt, dass einige Bauhütten wenig sachgemäß nahe den Bäumen und deren Wurzelwerk errichtet worden seien.

Jörg vermisst besondere Rücksichtnahme der Bauleitung. Dabei verlange die Baugenehmigung eine naturschutzfachliche Begleitung und Prüfung über das normale Maß des rechtlich vorgeschriebenen Baumschutzes auf Baustellen hinaus. Das werde bisher aber wohl nicht umgesetzt, kritisiert der BN-Kreisvorsitzende.

Parken soll verboten werden

Jörg bittet das Landratsamt um eine genaue Prüfung aus naturschutzfachlicher Sicht: „Ziel sollte es sein, den Eichenhain von weiteren schädlichen Einflüssen fernzuhalten, jegliches Parken zu unterbinden und den Ersatzweg mitten durch den Eichenbestand sogleich schließen zu lassen.“ Zudem solle die Behörde prüfen, ob die Bauhütten an den Bäumen den gesetzlichen Auflagen zum Baumschutz entsprechen.

Das Landratsamt bestätigt den Eingang des BN-Schreibens. Die Mitarbeiter gingen den Vorwürfen nach, berichtet Sprecherin Sibylle Ehreiser. Wie lange die Prüfung dauert, könne sie nicht sagen.

Die Stadt verweist darauf, dass sie im Bebauungsplan ausdrücklich die ökologische Baubegleitung festgeschrieben hat. Auch in der Baugenehmigung seien ökologische Baubegleitung und entsprechende Lenkung der baubedingten Inanspruchnahme der Flächen auf Auflage enthalten.

„Der Schutz des Eichenhains ist ein wichtiges Ziel der Stadt“, sagt Pressesprecher Jürgen Widmer. Deshalb müsse die Bauleitung natürlich auch Zufahrten und Baustelleneinrichtung mit der ökologischen Bauleitung absprechen. Widmer: „Wir sind dankbar für den Hinweis und gehen dem nach.“

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