Berufsmesse stößt auf großes Interesse

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Barbara Vögel und Elise Lorek von Alpla berichten Verena, Carla und Lara von den Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Kun
Barbara Vögel und Elise Lorek von Alpla berichten Verena, Carla und Lara von den Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Kunststoffbranche. (Foto: Susi Donner)
Schwäbische Zeitung
Susi Donner

653 junge Menschen haben sich auf der ersten Lindauer Berufsmesse in der neuen Inselhalle Orientierung für ihre Berufswahl geholt und erste Kontakte zu Unternehmen geknüpft. „Das ist eine unglaubliche Zahl, 400 Besucher waren unser Ziel“, freut sich Messeveranstalter Albert Schmid. „Bis eine halbe Stunde vor Messeschluss sind gruppenweise Leute gekommen. Das ist ganz untypisch. Normalerweise verläuft sich der Besucheransturm in der letzten Stunde. Aussteller und Besucher waren begeistert.“

Wie auch Anna Sigmund aus dem Kreis Ravensburg. Sie interessiert sich für Biologie und Chemie. Die Schülerin hat den Realschulabschluss hinter sich, absolviert jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr und möchte dann eine Berufsausbildung in Angriff nehmen. Deshalb nimmt sie das Labor Dr. Gärtner aus Ravensburg unter die Lupe. An einem Arm-Dummy nimmt sie unter Anleitung der Biologisch-technischen Assistentin Jana Göddeke „Blut“ ab und macht das Röhrchen fertig für die Untersuchung. „Blut ist kein Problem für mich“, sagt Anna. Dürfte es auch keines sein, wenn sie beispielsweise eine Ausbildung zur Medizinisch-technischen Laborassistentin machen wollte, denn dreiviertel aller Diagnosen werden über das Labor – also über Körperflüssigkeiten jeder Art – gestellt, erklärt Göddeke und sagt: „Wir suchen dringend Leute, die auch nach der Ausbildung bei uns arbeiten wollen. “

Am Stand von Alpla aus Hard staunen die Schwestern Verena und Lara Brasser aus Wasserburg und ihre Freundin Carla Beck darüber, wie viele Kunststoffverpackungen des Unternehmens sie beinahe täglich in den Händen halten, ohne von Alpla je gehört zu haben. „Die Messe ist wirklich toll, um Berufe und Unternehmen kennenzulernen, von denen ich bisher nichts wusste. Eigentlich will ich Mediengestalterin werden. Aber nach unserem Messebesuch sag ich ‚mal schauen‘“, sagt die 15-jährige Verena, die 2019 mit der Schule fertig ist. Lara und Carla, beide 14 Jahre alt, machen ab der neunten Klasse Praktika und sind überzeugt, dass die Messe für sie sehr hilfreich ist. „Hier gibt es viele medizinisch-technische, soziale und pflegerische Berufszweige. Das wäre unsere Richtung. Heute informieren wir uns, bei welchen Unternehmen wir ein Praktikum machen können.“

Die Vielfalt ist groß

Die Vielfalt der präsentierten Berufsmöglichkeiten ist groß. Von der Gastronomie über Ingenieursberufe bis hin zu einer Ausbildung bei der Finanzverwaltung werden vorgestellt. Einige Beispiele zeigen die Bandbreite: Steffen Klein aus Friedrichshafen informiert sich bei Martin Heffner, Student im Fachbereich Energie-Ingenieurwesen an der Hochschule Biberach, über mögliche Studiengänge, Lars Ginge aus Meckenbeuren lässt sich von Daniel Straub von MTU einen 3D-Drucker erklären, Richard Meier aus Lindau erkundigt sich bei der Bundeszollverwaltung über Aufgaben und Karrierechancen beim Zoll. Und auch Schwäbisch Media ist mit einem Stand vertreten.

Was auffällt, ist nicht nur der helle freundliche Ausstellungsbereich in der neuen Inselhalle, mit großen Fensterfronten die Richtung Osten den Blick auf den See freigeben. Es sind auch die schön gestalteten Messestände der Aussteller und die einladend freundlichen Mitarbeiter, die ihre Unternehmen und Berufe repräsentieren und mit den Besuchern in angeregte Dialoge gehen. Darauf lege er sehr viel Wert, betont Albert Schmid. „Eine Veranstaltung, bei der es um die berufliche Zukunft der jungen Leute geht, muss einen hohen Standard bieten. Beide Seiten, die Unternehmen und die Besucher, müssen sich von ihrer besten Seite zeigen – weil hier schon für viele der erste Eindruck entsteht, der zählt. „Das ist eine Chance für beide Seiten, und in dieser schönen Inselhalle fällt es leicht, einem hohen Anspruch gerecht zu werden.“

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