Auch in Lindau zahlen Zweitwohnungsbesitzer Kurbeitrag

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Zweitwohnungsbesitzer zahlen auch in Lindau zusätzlich einen Kurbeitrag.
Zweitwohnungsbesitzer zahlen auch in Lindau zusätzlich einen Kurbeitrag. (Foto: Archiv: oh)
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Auch in Lindau müssen Eigentümer von Zweitwohnungen sowie Dauercamper zusätzlich zur Zweitwohnungssteuer noch einen Kurbeitrag bezahlen. Das hat Pressesprecher Jürgen Widmer auf Anfrage der Lindauer Zeitung bestätigt. Allerdings ist das System etwas anders als in Oberstdorf. Dort hatte die Stadt einen Prozess gegen einen Betroffenen gewonnen.

Etwa 180 Betroffene gibt es laut Widmer jedes Jahr, die als Eigentümer von Zweitwohnungen in Lindau auch Kurbeitrag zahlen müssen. Nicht gezählt sind dabei die Dauercamper, die nicht mit der Stadtverwaltung, sondern mit der Lindau Tourismus und Kongress GmbH (LTK) abrechnen.

Klar ist, dass die Stadt die Lindau die Zweitwohnungsbesitzer anders zur Kasse bittet als das beklagte Oberstdorf. Denn während dort grundsätzlich eine Pauschale von 50 Tagen angenommen und abgerechnet wird, haben Betroffene in Lindau die Wahl, ob sie pauschal 40 Tage abrechnen wollen oder ob sie genau für die Tage bezahlen wollen, die sie tatsächlich in Lindau verbracht haben. Sollte jemand seine Wohnung für Gäste zur Verfügung stellen, werden ebenfalls Kurbeiträge fällig.

Die Sätze liegen laut Widmer bei 2 Euro für Erwachsene und 1,30 Euro für Kinder. Die Einnahmen liegen für die Stadt allein bei den Zweitwohnungsbesitzern bei bis zu 15000 Euro im Jahr.

Deutlich höher sind die Einnahmen bei den Dauercampern. Denn Harald Firsching von der LTK berichtet, dass allein im vergangenen Jahr fast 1300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Dauercamper Kurbeitrag entrichtet haben. Dabei handelte es sich um genau 1038 Erwachsene sowie um 242 Kinder und Jugendliche. Das ergibt bei der 40-Tage-Pauschale eine Einnahme von etwa 100000 Euro im Jahr.

Firsching berichtet, dass er sich nur an einen Gast erinnern kann, der mit der Pauschlabrechnung nicht einverstanden war und der sich deshalb für jeden Tag einzeln auf seinem Campingplatz anmelden und dort den Kurbeitrag abrechnen musste. Denn die Lindauer Satzung gibt den Dauergästen bisher das Recht, auch das umständlichere Abrechnungsverfahren zu wählen.

Nach dem Urteil in Oberstdorf wäre es nun denkbar, auch in Lindau die Pauschalabrechnung strikt vorzuschreiben. Denn die Richter haben dieses Verfahren als rechtmäßig beurteilt. Das werde man prüfen, wenn wieder eine Erneuerung der Satzung anstehe, sagte Firsching im Gespräch mit der LZ.

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