Blüten, die im Februar vom März künden

Lesedauer: 3 Min
Der Märzenbecher wird auch Frühlings-Knotenblume genannt. Er steht auf der Roten Liste Bayerns und gilt damit als gefährdet.
Der Märzenbecher wird auch Frühlings-Knotenblume genannt. Er steht auf der Roten Liste Bayerns und gilt damit als gefährdet. (Foto: Michaela Berghofer)
Lindauer Zeitung

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart vor – im Februar und März ist es der Märzenbecher:

Wenn der Schnee sich nun im nahenden Frühling langsam zurückzieht, kann man die ersten Frühlingsboten entdecken. In unseren Gärten findet man gepflanzte Schneeglöckchen (Galanthus speciosus), Blau-sterne (Scilla speciosus), Krokusse (Crocus speciosus) oder Kontenblumen (Leucojum speciosus). In unseren Wiesen und Wäldern wächst dann auch der heimische Märzenbecher (Leucojum vernum), der zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) gehört.

Mancherorts ist kaum festzustellen, ob es sich um ein natürliches Vorkommen oder ein durch den Menschen eingebrachten oder verwilderten Bestand handelt. Natürlicherweise kommt der Märzenbecher vor allem an nährstoffreichern Standorten in feuchten Laubmischwäldern, in Gebüschen, auf extensiv genutzten feuchten Wiesen oder an Bachufern vor. Im Lindauer Landkreis ist der Märzenbecher, der auch Frühlings-Knotenblume genannt wird, überall verbreitet.

Diese typische Pflanzenart des Frühlings blüht von Februar bis in den April. Sie nutzt bei steigenden Temperaturen die lichtreiche Zeitspanne, in der die Bäume noch kein Laub tragen, um zu blühen. Die mehrjährige, bis zu 30 Zentimeter hohe Pflanze ist aus mehreren ganzrandigen, linealischen und rein grünen Blättern und ein bis zwei becherförmigen Blüten zusammengesetzt.

Auch Ameisen helfen bei der Verbreitung

Die weißen Blüten werden beispielsweise von Bienen, Hummeln oder Tagfaltern bestäubt. Neben der Selbstaussaat helfen bei der Ausbreitung der reifen Früchte auch Ameisen. Sie interessieren sich für die an den Samen hängenden fettreichen Anhängsel, die sogenannten Elaiosomen. Nach der Fruchtreife sterben die oberirdischen Pflanzenteile bis in die frühen Sommermonate ab. Der Märzenbecher gehört zu den sogenannten Geophyten. Dies sind Pflanzenarten, die ihre Knospen unter der Erdoberfläche, in diesem Fall mit einer Zwiebel, überwintern.

Die Frühlings-Knotenblume wird seit dem Mittelalter als Zierpflanze genutzt. Die natürlichen Vorkommen stehen unter gesetzlichem Schutz. Die Pflanze selbst ist auf der Roten Liste Bayerns als gefährdet eingestuft.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen