Amerikanische Faulbrut bei Bienen im Kreis Lindau breitet sich weiter aus

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Die Amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Überlebensfähigkeit von Bienen ernsthaft gefährden
Die Amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die die Überlebensfähigkeit von Bienen ernsthaft gefährden kann. (Foto: Colourbox)
Lindauer Zeitung

Mitte September ist bei einem Bienenvolk in Scheidegg, im Ortsteil Rickenbach, die Tierseuche Amerikanische oder auch Bösartige Faulbrut festgestellt worden, wie das Landratsamt mittielt. Das Landratsamt hatte daraufhin ein Sperrgebiet im Radius von zwei Kilometern um den Ausbruchsbestand festgelegt. Der Faulbrut-Sperrbezirk wurde nun aufgrund von zwei neu bestätigten Fällen in Scheidegg, in den Ortsteilen Bieslings und Ebenschwand, ausgeweitet, wie das Landratsamt mitteilt.

Das Landratsamt bittet Imker, die noch nicht beim Veterinäramt gemeldet sind, unbedingt ihre Kontaktdaten, den genauen Standort und die Anzahl der Bienenvölker beim Veterinäramt in Lindau zu hinterlegen. Die Behörde ist per E-Mail an veterinaeramt@landkreis-lindau.de oder unter Telefon 08382 / 27 05 02 erreichbar. Dies sei notwendig, da im Seuchenfall schnell gehandelt werden müsse.

Für alle Imker gilt: Bereits im Verdachtsfall der Amerikanischen Faulbrut muss eine Meldung an den Amtstierarzt gemacht werden. Dieser leitet dann die Maßnahmen im Rahmen der gesetzlich geregelten, staatlichen Seuchenbekämpfung ein.

Sporenbildendes Bakterium

Es handelt sich bei der Amerikanischen Faulbrut um eine anzeigepflichtige Tierseuche der Bienen. Der Erreger ist ein sporenbildendes Bakterium, das sehr widerstandsfähig sowie nahezu unbegrenzt ansteckungsfähig sei. Das Bakterium befällt ausschließlich die Brut der Honigbiene und ist für Menschen harmlos, Honig kann bedenkenlos verzehrt werden. Eine Verbreitung ist durch die Bienen selbst oder den Imker (etwa Zukauf von Völkern ohne vorherige Gesundheitsuntersuchung oder Verwendung von Bienenkästen und Waben unbekannter Herkunft ohne vorherige Desinfektion) möglich. Betroffene Brutzellen weisen eine veränderte Zellverdeckelung auf. Sie sind eingesunken, rissig oder durchlöchert. Die Farbe ist dunkler. Die Larve ist in sich zusammengesackt und milchig-kaffeebraun verfärbt und weist fadenziehenden Schleim auf. Länger abgestorbene Brut trocknet zu schwarzbraun gefärbten „Schorfen„ ein.

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