Bei Gartenschau in Lindau will auch der Landkreis Akzente setzen

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Wenn Lindau in zwei Jahren zur Gartenschau-Stadt wird, will auch der Landkreis Lindau Akzente setzen, mit einem Pavillon auf der Insel genauso wie mit Attraktionen in den Gemeinden. (Foto: Archiv: ee)

200 000 Menschen soll die sogenannte kleine Landesgartenschau im Sommer 2021 an den Bodensee ziehen. Dazu möchte auch der Landkreis seinen Beitrag leisten. Der soll zum einen aus einem Info-Pavillon auf dem Gartenschau-Gelände bestehen sowie verschiedenen Außenstandorten, etwa der Obstbauschule in Schlachters. Angedacht ist zudem ein Projekt „digitale Inspiration“, das im besten Falle über Leader-Zuschüsse finanziert wird.

Wenn sich in Lindau in gut zwei Jahren die Türen zur Gartenschau öffnen, dann gibt es für Naturliebhaber nicht nur auf der Insel viel zu bestaunen. Um den Besuchern attraktive Zusatzangebote zeigen zu können, will der Landkreis mehrere „Satellitenstandorte“ präsentieren. Dazu sollen ein Bereich der Obstbauschule Schlachters und ein Seeuferbereich in Wasserburg gehören, aber auch die Scheidegger Wasserfälle oder die Hausbachklamm in Weiler, wie die Kreisverwaltung im Wirtschaftsausschuss aufzeigte.

Aufmerksam machen auf diese Attraktionen will der Kreis die Besucher auf dem Gartenschaugelände selbst – in einem Infopavillon. Der soll Präsentationsfläche sein für Gemeinden, Vereine und Verbände, Erzeuger und regionale Wirtschaft. Über Konzept und Bau dieses Pavillons als sogenanntes Gemeinschaftsprojekt spreche der Kreis bereits mit der Handwerkskammer, hieß es in der Sitzung. Die Verwaltung kann sich auch vorstellen, in diesem Rahmen die Themen Neubau und Sanierung mit Natur und Nachhaltigkeit zu verknüpfen.

Für beides soll geprüft werden, ob Fördergelder aus dem Leader-Programm möglich sind, ebenso für die dritte Idee zur Lindauer Gartenschau: das Projekt „digitale Inspiration“. Dabei will das Landratsamt „digitale Anreize schaffen auf das reelle Erleben der Region“, wie in der Sitzungsvorlage zu lesen ist. So könnten Gartenschau-Besucher den Landkreis mit Hilfe sogenannter Virtual-Reality-Brillen kennenlernen. Für diese Idee wird der Bereich Kreisentwicklung des Landratsamtes Fördergeld und zusätzliches Personal benötigen – wobei es zu den Kosten derzeit noch keine konkreten Zahlen gibt. Auf Nachfrage von Kreisrat Walter Matzner wurde der Betrag von 50 000 bis 70 000 Euro für dieses Projekt genannt. Was Matzner mit dem Satz „also wird’s bis zu 100 000 Euro kosten“ kommentierte.

„Nicht unnötig viel Geld ausgeben“

Der für die Kreisentwicklung zuständige Jurist Tobias Walch bat die Kreisräte um Verständnis, dass derzeit noch keine konkreten Daten vorliegen, der Wirtschaftsausschuss der Verwaltung vielmehr eine Art Generalvollmacht für ihre Gartenschau-Aktivitäten ausstellen sollte. Dabei verwies er auf die schon im Kreishaushalt nach seinen Worten „ausreichend“ eingestellten Gelder, man werde „nichts Zusätzliches“ und auch „nicht unnötig viel Geld ausgeben“, antwortete Walch auf Nachfragen von Kreisrat Thomas Baumgartner, der eher Ausgaben in Höhe von 200 000 bis 300 000 Euro befürchtet.

Auch der Kreisrat und Nonnenhorner Bürgermeister Rainer Krauß macht sich so seine Gedanken übers Finanzielle: „Wer wird den Pavillon bezahlen – doch nicht die Kreishandwerkerschaft?“, fragte er. Dennoch hat der Wirtschaftsausschuss letztlich das Vorhaben Landkreisbeteiligung an der Lindauer Gartenschau jetzt erst mal einstimmig gebilligt. Damit verbunden dist der Auftrag an die Verwaltung, „geeignete Leaderanträge“ zu stellen und umzusetzen.

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