Ausstellung zeigt, wie Frieden geht

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Unterschiedliche Konzepte des Friedens zeigt die Ausstellung „Frieden geht anders“ im Bogy.
Unterschiedliche Konzepte des Friedens zeigt die Ausstellung „Frieden geht anders“ im Bogy. (Foto: Julia Baumann)
Schwäbische Zeitung

„Wer als einziges Werkzeug einen Hammer kennt, macht aus jedem Problem einen Nagel“, hat der österreichische Soziologe Paul Watzlawick einst gesagt. Für Wolfgang Buff, Referent für Friedensbildung, ist das ein Leitsatz. „Wir müssen lernen, uns Konzepte für den Frieden vorzustellen.“ Wie diese Konzepte aussehen können, zeigt die Ausstellung „Frieden geht anders“, die Waltraut Bube von den Friedensräumen nach Lindau geholt hat. Wolfgang Buff hat sie vor zwei Jahren entwickelt. Zwei Wochen lang ist die Ausstellung nun am Bodensee-Gymnasium zu Gast – und zeigt auf ganz einfache Weise beeindruckende Beispiele ungewöhnlicher Friedenskämpfer.

„Können Männer keinen Frieden?“, prangt da auf einem großen Plakat im Gang des Bogys. Zum Kontrast steht direkt daneben ein Plakat, das mit Fotos und Text erklärt, wie Liberias Frauen den Bürgerkrieg im Land beendet haben. „Das Militär ist nicht dafür da, Feuerwehr zu spielen“, sagt Buff bei der Ausstellungseröffnung am Mittwoch.

Doch die meisten Menschen haben, so Buff, zur Konfliktbewältigung eben nur militärische Kategorien im Kopf. Die Ursache dafür sieht Buff, der am Zentrum für Ökumene der evangelischen Kirche in Hessen arbeitet, zum Teil in den Werbekampagnen für die Bundeswehr begründet: „Da heißt es zum Beispiel: Krisenherde löscht man nicht mit Abwarten und Teetrinken.“ Das suggeriere, dass die einzige Alternative zu militärischen Einsätzen das Teetrinken sei. „Wir müssen wieder lernen, uns Konzepte für den Frieden vorzustellen“, sagt er.

Alternativen hat es schon genug gegeben

Sieht man sich in der Ausstellung um, dann hat es besagte Alternativen zu militärischen Einsätzen schon oft und erfolgreich gegeben.

Da gibt es den sowjetischen Oberst, der laut Plakat die Welt gerettet hat. „Verändern Lieder die Welt?“, fragt ein anderes Plakat. Daneben stehen Multimediastationen, auf denen zum Beispiel der „Africa-Cup“ beinamputierter Menschen gezeigt wird.

Nicht weit davon steht eine Papp-Aufstellfigur von Friedenskämpfer Mahatma Ghandi. „Hinter der Ausstellung steckt kein didaktisches Konzept“, sagt Buff. Besucher sollten sich einfach die unterschiedlichen Module ansehen und sich fragen, ob es nicht noch Alternativen zur Konfliktbewältigung gebe.

Wer dies mit „Ja“ beantworten kann, für den liegen auf einem kleinen Tischchen Papierfiguren zum Ausschneiden bereit. Die können im Ausstellungsraum an einer Schnur zur Menschenkette verbunden werden. „Wir müssen die Politiker dazu bringen, nicht nur an den Hammer zu denken“, sagt Buff. Und vielleicht ist seine Ausstellung ein Anfang dafür.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 15. Juli, montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr am Bogy zu sehen. Führungen können bei den Friedensräumen unter Telefon 08382/24594 gebucht werden, Schulklassen werden gebeten, sich anzumelden unter Telefon 08382/93600.

Einen Vorgeschmack auf die Ausstellung gibt es im Video auf

schwaebische.de/friedensraeume

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